HSBC Continental Europe - das bislang letzte Kapitel eines langen Niedergangs.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Kollegialität im Team.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
"Siehe oben". Ich habe den Eindruck, dass durch die Eingliederung als "Branch" in die HSBC Continental Europe SA die Entscheidungskompenz des lokalen Managements weiter geschrumpft ist.
Verbesserungsvorschläge
Seien Sie ehrlich zu Ihren Mitarbeitern. Setzen Sie sich für eine bessere Vergütung ein.
Arbeitsatmosphäre
Meine unmittelbarer Kollegen waren nett, die Atmosphäre wird aber deutlich durch inzwischen jahrelange Arbeitsbelastung, erratische Strategieschwenks und mangelnde Wertschätzung durch das Management beeinträchtigt.
Image
Unter meinen Kollegen käme wohl niemand auf die Idee, seinen Kindern zu einem Job bei HSBC zu raten. Dem Lebenslauf mag der Name HSBC noch einen gewissen Glanz verleihen.
Work-Life-Balance
"Es kommt darauf an". Formal großzügige Homeoffice-Regelung. Hohe Arbeitsbelastung, eher unterdurchschnittliche Bezahlung. Unsicherheit durch andauernde Umstrukturierung.
Karriere/Weiterbildung
Oh je! Pro Jahr gilt es, ca. ein Dutzend "Pflichtschulungen" zu absolvieren. Diese finden in der Regel online, häufig in Form zu ledender Dokumente bzw. vorproduzierter Videos statt. Wegen sich ständig wiederholender oder trivialer Inhalte ist der Erkenntnisgewinn sehr gering. Es existiert eine hochtrabend als "HSBC University" bezeichnete Online-Lernplattform, die ich wegen hoher Arbeitsbelastung nicht nutzen konnte. Die Teilnahme an externen Konferenzen ist in meinem Fall aus Kostengründen nicht mehr möglich gewesen.
Gehalt/Benefits
Ich wurde zuletzt unterdurchschnittlich bezahlt
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Formal hohe Ansprüche, die der Realität nicht gerecht werden.
Kollegenzusammenhalt
In meiner Abteilung verlief die Zusammenarbeit weitgehend harmonisch, obwohl - vielleicht aber auch gerade weil - eine negative Einschätzung des Arbeitgebers weitgehend geteilt wurde. Viele Kollegen stehen vor dem Problem, dass ein Arbeitgeberwechsel durch objektive und subjektive Hindernisse deutlich erschwert wird. Einige Mitarbeiter kündigten aus Resignation, ohne einen adäquaten neuen Job in Aussicht zu haben.
Umgang mit älteren Kollegen
In meinem Umfeld werden ältere Kollegen durch überproportionale Kürzungen der variablen Vergütung, ausbleibende Beförderungen bzw aktive Degradierungen, direkte Ansprache, usw., aus dem Job gedrängt.
Vorgesetztenverhalten
Ab der Ebene der Bereichsleitung aufwärts sind Intrigen an der Tagesordnung. Glauben Sie nichts, das Ihnen nicht schriftlich zugesichert wird. Das Ausmaß der Unaufrichtigkeit ist erschütternd. Die handelnden Personen sind ihrerseits einer ähnlichen Situation in Bezug auf die nächsthöheren Ebene ausgesetzt.
Kommunikation
Spätestens seit Covid-19 setzt HSBC forciert auf "Communication" - formal also volle Punktzahl. Beim Informations- und Wahrheitsgehalt sieht es leider deutlich schlechter aus. Die für die meisten Mitarbeiter entscheidenden Themen, z.B. Stellenabbau, Sozialpläne, spielen kaum eine Rolle. "Alles ist gut!" Immerhin: Neben Kochrezepten findet die Berichterstattung über DEI-Angebote weiten Raum.
Formale Gesprächsangebote ("Exchangemeeting", Feedback-Gespräche) wurden meinen Erwartungen nicht gerecht.
Gleichberechtigung
HSBC ist spät auf den DEI-Zug aufgesprungen, setzt die Ziele aber konsequent um. Wenn Sie am Anfang Ihrer Karriere stehen und der Zielgruppe angehören, können Sie wahrscheinlich von angestrebten Quoten bei Stellenbesetzungen und Beförderungen profitieren.
Interessante Aufgaben
Ich bin seinerzeit aus Interesse an der Arbeit zu HSBC gewechselt. Mein Aktionsradius wurde in den letzten Jahren zunehmend eingeengt und kleinteilig reglementiert. Folge ist eine größere Eintönigkeit gepaart mit einer zunehmenden Anzahl sinnfreier, sich ständig wiederholender "Nebentätigkeiten".

