Toxische Unternehmenskultur bei Bridalicious in Bremen
Arbeitsatmosphäre
Bereits während der Einarbeitung in Köln wurde ich von der Gruppe getrennt und nicht als Teil des Teams behandelt. Der Umgangston durch Vorgesetzte war mehrfach von oben herab. Eine wertschätzende oder unterstützende Atmosphäre habe ich nicht erlebt.
Kommunikation
Es gibt aus meiner Sicht keine offene Kommunikationskultur. Kritik oder Rückmeldungen sind nicht erwünscht. Eigene Hinweise auf Fehler oder Probleme wurden ignoriert. Mitarbeitende haben faktisch keine Möglichkeit, sich konstruktiv zu äußern, ohne Nachteile befürchten zu müssen.
Kollegenzusammenhalt
Unter den Mitarbeitenden war der Umgang größtenteils in Ordnung. Im direkten Team hat man sich gegenseitig unterstützt. Die Probleme liegen vor allem auf Führungsebene.
Work-Life-Balance
Sehr schlecht. Im Vertrag stehen 34 Stunden bei einer 4-Tage-Woche. Durch die Öffnungszeiten entsteht jedoch eine sehr enge Einsatzplanung. Zusätzlich wurde regelmäßig erwartet, länger zu bleiben. Überstunden wurden nicht transparent geregelt.
Vorgesetztenverhalten
Sehr enttäuschend. Führungskräfte wirkten aus meiner Sicht weder fachlich noch menschlich für ihre Rolle geeignet. Man wurde nicht ernst genommen und Hinweise auf Fehler oder Verbesserungen wurden konsequent übergangen.
Interessante Aufgaben
Die Beratung von Bräuten und das Arbeiten mit Brautkleidern macht grundsätzlich sehr viel Spaß und ist an sich eine schöne Aufgabe.
In der Praxis wird dieser Teil jedoch durch den massiven Verkaufsdruck stark entwertet. Der Fokus liegt fast ausschließlich auf Abschlüssen – nicht auf einer guten, ehrlichen Beratung.
Zusätzlich besteht ein spürbarer Teil der Arbeit aus einfachen Routinetätigkeiten wie Putzen und Aufräumen, sodass sich die Aufgaben insgesamt wenig abwechslungsreich und nur eingeschränkt als „interessant“ anfühlen..
Gleichberechtigung
Neue Mitarbeitende werden aus meiner Sicht nicht ernsthaft integriert oder gleichwertig eingebunden.
Während meiner Einarbeitung in Köln habe ich von mehreren Mitarbeitenden gehört, dass es einen sehr hohen Wechsel im Team gibt. Zudem bekommt man durch die vielen geführten Bewerbungsgespräche bereits in kurzer Zeit mit, wie stark der personelle Durchlauf ist.
Vor diesem Hintergrund entsteht der Eindruck, dass nachhaltige Einarbeitung und faire Einbindung neuer Mitarbeitender keine hohe Priorität haben.
Umgang mit älteren Kollegen
Kann ich nur eingeschränkt beurteilen. Mir sind in diesem Bereich keine besonderen positiven oder negativen Beispiele aufgefallen.
Arbeitsbedingungen
Hoher Leistungsdruck, unklare Regelungen zu Mehrarbeit und eine sehr enge Einsatzplanung. Die tatsächlichen Arbeitsbedingungen entsprechen nicht dem, was im Vorfeld vermittelt wird.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ein echtes soziales Bewusstsein gegenüber den Mitarbeitenden konnte ich nicht erkennen.
Gehalt/Benefits
Stehen aus meiner Sicht in keinem angemessenen Verhältnis zum Leistungsdruck, zur Belastung und zur Erwartungshaltung.
Image
Viele der sehr positiven Bewertungen von aktuell Beschäftigten halte ich für nur eingeschränkt aussagekräftig.
Aus meiner Erfahrung wird interne Kritik nicht geduldet. Mitarbeitende können Probleme oder Missstände nicht offen ansprechen, ohne negative Konsequenzen befürchten zu müssen.
Nach außen entsteht dadurch ein deutlich besseres Bild, als es intern tatsächlich gelebt wird.
Karriere/Weiterbildung
Keine erkennbare Förderung oder strukturierte Entwicklung. Hohe Erwartungen und Verantwortung, aber kaum Unterstützung oder echte Perspektiven.