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HSBC 
Deutschland
Bewertung

Alles nicht (mehr) so einfach..

2,5
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich IT bei HSBC in Düsseldorf gearbeitet.

Arbeitsatmosphäre

Vor wenigen Jahren noch eine selbständig agierende Bank, heute eine Branch, auch wenn es rechtlich noch nicht umfirmiert ist. Früher eigene Entscheidungen, eigene IT, schnelle Lösungen. Heute Arbeit nach Anweisung, vorgegebene weltweite Prozesse, null Selbständigkeit, zudem Einsparungen an jeder Ecke. Und nein, die lokalen Stellen werden gar nicht abgebaut, die werden nur "verlagert" (nach Polen oder Indien)... leider auch so eine tolle Vorgabe von Global.
Ach ja dann wäre da noch das neue Gebäude, auch bezeichnet als "modernster Arbeitsplatz Düsseldorfs". Schöne Kantine, eher schon ein Restaurant, lecker Essen. Viele moderne Besprechungsräume mit Videotelefonie. Die Großraumbüros sind riesig und man hört jedes Wort der anderen. Ich fühle mich dabei sehr beobachtet und unwohl. Einen festen Platz hat man nicht, das wäre ja old school. Licht, Rollos und Temperatur kann man meines Wissens nicht steuern, es ist fast wie in einem Flughafenterminal. Leider sind die Parkplätze auch genau so teuer, 3-stellig im Monat, sofern man überhaupt einen bekommt. Große Dachfläche ohne Solarzellen, warum?

Kommunikation

Kommunikation innerhalb Deutschlands top, sobald es international wird eher flop. DE ist nur ein kleiner Teil weltweit und Anregungen interessieren nicht so wirklich. Global hat man andere Prioritäten und nimmt keine Rücksicht auf DE. Selbst die guten Jahresergebnisse in DE wurden durch die insgesamt nicht so guten Ergebnisse anderer EU Länder kleingeredet. Das was dann auch der Grund den Boni in DE trotz super Ergebnissen extrem zu kürzen, da wir ja in Europa ein "Team" sind und unsere Ergebnisse gemeinsam zählen. Das war der größte Management-Fail ever.

Work-Life-Balance

Home-Office und flexible Arbeitszeiten. Die Kirsche auf der Torte wäre nur noch die Erlaubnis aus dem Ausland arbeiten zu dürfen. Ansonsten top.

Vorgesetztenverhalten

Mas sitzt mit den direkten Vorgesetzten im selben Boot und wird von der Strömung der Themse getrieben. Man kann paddeln, links, rechts, schneller, langsamer werden, aber die Richtung bestimmt der Fluss. Der Vorteil am Fluss ist, dass man sich auch treiben lassen kann und dennoch am Ziel ankommt. Nach kurzem Treiben bin ich persönlich am Ufer ausgestiegen und habe mir einen See gesucht, bei dem mein Team Richtung und Geschwindigkeit selbst bestimmen und mir eigener Kraft erreichen kann.

Interessante Aufgaben

Interessante Aufgaben nahmen antiproportional mit der Auslagerung der Prozesse an das globale Team ab. Man ist in DE halt nur noch eine Branch und muss leisten was andere befehlen. Leider null Selbständigkeit mehr.

Gleichberechtigung

Zumindest was die zahlreichen Aussagen des globalen Intranets und der Newsletter betrifft, setzt man sehr auf ein buntes und offenes Miteinander - und das weltweit. Ich kann mir vorstellen, dass es in manchen Ländern Mut braucht, sich als Unternehmen so klar zu positionieren. In wie fern das dort auch gelebt wird, kann ich nicht beurteilen. Wenn ich das an höhere Management denke, fallen mir aber fast nur Männer ein.

Arbeitsbedingungen

Sehr entspannt. Besonders die super langsame IT zwingt einen bei jedem Klick 10 Sekunden zu entspannen und gibt Zeit nachzudenken, bis sich ein Fenster öffnet. Lotus Notes steht auf der Tagesordnung, zwar immer weniger aber so richtig weg kommt man davon nicht. Insgesamt könnte man die Produktivität um 30% steigern, wenn man nicht auf die IT warten müsste. Dazu noch intransparente Prozesse, die globalisiert wurden. Man weiß gar nicht mehr wer auf der Welt wofür zuständig ist. Da kann es schon mal gut 2 Wochen dauern bis ein neuer Consultant technisch ongeboarded ist. Mal etwas priorisieren oder nach dem Bearbeitungsstand erfragen, keine Chance. Entsprechend ist die Abarbeitungszeit und die Qualität der Ergebnisse. Die Auslagerung der Prozesse gab der Effektivität den letzten Rest. Ein produktives Arbeiten ist so nicht möglich.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Man kann meiner Meinung nach als Großbank nicht sozial-gerecht UND gleichzeitig erfolgreich sein. In Bereichen wo es wirtschaftlich ist, geht die Bank natürlich mit, siehe Großinvestments in nachhaltige Produkte, riesige Solarparks und Energieprojekte in ärmeren Ländern, etc. Das nutzt man dann auch fürs Image. Wenn sich aber etwas schlecht auf das Geschäft auswirkt, wird es umgangen siehe z.B. die Hong-Kong Politik. Trotz massiven Menschenrechtsvertößen durch China, habe ich seitens der Bank keine einzige Stellungnahme mitbekommen, trotz dass sie vor Ort groß vertreten ist. Selbiges Verhalten bei der Russlandpolitik, einfach mal kurz googeln.

Gehalt/Sozialleistungen

Bank halt. Zwar nicht so bombig wie vor der Bankenkriese aber immer noch über Durchschnitt würde ich sagen.

Karriere/Weiterbildung

Es wurde intern ein Budget genannt, das pro MA pro Jahr für Weiterbildungen zV steht. Demnach bräuchte man ca 5-8 Jahre bis man ein externes IT Seminar besuchen kann. Interne gibt es "Seminare" in Form von e-Learning, was nichts weiter ist als Videoschauen.


Kollegenzusammenhalt

Umgang mit älteren Kollegen

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