Ihr Unternehmen?

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Hygiene-Institut 
des 
Ruhrgebiets
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Die „schöne“ Fassade beginnt sichtbar zu bröckeln

3,1
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung bei Hygiene-Institut des Ruhrgebiets in Gelsenkirchen gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Es gibt viele kleine Benefits wie mobiles Arbeiten, Gleitzeit, Jobrad, Zuschuss zum Deutschlandticket. All das gleicht aber die schlechte Bezahlung und die Arbeitsatmosphäre nicht mehr aus.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Die Geschäftsführung und der Teil der Verwaltung mit Personalaufgaben muss seinen Aufgaben endlich gerecht werden. Wir können es uns nicht mehr erlauben Führungslos umherzuirren und auf dem Weg alle guten und motivierten Mitarbeitenden (inkl. Führungskräfte) zu verlieren.
Der zwanghafte Versuch aus dem Institut ein Forschungsinstitut zu machen. Wir waren immer Dienstleister und hier liegen auch unsere Kompetenzen und damit verdienen wir auch unser Geld. Wer forschen möchte sollte lieber an eine Uni gehen.

Verbesserungsvorschläge

Die Geschäftsführung und der Teil der Verwaltung mit Personalaufgaben, sollte anfangen auch so zu arbeiten oder aber die Stellen müssen kompetent neu besetzt werden. Gefühlt sind wir führungslos. Auch sollte davon Abstand genommen werden zwanghaft aus dem Institut ein Forschungsinstitut zu machen. Wir sind nun mal ein Dienstleistungsunternehmen und damit verdienen wir auch unser Geld. Die Kommunikation muss deutlich transparenter gehalten werden, gleichzeitig dürfen vertrauliche Themen aber nicht aus einem bestimmten Personenkreis nach außen in den Flurfunk geraten. Man sollte sich realistische Ziele setzen und die großen Probleme angehen und sich auch einmal trauen etwas zu investieren. Ein Quartalskuchen, auch wenn das ein angenehmeres Thema ist, hilft da leider nicht und dahinter kann man sich auch nicht verstecken.

Arbeitsatmosphäre

Sie wird zunehmend schlechter. Die Geschäftsführung versucht die Mitarbeiter mit Quchen (ja, das heißt wirklich so…), Plätzchen, die einmal im Quartal im Büro des Geschäftsführers an die Mitarbeitenden ausgegeben werden (sogar in der Arbeitszeit!), bei Laune zu halten. Die eigentlichen Probleme, zum Beispiel, dass innerhalb eines halben Jahres drei junge und motivierte Abteilungsleiter aus einem Fachbereich gekündigt haben, scheint ignoriert zu werden.

Image

Nach außen hin vermutlich noch gut, da das Institut über Jahrzehnte einen guten Ruf aufgebaut hat. Aber gefühlt wird es immer chaotischer und die Qualität der Dienstleistungen nimmt ab, sodass das Bild auch nach außen hin nicht mehr ewig aufrecht gehalten werden kann. Die Kündigungen in auf der Abteilungsleiterebene werden sicherlich noch dazu beigetragen haben.

Work-Life-Balance

Das kommt auf den eigenen Anspruch an. Man kann ein sehr entspanntes Leben haben, da es selten Konsequenzen gibt. Wer etwas erreichen möchte kann sich aber auch bis ins Burnout (diese Fälle gab und gibt es leider) arbeiten, da zwar von der Geschäftsführung immer Unterstützung versprochen wird, diese aber nie eintritt.

Karriere/Weiterbildung

Weiterbildungen sind gewünscht und werden gefördert. Wer aber Ambitionen hat und etwas erreichen möchte, kündigt früher oder später, da die Uhren am Institut noch immer sehr sehr langsam laufen und jegliche Motivation etwas zu ändern langsam aber sicher erstickt wird.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt ist insgesamt sehr niedrig (ca. 20% unter dem TVÖD). Es wurde zwar angepeilt bis 2029 sich an den TVÖD anzugleichen, aber jeder weiß, dass dieses öffentlich ausgesprochene Ziel, utopisch, da wir niemals so eine so starke Gewinnsteigerung erreichen werden. Dies ist schlichtweg Träumerei der Geschäftsführung. Jene, die im oberen Teil der Hausinternen Tariftabelle sind, kommen gut über die Runden, auch wenn sie woanders deutlich mehr verdienen würden. Diejenigen, die sich aber im unteren Teil der Tabelle wiederfinden, sind im wahrsten Sinne des Wortes arm dran. Wer womöglich alleine wohnt und alle Kosten alleine Tragen muss, kann sich oft trotz Vollzeitjob keinen kleinen Urlaub im Jahr erlauben, was ich schon oft mitbekommen habe und sehr traurig finde.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Nach außen hin bemüht man sich aber hier wird auch zum Teil Green-washing betrieben. Beispiel: Es wird mit Hybriedfahrzeugen in der Flotte „geworben“. Es gibt 2-3 Hybridautos von vllt. 20-25 Autos. Es gibt eine sehr langsame Ladesäule, die auch defekt ist. Diese Säule reicht aber nicht dafür aus, dass die Außendienstmitarbeiter ihr Auto in der Zeit, in der sie im Institut sind, zu laden. Ansonsten fahren die meisten mit zum Teil sehr alten und ineffizient Verbrennern.

Kollegenzusammenhalt

Ist in den meisten Abteilungen und auch zwischen den Abteilungen, so wie ich es mitbekomme, meist sehr gut und oft der einzige Grund, warum nicht gekündigt wird.

Umgang mit älteren Kollegen

Innerhalb der Kollegen einwandfrei. Allerdings zeigt die Geschäftsführung und der für Personal zuständige Teil der Verwaltung gerade bei z.B. Kündigungen langjähriger Mitarbeiter oder bei denen, die in den Ruhestand gehen, viel zu wenig Wertschätzung.

Vorgesetztenverhalten

Die meisten versuchen menschlich und fair zu sein.

Arbeitsbedingungen

Momentan eher schlecht. Die Motivation ist aufgrund der vielen kleinen und großen Probleme und Baustellen, die neu aufgemacht werden, am Tiefpunkt. Auch hapert es noch an gescheiter Hardware, woran aber nun zum Glück endlich konsequent gearbeitet wird. Man muss nur Geduld mitbringen, da am Hygiene-Institut alles drei Mal so lange dauert wie normal.

Kommunikation

Das einzige, was halbwegs gut funktioniert, ist der Flurfunk. Hier werden aber auch schon mal vertrauliche Sachen weiter getragen, wo man nicht weiß, wie sie es in den Flurfunk geschafft haben. Es gibt zwar nun „regelmäßige“ Betriebsversammlungen aber hier wird sich teilweise widersprochen oder zurückgerudert, was die Mitarbeitenden nur verunsichert, frustriert und auf Dauer demoralisiert.

Gleichberechtigung

Es werden keine Unterschiede genacht

Interessante Aufgaben

Das kommt auf den Aufgabenbereich an. Es gibt neue und spannende Methoden aber auch langweilige Routine, was aber normal ist und überall vorzufinden ist.

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Arbeitgeber-Kommentar

Dr. Thomas-Benjamin Seiler, Geschäftsführender Direktor
Dr. Thomas-Benjamin SeilerGeschäftsführender Direktor

Vielen Dank für deine Bewertung. Ich finde es schade, dass du dich am Hyg so unwohl fühlst, dass du uns als Arbeitgeber nicht weiterempfehlen kannst. Ich muss hier zunächst einige Dinge richtigstellen:

1. Wir sind nicht führungslos. Wenn dem so wäre, hätte der Vorstand schon längst interveniert.
2. Das Hyg soll kein Forschungsinstitut werden. Hier wurde schon immer Forschung gemacht und ich greife diese Tätigkeiten aus drei Gründen wieder verstärkt auf: Erstens macht auch Forschung Umsatz, zweitens ist sie abwechslungsreich, sinnstiftend und gesellschaftsrelevant, und drittens ist sie ein wichtiges Instrument der Außendarstellung. Sehr viele Unternehmen, gerade KMU, beteiligen sich an Forschung.
3. Ich verstecke mich nicht hinter dem Quchen (genau, der heißt wirklich so). Er ist ein Angebot zum institutsweiten Austausch und damit zur Verbesserung der Kommunikation, nicht zum Bei-Laune-Halten unzufriedener Kolleg:innen.
4. Wir investieren sehr viel, auch mehr als viele andere, da wir wirtschaftlich entsprechend gut dastehen. Ich bin mit vielen Kolleg:innen der Branche im Austausch und kann daher auch gute Vergleiche zu anderen Prüflaboren ziehen.
5. Wir haben ein Strategiepapier. Wenn die Ziele darin nicht relevant und realistisch wären, hätte der Vorstand es nicht genehmigt.
6. Wir ignorieren die Tatsache, dass diese drei Kolleg:innen gekündigt haben, nicht. Mit allen dreien hatte ich Gespräche um aus ihren Beweggründen meine Schlüsse zu ziehen.
7. Wir sehen keine Hinweise auf eine allgemein abnehmende Qualität unserer Dienstleistungen. Es gibt Schwierigkeiten in einer Abteilung. Hier geht es aber um die Qualität des Prozesses (z.B. Kundenkommunikation), nicht um das Ergebnis der Dienstleitung.
8. Es gibt natürlich Konsequenzen, wenn den AL oder mir Arbeitshaltungen/Verhaltensweisen ansich bekannt werden, die dem Team schaden. Dafür gibt es Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit.
9. Ich habe nie personelle Unterstützung versprochen, die dann nicht gekommen ist.
10. Unser Strategiepapier sieht entsprechende Gehaltssteigerungen bis Ende 2029 vor. Dieses Ziel passt zur geplanten Umsatzrentabilität sowie der Kostensenkung durch Effizienzsteigerungen in den nächsten Jahren. Es ist keine Träumerei. Wir haben unsere Gehälter seit meinem Antritt stark gesteigert und liegen bei Laborkräften im unteren Mittelfeld der Branche. Unser Stundenlohn ist durch die 37h-Woche dagegen ordentlich. Dazu kommen unsere geldwerten Benefits. Ohne Profitinteressen Dritter werden Überschüsse vornehmlich in die Menschen investiert. Mehr geht nicht. 
11. Wir betreiben kein Greenwashing, aber wir werben auch nicht mit unseren bisher noch wenigen Hybridfahrzeugen. Sie sind lediglich Teil einer internen Auflistung von umweltrelevanten Aktivitäten. Die Flotte besteht noch größtenteils aus Verbrennern, weil eine Zeit lang unser bevorzugtes Modell schlicht nicht mehr als Hybrid lieferbar war. Die Ladesäule war nicht defekt, sondern die App zur Nutzung wurde eingestellt. Es hat gedauert, bis der Anbieter eine neue App zur Verfügung gestellt hat. Die Ladesäule war bei Beschaffung die für Hybridfahrzeuge passende.
12. Nur um diesem Eindruck entgegen zu treten, wir kündigen keinen langjährigen Mitarbeiter:innen aufgrund ihres Alters. Selbst wenn wir das wollten, würde der Betriebsrat das nicht zulassen.
13. Wir modernisieren unsere komplette IT-Infrastruktur. Das dauert, wenn man es richtig und nachhaltig macht, egal in welchem Unternehmen. Tatsächlich kommen wir aufgrund unserer wirtschaftlichen Gesundheit und kurzer Entscheidungswege viel schneller voran als andere.

Außerdem empfinde ich es als unverschämt ggü. allen, die am Hyg arbeiten, zu behaupten, dass die guten und motivierten gehen.

Ich gebe dir Recht, dass die Kommunikation am Hyg noch verbesserungswürdig ist. Das ist auch ein erklärtes Ziel des Strategiepapiers. Allerdings haben wir mit vierteljährlichen Belegschaftsversammlungen, regelmäßigen Informationen im Intranet, Rundmails, Informationsfluss über die Abteilungsleitungen in die Teambesprechungen, vielen Meetings zu spezifischen Themen, Gesprächen auf dem Flur oder z.B. beim Quchen schon viel verbessert.

Solltest du mir mitteilen wollen, warum du das Gefühl hast, wir seien führungslos, warum du mich und die für Personal zuständigen Kolleg:innen für inkompetent hälst, wo die Kommunikation noch transparenter sein sollte, aus welchem Personenkreis deines Erachtens nach der Flurfunk bedient wird, wie du zu dem Eindruck kommst, dass es bei schädigenden Arbeitshaltungen keine Konsequenzen gibt, welche älteren Kolleg:innen wir nicht wertgeschätzt haben, wo der Wille zu Veränderungen erstickt wird, wo wir in einer Belegschaftsversammlung widersprüchliches gesagt oder zurück gerudert haben, lade ich dich herzlich ein dich bei mir zu melden. Meine Tür steht für eure Belange immer offen und ich bin immer bereit mich und das Hyg zu verbessern.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.