Gutes Frontend, intern fragwürdig
Gut am Arbeitgeber finde ich
Eine steile Lernkurve gibt es vor allem im Bereich der Selbstdarstellung. Wer sich gut verkaufen kann, wird gefördert.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Fundiertes Fachwissen (sowohl von jüngeren als auch von älteren Kollegen) wird oft ignoriert. Das gegenseitige Absichern von Führungskräften blockiert echte Innovationen.
Arbeitsatmosphäre
Der Einstieg gestaltete sich sehr positiv: Die Atmosphäre wirkte zu Beginn angenehm, ich fühlte mich willkommen und gut integriert. Im Laufe der Zeit zeigte sich jedoch eine starke Dynamik von Grüppchenbildung. Der spürbare wirtschaftliche Druck auf das Unternehmen wirkte sich nach meinem Empfinden negativ auf die Stimmung im Team aus. Der Umgangston im Team ist speziell: Man sollte eine sehr hohe Toleranz für gegenseitige Neckereien mitbringen. Was intern oft als Humor verstanden wird, kann nach meinem persönlichen Empfinden von Außenstehenden oder neuen Mitarbeitenden durchaus als Grenzüberschreitung oder verdecktes Mobbing wahrgenommen werden.
Kommunikation
Die Informationspolitik empfand ich als sehr selektiv. Wichtige Informationen flossen gefühlt nur in bestimmten Kreisen, was die Zusammenarbeit erschwerte. Viele offizielle Kommunikationsmittel wirkten phrasenhaft,oberflächlich und mechanisch anstatt echten Mehrwert zu bieten. Zudem hatte ich den Eindruck, dass sich das Unternehmen stark mit sich selbst, internen Meetings und internem Selbstmarketing beschäftigt. Ein fundiertes fachliches Verständnis dafür, wie modernes Marketing außerhalb des Unternehmens erfolgreich funktionieren sollte, habe ich in der Praxis leider vermisst.
Vorgesetztenverhalten
Ausbaufähig. Fachkompetenz schien bei der Auswahl von Führungskräften eine untergeordnete Rolle zu spielen. Wenn man fachlich argumentierte, wurde es leider schnell persönlich und unsachlich.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Mehr Schein als Sein. Während nach außen (z. B. auf LinkedIn) gerne mit medienwirksamen Aktionen wie Baumpflanzungen geworben wird, sah die Realität vor Ort für mich anders aus: Um die gepflanzten Bäume kümmert sich gefühlt niemand mehr, ein Schutz vor Umwelteinflüssen fehlt.
Im Alltag wird Umweltbewusstsein kaum gelebt: Das Thema Nachhaltigkeit wird nach meinem Empfinden im Alltag kaum gelebt und weicht stark von der Außendarstellung ab. Das grüne Image wirkt auf mich daher leider wie reines Marketing. Auch beim täglichen Ressourcenverbrauch zeigte sich für mich eine Diskrepanz zum ökologischen Anspruch: Statt auf umweltfreundliches Leitungswasser zu setzen, wird stilles Wasser in Glasflaschen über Lieferdienste per Auto mit Verbrennungsmotor bestellt. Da ein Großteil der Belegschaft die Nutzung von Leitungswasser ablehnte, entsteht hier durch den Transport und die Logistik der Flaschen ein vermeidbar hoher CO2-Ausstoß, was meinem Verständnis von gelebter Nachhaltigkeit widerspricht.