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HR4YOU 
AG
Bewertung

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Zwischen Hochglanz-Außendarstellung und interner Realität

1,2
Nicht empfohlen
Hat zum Zeitpunkt der Bewertung bei HR4YOU AG in Aurich gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Ich habe diesen Arbeitgeber einmal deutlich positiver erlebt. Genau deshalb fällt mir die Entwicklung heute besonders auf. Anfangs war für mich vieles von dem, was nach außen vermittelt wird, tatsächlich auch intern spürbar. Im Laufe der Zeit ist davon aus meiner Sicht fast nichts mehr übrig geblieben. Am meisten verloren gegangen ist vor allem einer: der Mensch.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Ich erlebe selten, dass ein Arbeitgeber aus meiner persönlichen Wahrnehmung heraus so stark von dem Bild abweicht, das durch Leitbild, Außendarstellung und interne Kommunikation vermittelt wird.

Besonders widersprüchlich empfinde ich die Kombination aus propagiertem Vertrauen, Freiraum und Eigenverantwortung auf der einen Seite und der tatsächlich erlebten Kontrolle auf der anderen.

Auch die angebliche Mitarbeiterorientierung passt für mich zunehmend nicht mehr zu dem, was ich im Arbeitsalltag erlebe. Unterstützung und Wertschätzung wirken aus meiner Sicht teilweise davon abhängig, wie loyal und angepasst ein Mitarbeiter ist.

Verbesserungsvorschläge

Mein größter Verbesserungsvorschlag wäre, sich einmal ehrlich mit der Frage auseinanderzusetzen, warum es zu einem derart starken Stellenabbau kommt.
Auch die Entwicklung beim Anwendertreffen finde ich bemerkenswert. Wo früher eine breitere Präsenz gegeben war, sind später, wenn überhaupt, zunehmend nur noch Teamleitungen vor Ort. Für mich ist das ein sichtbares Zeichen dafür, wie stark sich die Organisation verändert hat.

Vielleicht sollte man sich auch einmal fragen, warum auf solchen Veranstaltungen die Mitarbeiter, die tagtäglich mit den Kunden und Anwendern arbeiten, immer weniger sichtbar sind.

Kritik und Verbesserungsvorschläge sollten nicht nur angehört, sondern auch ernsthaft geprüft und, wenn sie sinnvoll sind, umgesetzt werden.

Und letztlich wäre es wünschenswert, weniger Energie in die Hochglanz-Außendarstellung und mehr Energie in die tatsächlichen Arbeitsbedingungen zu investieren. Mitarbeiterorientierung, Vertrauen, Familie und Freiraum sollten nicht nur gut klingen, sondern im Arbeitsalltag auch tatsächlich erlebbar sein.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre wird aus meiner Sicht zunehmend schwieriger. Der Ton wird rauer und die Stimmung angespannter. Die Kollegen unterstützen sich grundsätzlich gegenseitig, soweit es die eigene Arbeitsbelastung zulässt. Das Problem liegt weniger bei den Mitarbeitern als bei den Rahmenbedingungen. Immer mehr Aufgaben kommen hinzu, während die vorhandene Zeit nicht entsprechend mitwächst.

Image

Hier liegt für mich einer der größten Widersprüche.

Nach außen wird gerne das Bild vermittelt: Hier arbeiten lauter coole Menschen, die coole Sachen machen, mit viel Freiheit, Eigenverantwortung und einem tollen Miteinander. Das klingt natürlich gut und macht sich auch hervorragend in der Außendarstellung.

Im Arbeitsalltag erlebe ich davon allerdings deutlich weniger. Hinter der schönen Fassade fühlt es sich für mich teilweise eher so an, als hätte man schneller ein Messer im Rücken, als man denkt.

Natürlich ist das meine persönliche Wahrnehmung. Genau dieses Gefühl entsteht bei mir jedoch, wenn nach außen Vertrauen und Freiraum vermittelt werden und intern gleichzeitig so stark kontrolliert und in Entscheidungen eingegriffen wird.

Auch beim Thema KI wird nach außen gerne vermittelt, dass KI den Menschen unterstützen und nicht ersetzen soll. Intern erlebe ich diese Entwicklung teilweise anders.
Dass ein Unternehmen auf Kosten achten muss, ist grundsätzlich nichts Ungewöhnliches. In dieser Ausprägung erlebe ich aber, dass Kosten und Effizienz zunehmend auf Kosten der Mitarbeiter, menschlicher Werte und aus meiner Sicht aauch der gelebten Unternehmenskultur gehen.

Work-Life-Balance

Die zunehmende Arbeitsverdichtung und die ständigen Unterbrechungen machen es aus meiner Sicht immer schwieriger, die Arbeit innerhalb der vorgesehenen Zeit vernünftig zu bewältigen.

Karriere/Weiterbildung

Karriere scheint aus meiner Sicht nicht wirklich gewünscht zu sein. In der Regel bleibt man dort, wo man angefangen hat.

Aufstiegsmöglichkeiten und echte Entwicklung innerhalb des Unternehmens werden aus meiner Wahrnehmung heraus nicht aktiv gefördert. Wer sich weiterentwickeln möchte, stößt dadurch schnell an Grenzen.

Gerade bei einem Unternehmen, das nach außen Modernität, Entwicklung und Zukunftsfähigkeit vermitteln möchte, finde ich das besonders enttäuschend.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt empfinde ich als extrem niedrig, schlichtweg am unteren Ende der Kette. Wenn es Gehaltsanpassungen gibt, wirken diese aus meiner Sicht häufig eher wie ein Ausgleich für die allgemeine Preisentwicklung als wie eine tatsächliche Anerkennung der geleisteten Arbeit.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Gerade beim sozialen Aspekt sehe ich eine deutliche Diskrepanz zwischen Anspruch und Erleben.

Nach außen wird ein Bild von Familie, Zusammenhalt und Mitarbeiterorientierung vermittelt. Wenn tatsächlich einmal Unterstützung benötigt wird, habe ich jedoch nicht den Eindruck, dass diese Unterstützung allen Mitarbeitern gleichermaßen zuteilwird.

Mein persönlicher Eindruck ist vielmehr, dass Unterstützung davon abhängen kann, wie gut man bei den richtigen Personen steht und wie loyal und angepasst man sich zeigt.

Kollegenzusammenhalt

Der Kollegenzusammenhalt ist grundsätzlich vorhanden, allerdings wird auch dieser durch die zunehmende Arbeitsbelastung erschwert. Man unterstützt sich gegenseitig, solange dies innerhalb der eigenen Möglichkeiten bleibt. Wenn dauerhaft mehr als 100 Prozent gefordert werden, stoßen aber auch die besten Kollegen irgendwann an ihre Grenzen.

Umgang mit älteren Kollegen

Kann ich nichts zu sagen. Da habe ich keine Erfahrungswerte mit.

Vorgesetztenverhalten

Nach außen wird ein sehr mitarbeiterfreundliches Bild vermittelt. Meine Erfahrung im Arbeitsalltag ist allerdings eine andere.

Es wird viel von Vertrauen, Eigenverantwortung und Freiraum für die Mitarbeiter gesprochen. Gleichzeitig werden Mitarbeiter aus meiner Sicht sehr stark kontrolliert. Der versprochene Freiraum fühlt sich dadurch in der Praxis häufig deutlich kleiner an, als es die Außendarstellung vermuten lässt.

Auch bei eigenständig getroffenen Entscheidungen zeigt sich diese Diskrepanz. Entscheidungen werden teilweise nachträglich von oben korrigiert oder wieder zurückgenommen.

Besonders auffällig finde ich dabei die Rolle der Teamleitungen. Nach meiner Wahrnehmung haben sie teilweise deutlich weniger tatsächlichen Gestaltungsspielraum, als ihre Position vermuten lässt. Sie wirken für mich stellenweise eher wie Überbringer bereits getroffener Entscheidungen. Was kommuniziert werden soll, scheint häufig schon vorgegeben zu sein.

Auf dem Papier gibt es Führung und Eigenverantwortung, in der Praxis entsteht bei mir teilweise eher der Eindruck von Führung nach Vorgabe.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsumgebung ist grundsätzlich in Ordnung. Die eigentliche Belastung entsteht weniger durch die räumlichen Bedingungen als durch die organisatorischen Rahmenbedingungen und die zunehmende Arbeitsverdichtung.
Die Arbeitsbedingungen haben sich aus meiner Sicht zunehmend verschlechtert. Immer mehr Aufgaben werden auf die vorhandenen Mitarbeiter verteilt, während gleichzeitig die Zeit für die einzelnen Aufgaben begrenzt bleibt. Ständige Unterbrechungen, neue Anforderungen und zusätzliche Aufgaben machen konzentriertes Arbeiten zunehmend schwierig.
Besonders widersprüchlich ist für mich, dass einerseits Eigenverantwortung und Freiraum propagiert werden, andererseits aber eine sehr starke Kontrolle stattfindet.

Kommunikation

Kritik und Verbesserungsvorschläge sind aus meiner Erfahrung heraus nicht wirklich erwünscht. Vorschläge werden zwar angehört und zur Kenntnis genommen, bleiben anschließend aber häufig im „Hinterkopf“, ohne dass daraus konkrete Veränderungen entstehen.

Besonders frustrierend ist, wie lange es teilweise dauert, bis sinnvolle Vorschläge überhaupt aufgegriffen und bearbeitet werden. Am Ende bleibt häufig der Eindruck: Man darf seine Meinung äußern, verändert hat sich dadurch trotzdem nichts.

Auch aus persönlichen Gesprächen unter den Mitarbeitern entsteht für mich immer wieder ein ähnliches Bild. Viele Themen werden untereinander offen besprochen. Dabei entsteht zunehmend der Eindruck, dass Entscheidungen und Vorgaben häufig von weiter oben kommen und anschließend über mehrere Ebenen nach unten weitergegeben werden.

Gleichberechtigung

Die Aufgaben sind durchaus vielfältig. Man arbeitet allerdings in erster Linie seine Aufgaben ab. Vielfältig bedeutet dabei nicht automatisch abwechslungsreich oder interessant. Es gibt Aufgaben, die gerne gemacht werden, und andere, die eher erledigt werden müssen. Insgesamt fehlt mir hier zunehmend das Gefühl, dass Vielfalt auch mit echter Gestaltungsmöglichkeit verbunden ist.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben an sich sind durchaus interessant. Das Problem liegt für mich weniger in den Tätigkeiten als in der Menge. Immer mehr Aufgaben kommen hinzu, gleichzeitig bleibt die verfügbare Zeit begrenzt. Dadurch geht irgendwann genau das verloren, was eigentlich Spaß an interessanten Aufgaben machen könnte.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.