Mikromanagement und schlechte Führung - wer das mag, wird sich hier wohlfühlen
Gut am Arbeitgeber finde ich
dass einem die Möglichkeit gegeben wird in diesem Bereich erste Berufserfahrung zu sammeln.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Obwohl es das Unternehmen seit +10 Jahren gibt, sind die internen Strukturen immer noch die eines kleinen Startups. Arbeitsabläufe sind immer noch nicht ordentlich definiert und werden alle halbe Jahre neugeordnet. Kommunikation intern ist mehr als schlecht (wichtige Informationen werden spät oder gar nicht weitergegeben). Die Führungspersonen in einigen Bereichen sollten dringend an sich arbeiten (sowohl als Mensch als auch als Führungsperson). Keine Wertschätzung, kein Respekt.
Verbesserungsvorschläge
Weiterbildungen für Vorgesetzte priorisieren! Das Verhalten von manchen Führungspersonen in diesem Unternehmen geht gar nicht.
Ordentliche Strukturen schaffen. Es ist peinlich, dass ein Unternehmen dieser Größe immer noch ein wilder Haufen ist.
Arbeitsatmosphäre
Innerhalb des Teams war die Atmosphäre super, sobald die Führungsebenen involviert waren, wurde es immer angespannt.
Der Umgangston mit den Mitarbeitern ging teilweise gar nicht, null Wertschätzung, ständiges Kontrollieren und Überprüfen und immer auf der Suche nach Fehlern. Ständiger Performance Druck und das Gefühl "nicht gut genug zu sein" steht hier an der Tagesordnung.
Image
Nach Außen uhhi, nach Innen pfui.
Ich kenne keinen Ex-Mitarbeiter der positiv über dieses Unternehmen spricht. Zu viel läuft hier einfach schief.
Work-Life-Balance
Grundsätzlich war die Work-Life Balance vom Arbeitsvolumen okay. Ab und zu waren natürlich Überstunden da, vor allem auf Dienstreisen, bei denen man eigentlich von früh bis spät am Arbeiten war ohne wirkliche Pause. Mich hat eher der mentale Druck belastet als die tatsächliche Arbeitszeit.
Die Führungsebene lebt nach dem Motto: kein Feierabend und auch am Wochenende arbeiten und ständig erreichbar sein. Erwartet wird das wohl nicht von den unteren Ebenen, erwünscht ist es dennoch.
Karriere/Weiterbildung
Für die Karriere und der Start in das Berufsleben ist das Unternehmen gut. Man bekommt trotz weniger oder keiner Vorkenntnisse das Vertrauen und kann viel dazu lernen. Mein Tipp: Für den Lebenslauf für ein Jahr mitnehmen und sich dann einen Arbeitgeber suchen, der einen wirklich schätzt.
Gehalt/Benefits
War für mich in Ordnung. Man wird hier nicht reich, aber man kann sich auch nicht beschweren. Rückblickend würde ich nach dem ganzen mentalen Stress aber mehr fordern.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Hat für das Unternehmen keine Relevanz.
Kollegenzusammenhalt
Mein Team war super, aus Kollegen wurden teilweise gute Freunde und der Zusammenhalt auf gleicher Ebene war auf jeden Fall gut. Man hat sich gegenseitig unterstützt und geholfen, schaut man aber 1-2 Stufen nach oben, hört das ganz schnell auf.
Umgang mit älteren Kollegen
Viele ältere Kollegen gab es nicht. Mein Gefühl sagt mir, dass dieses Unternehmen nichts für ältere ist. Es sind schon so manche Kollegen unter dem ständigen Performance Druck zusammengebrochen.
Vorgesetztenverhalten
Mikromanagement at its best.
Ständige Fehlersuche, verantwortlich machen für Kleinigkeiten. Immer ist die untere Ebene schuld, an der Führung kann es ja nicht liegen. Grundsätzlich sind die Führungspersonen in diesem Unternehmen sehr von sich selbst und dem Unternehmen überzeugt. Es wird schlecht über andere Anbieter geredet oder diese belächelt, teilweise auch über Kunden.
Die Vorgesetzten bräuchten dringend mehr Weiterbildungen in Sachen Kommunikation, Personalführung und Empathie.
Teilweise wurden getroffene Absprachen mit Hotel einfach umgangen bzw. ignoriert. Als Ansprechperson fürs das Hotel war man dann natürlich der "Doofe" in der Situation. Die Vorgesetzten waren sich natürlich keiner Schuld bewusst.
Arbeitsbedingungen
Es gibt ein hybrides Arbeitsmodell mit Homeoffice und Bürotagen. Das kommt allgemein gut an.
Positiv am Büro ist die gute Lage in der Hamburger Innenstadt. Das Büro selber ist recht lieblos und funktional. Es gibt einige wenige Stehschreibtische, und die meisten Arbeitsplätze haben Curved Monitore, diese sind aber nicht immer mit allen Laptops kompatibel, sodass die eigentlich freie Sitzplatz, nicht wirklich frei ist. Die Führungsebene hat natürlich eigene Büros/ Schreibtische, die von den anderen Mitarbeitern nicht genutzt werden dürfen, auch wenn die Vorgesetzten nicht da sind.
Im Sommer werden die Büroräume extrem heiß und teilweise unzumutbar dort zu arbeiten. Homeoffice war zu der Zeit für mich aber nicht möglich, da man zur Einarbeitung neuer Mitarbeiter immer im Büro sein musste.
Es wurde eine Kernarbeitszeit (10Uhr-16Uhr) groß vorgestellt, nur um dann wenige Wochen später davon wieder zurückzurudern, da diese nur "in besonderen Ausnahmefällen" gelten soll. (Stichpunkt hier wieder: schlechte Kommunikation!)
Kommunikation
Unterirdisch! Wichtige Informationen wurden zu spät oder gar nicht kommuniziert. Teilweise wussten Partnerhotels besser über Änderungen Bescheid als wir Mitarbeiter, das ist und wirkt komplett unprofessionell.
Gleichberechtigung
Hier wird ganz klar nach Sympathie und Geschlecht unterschieden. Äußert man Kritik als Mann, ist das natürlich aus einem triftigen Grund. Machst du das als Frau, wirst du vermutlich mehr Probleme bekommen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind vielfältig, vor allem am Anfang lernt man viel Neues (verschiedene Systeme, Revenuemanagement etc), als Start in die Branche oder den Bereich ist das super. Natürlich gibt es auch eintönige Aufgaben, aber ich denke das ist in jedem Job so.

