Führungsverhalten widerspricht den eigenen Werten
Verbesserungsvorschläge
Echte Feedbackkultur aufbauen und leben – nicht erst im Kündigungsgespräch mit Vorwürfen überraschen
Führungsrollen klarer definieren und mit Vertrauen hinterlegen
Führungskräfte für Fehlverhalten in die Verantwortung ziehen
Offenheit für neue Ideen auch wirklich fördern, nicht nur postulieren
Rollen klarer vom operativen Umfeld abgrenzen, insbesondere im Zusammenspiel mit bestehenden Strukturen
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war oberflächlich freundlich, aber aus meiner Sicht wenig transparent. Feedbackprozesse waren intransparent oder wurden umgangen – in meinem Fall erhielt ich keinerlei Kritik bis zum Kündigungsgespräch, was die Möglichkeit zur Verbesserung unmöglich machte. Ein offener, professioneller Umgang miteinander hätte hier sehr geholfen.
Image
HomeToGo genießt einen soliden Ruf in der Branche. Intern klafften für mich jedoch Anspruch und Realität in mehreren Punkten auseinander – insbesondere, was Teamführung, Feedbackkultur und die Offenheit für neue Ideen betrifft.
Work-Life-Balance
Work-Life-Balance war grundsätzlich in Ordnung. Remote-Arbeit war möglich und wurde auch genutzt. Die Erwartungshaltung an Verfügbarkeit war in meinem Bereich nicht übermäßig hoch.
Karriere/Weiterbildung
Es existieren keine konkreten Vorschläge oder Erwartungshaltungen für die Weiterbildung der Mitarbeiter. Teilnahme an externen Konferenzen findet praktisch nicht statt. Stattdessen beschränkt sich die Weiterbildung nahezu ausschließlich auf von Google veranstaltete Sales-Events, deren Inhalte nicht kritisch hinterfragt werden.
Das führt dazu, dass das Team nicht auf dem aktuellen Stand in der sich schnell entwickelnden Digitalbranche ist – und strategische Weiterentwicklung oder Innovation ausbleibt. Ein aktives und kritisches Weiterbildungsverständnis fehlt aus meiner Sicht komplett.
Kollegenzusammenhalt
Das Team war freundlich im Umgang, aber insgesamt konfliktscheu. Konstruktive Kritik wurde kaum geäußert – möglicherweise aus Unsicherheit oder Angst vor Repressalien. Das erschwert einen offenen, ehrlichen Austausch sehr.
Umgang mit älteren Kollegen
Das Team ist extrem jung. Ich war die erste seniorige Mitarbeiterin in diesem Team, die in den letzten 8 Jahren eingestellt wurde.
Vorgesetztenverhalten
Mein direkter Vorgesetzter hat sich in mehrfacher Hinsicht entgegen der propagierten Firmenwerte verhalten: Feedback wurde nicht gegeben, Kritik wurde nicht ausgesprochen, stattdessen wurde ich ohne Vorwarnung vor Ende der Probezeit gekündigt – mit der Begründung, dass andere mich „nicht als Teamfit“ empfunden hätten. Dass ich keine Gelegenheit bekam, mich auf etwaige Probleme einzustellen oder gegenzusteuern, widerspricht klar der kommunizierten Feedbackkultur.
Ich habe dieses Verhalten an das C-Level eskaliert, wo es zwar zur Kenntnis genommen, aber letztlich mit der Bemerkung abgetan wurde, der Vorgesetzte sei „low maintenance“ – was offenbar als wichtiger galt als professionelles Führungsverhalten. Das signalisiert leider, dass problematisches Verhalten auf Führungsebene akzeptiert wird, solange es reibungslos erscheint.
Kurz nach meiner Rückmeldung erschien zudem unternehmensweit eine E-Mail der HR an alle Leads, in der transparentes Feedback in der Probezeit, Pflichtgespräche und der soziale Auftrag als Arbeitgeber thematisiert wurden. Ein deutliches Zeichen.
Arbeitsbedingungen
Die technischen Voraussetzungen waren gut – moderne Tools, strukturierte Prozesse. Auch Remote-Arbeit funktionierte gut.
Kommunikation
Kommunikation war inkonsistent: Während im Onboarding und in 1:1s ein Prinzip wie „wir behandeln Mitarbeitende wie Erwachsene“ betont wurde, spiegelten konkrete Entscheidungen und das Führungsverhalten das Gegenteil wider. Insbesondere bei abteilungsinternen Abstimmungen und Feedbackprozessen fehlte es an Klarheit und gegenseitigem Vertrauen.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung wurde im Alltag nicht aktiv problematisiert – allerdings hatte ich den Eindruck, dass Entscheidungen stärker von persönlichen Loyalitäten als objektiven Leistungen beeinflusst wurden. Auch die Rollenverteilung zwischen Führungskraft und Team war in meinem Fall nicht eindeutig geklärt und wurde nachträglich untergraben.
Interessante Aufgaben
Die in der Stellenbeschreibung versprochenen Aufgaben waren durchaus interessant – leider wurde ich in meiner Arbeit stark eingeschränkt und konnte viele der strategischen Themen nicht umsetzen, da meine Vorschläge nicht ernsthaft geprüft wurden.