Leider derzeit demotivierend und enttäuschend
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv hervorzuheben sind der starke Kolleg:innenzusammenhalt – sowohl in guten als auch in herausfordernden Zeiten – sowie die angenehme Zusammenarbeit im Team. Auch einige Benefits sind definitiv erwähnenswert: eine sehr gute Zusatzkrankenversicherung, Sprachkurse, jährliche Gesundheitsmaßnahmen, gemeinsame Sommer- und Weihnachtsfeiern sowie die regelmäßigen „Learn & Development Weeks“, etc.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Abschließend möchte ich sagen, dass meine Kommentare sicherlich umfangreich waren – und ich bedaure aufrichtig, dass es überhaupt zu einer so kritischen Bewertung kommen musste. Ich habe viele Jahre gern in diesem Unternehmen gearbeitet und hätte mir gewünscht, dass die Entwicklungen in eine andere Richtung gegangen wären.
Verbesserungsvorschläge
Mein Wunsch – insbesondere an die verantwortlichen Stellen in UK – wäre, die zahlreichen aktuellen Bewertungen aufmerksam zu lesen und ernst zu nehmen. Es geht nicht nur um Fakten, sondern auch um das emotionale Empfinden vieler Mitarbeitenden.
Wenn diese Stimmen unbeachtet bleiben, entsteht leicht der Eindruck, dass man bewusst in Kauf nimmt, dass unzufriedene Mitarbeitende das Unternehmen früher oder später von selbst verlassen. Das wäre kurzfristig vielleicht „praktisch“, langfristig aber fatal für die Unternehmenskultur.
Arbeitsatmosphäre
Ich bin seit vielen Jahre im Unternehmen tätig und habe die Zusammenarbeit im Team sowie einige Zusatzleistungen (z. B. flexible Arbeitszeiten, Home-Office, Zusatzversicherung, etc.) lange sehr geschätzt. Das Gehalt war zwar immer schon unter dem Branchendurchschnitt, wurde aber durch das angenehme Arbeitsumfeld und gewisse Benefits etwas relativiert.
Leider hat sich die Arbeitsatmosphäre in den letzten Monaten stark verschlechtert. Gründe dafür sind u. a. eine nicht mehr marktgerechte Bezahlung, ausbleibende Bonuszahlungen, zunehmender Personalmangel, veraltete Technik und interne Prozesse, die teilweise durch UK mit Begründung "kein Prio" ausgebremst werden.
Besonders negativ fiel die kürzliche Ankündigung einer vollständigen Präsenzpflicht im Büro auf – nicht nur inhaltlich, sondern auch in der Art der Kommunikation: Sie wurde lediglich per Chatnachricht ohne Dialog angekündigt. Das empfand ich als wenig wertschätzend und im Widerspruch zu den internen Leitwerten wie „be one team“.
Insgesamt entsteht leider der Eindruck, dass die Bedürfnisse und Perspektiven der Mitarbeitenden aktuell kaum noch berücksichtigt werden.
Image
Angesichts der zahlreichen kritischen Stimmen in letzter Zeit wirkt das Unternehmen zunehmend orientierungslos – der Eindruck eines „sinkenden Schiffs“ liegt leider nahe. Nach außen wird gern das Bild eines familiären Umfelds vermittelt. Doch intern erleben viele Mitarbeitende das Gegenteil: mangelnde Wertschätzung, fehlende Entwicklungsperspektiven und ein ausbleibender Ausgleich für steigende Belastungen.
Den dritten Stern in dieser Bewertung vergebe ich ausschließlich für den starken Zusammenhalt unter den Kolleg:innen – dieser ist nach wie vor bemerkenswert und einer der wenigen Lichtblicke.
Work-Life-Balance
Die Abschaffung des Home-Office sowie die sehr eingeschränkten Möglichkeiten für Remote-Arbeit wirken sich deutlich negativ auf die Work-Life-Balance aus. Unter den aktuellen Rahmenbedingungen wird es zunehmend schwieriger, Beruf und Privatleben in Einklang zu bringen – sei es Zeit mit der Familie, soziale Kontakte oder Freizeitaktivitäten wie Sport oder kulturelle Veranstaltungen. Die tägliche Präsenzpflicht im Büro und die damit verbundenen Pendelzeiten führen unweigerlich zur Frage: Arbeite ich, um zu leben – oder lebe ich, um zu arbeiten?
Karriere/Weiterbildung
Das Thema Weiterbildung wirkt leider eher oberflächlich behandelt. Wenn ein Englischkurs vor Ort oder ein Babbel-Link bereits als Weiterbildung zählt, dann ist das Angebot wohl erfüllt – darüber hinaus ist wenig bekannt oder wird nicht aktiv kommuniziert.
Vor der Pandemie wurden vereinzelt Kurse aus einem internen Katalog vorgestellt. Ich hatte mich damals für eine Maßnahme angemeldet, diese wurde jedoch nie umgesetzt oder weiter verfolgt. Insgesamt fehlt es an einer klaren Strategie und an echten, greifbaren Entwicklungsmöglichkeiten.
Gehalt/Benefits
Über viele Jahre hinweg blieb das Gehalt weitgehend unverändert. Mit der Einführung eines Benchmark-Systems kam zunächst Hoffnung auf mehr Fairness und Transparenz auf. Leider hat sich auch das als trügerisch erwiesen: Zwar gab es kleine Anpassungen, doch diese stehen in keinem Verhältnis zur allgemeinen Lebenshaltung oder zur gestiegenen Arbeitsbelastung.
In meinem Fall wurde inzwischen kommuniziert, dass das „Gehaltlimit“ erreicht sei – trotz massiv gestiegener Verantwortung und Arbeitsmenge. Zusätzlich wurde der Bonus zwei Jahre in Folge gestrichen. Insgesamt hat sich die Arbeitsbelastung vervielfacht, ohne dass sich dies in Vergütung oder Wertschätzung widerspiegelt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gibt einzelne Initiativen im sozialen und ökologischen Bereich, wie etwa Mülltrennung oder Spendenaktionen für Obdachlose, was grundsätzlich positiv zu bewerten ist. Allerdings wirken diese Maßnahmen eher punktuell und symbolisch. Ein umfassenderes, nachhaltigeres Engagement – sowohl ökologisch als auch sozial – wäre wünschenswert, um dem gesellschaftlichen Anspruch eines verantwortungsvollen Unternehmens besser gerecht zu werden.
Kollegenzusammenhalt
Positiv hervorheben möchte ich den starken Teamzusammenhalt – unabhängig davon, ob die Zeiten gut oder schwierig waren. Die Kolleg:innen unterstützen sich gegenseitig, was den Arbeitsalltag lange sehr angenehm gemacht hat. Allerdings besteht mittlerweile die Sorge, dass dieser Zusammenhalt unter der zunehmenden Frustration und Demotivation leiden könnte. Wenn das Vertrauen in Führung und Unternehmenskultur weiter sinkt, wird es schwer, diese wertvolle Teamdynamik aufrechtzuerhalten.
Umgang mit älteren Kollegen
Als langjährige Mitarbeiterin / langjähriger Mitarbeiter vermisse ich zunehmend die angemessene Anerkennung – sowohl in finanzieller Hinsicht als auch in Bezug auf persönliche Weiterentwicklung oder Karriereförderung. Zwar gibt es nach fünf bzw. zehn Jahren zusätzliche Urlaubstage, was grundsätzlich positiv ist. Doch angesichts eines seit Jahren stagnierenden Gehalts stellt sich die Frage, ob man sich diesen Urlaub überhaupt leisten kann. Mehr als 100 % Einsatz über viele Jahre hinweg sollten sich auch in einer fairen und wertschätzenden Vergütung widerspiegeln.
Vorgesetztenverhalten
Derzeit herrscht leider bei vielen Mitarbeitenden das Gefühl vor, mit ihren Anliegen allein gelassen zu werden. Entscheidungen werden häufig kommentarlos „von oben“ (UK) weitergereicht, mit dem Hinweis, man könne daran nichts ändern oder dürfe nicht darüber sprechen. Das vermittelt den Eindruck, dass weder Transparenz noch Mitgestaltung gewünscht sind. Für viele Kolleg:innen ist das sehr enttäuschend und verstärkt das Gefühl von Ohnmacht und fehlender Wertschätzung.
Arbeitsbedingungen
Trotz eigener technischer Ausstattung (z. B. MacBook) und bisher großzügiger Home-Office-Regelung wurde die Möglichkeit, flexibel von zu Hause aus zu arbeiten, komplett abgeschafft. Stattdessen gilt nun eine 100%ige Präsenzpflicht im Büro – was für viele Mitarbeitende mit langen Anfahrtswegen verbunden ist.
Die Umstellung wirft Fragen auf, denn die Arbeitsumgebung im Büro ist auf diese neue Realität kaum vorbereitet: Es mangelt an ausreichend Arbeitsplätzen, Besprechungsräumen und Rückzugsorten. Statt konzentrierter Arbeit herrscht oft hoher Lärmpegel und Unruhe. Unter solchen Bedingungen produktiv zu bleiben, ist für viele eine Herausforderung – besonders im Vergleich zur zuvor effizienteren Arbeit im Home-Office.
Kommunikation
In den letzten Monaten wurde man zunehmend mit Entscheidungen „von oben“ (UK) konfrontiert – ohne Möglichkeit zur Mitgestaltung oder vorherigen Kommunikation. Kritik, insbesondere wenn sie negativ oder konstruktiv gemeint ist, wird häufig eher skeptisch aufgenommen. Obwohl offen kommuniziert wird, dass Feedback erwünscht ist, entsteht der Eindruck, dass vor allem Zustimmung erwartet wird. Wirklich offene Kommunikation sollte jedoch auch kritische Stimmen zulassen – ohne negative Konsequenzen oder eine spürbare Distanz im Umgang.
Gleichberechtigung
Es entsteht zunehmend der Eindruck, dass Anpassung und Zustimmung stärker honoriert werden als konstruktive Kritik oder offene Diskussion. Wer Entscheidungen hinterfragt oder Verbesserungsvorschläge einbringt, läuft Gefahr, übergangen zu werden – während diejenigen, die alles widerspruchslos mittragen, oftmals eher Gehör finden. Das steht aus meiner Sicht im Widerspruch zu einer echten Feedbackkultur und wirkt sich langfristig negativ auf Motivation und Innovationsfähigkeit aus.
Interessante Aufgaben
Viele neue Projekte scheitern aktuell an technischen Problemen oder werden stark verzögert. Die internen Abläufe sind oft wenig transparent und schwer nachvollziehbar. Um überhaupt Fortschritt zu erzielen, müssen Probleme zunächst so dargestellt werden, dass sie als „wichtig genug“ eingestuft und in UK priorisiert werden – was Zeit und Energie kostet.
Zudem wird das Prinzip „be one team“ nicht konsequent gelebt: Projekte werden häufig nur mit ein bis zwei Personen besetzt, während andere Teammitglieder später ohne ausreichende Information oder Einbindung mit den entstandenen Lücken und Unklarheiten allein zurechtkommen müssen. Das führt nicht nur zu Frustration, sondern auch zu unnötigem Mehraufwand.

