Das Team ist der größte Pluspunkt
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Team bei Planted ist ein absolutes Highlight. Ich habe es selten erlebt, dass Kolleginnen und Kollegen so an einem Strang ziehen und zusammenhalten. Auch die ursprünglich Idee hinter Planted ist gut, genauso wie die Möglichkeit, sehr flexibel (im In- und Ausland) remote arbeiten zu können.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Als größte Schwächen empfinde ich den Führungsstil, Teile der Führungsebene und die Kommunikation. Mikromanagement und hoher Druck führen zu einer sehr belastenden Arbeitsatmosphäre.
Verbesserungsvorschläge
Schätzt das Team wert. Ohne den Teamzusammenhalt (unterhalb der Führungsebene) und die Motivation eines jeden Einzelnen, echten Impact zu bewirken, wäre Planted nicht so weit gekommen. Transparenz, Wertschätzung und Vertrauen in die Mitarbeitenden würden viele Probleme umgehen. Auch die Fähigkeit zur Reflexion auf Führungsebene ist dringend erforderlich.
Arbeitsatmosphäre
Aus meiner Sicht war die Arbeitsatmosphäre von ständigem Druck und regelmäßigem Einmischen der Führungsebene (Mikromanagement) geprägt. Es fehlt an Wertschätzung und Lob gibt es nach meinem Empfinden nur, wenn es für die Führungsebene irgendeinen Nutzen hat.
Die Atmosphäre innerhalb der Teams an sich habe ich als sehr positiv erlebt. Alle helfen sich gegenseitig, haben ein offenes Ohr und sind unterstützend. Man merkt, dass jeder Einzelne etwas verändern und positiven Impact schaffen möchte. Von oben wurde das leider oft ausgenutzt.
Kommunikation
Die Kommunikation ist für mich eine der größten Schwachstellen. Es fehlt an vielen Ecken an Transparenz, die Strategie ändert sich häufig und wird teils nur halb ausgearbeitet vorgestellt – so zumindest mein Eindruck. Auch die Ziele waren gefühlt jeden Monat andere.
Auch personalbedingte Themen - besonders mit Fokus auf Abgänge - wurden kaum kommuniziert, was bei mir ein komisches Gefühl hinterlassen hat.
Kollegenzusammenhalt
Das Team an sich ist ein Traum! Menschlich sind alle auf einer Ebene und haben Bock, einen positiven Impact für die Welt zu schaffen. Ein Glück für das Unternehmen, das die Mitarbeitenden und ihre Arbeit viel mehr wertschätzen sollte. Aus meiner Sicht sind viele Mitarbeitenden nur wegen des tollen Teams so lang geblieben.
Work-Life-Balance
Geworben wird mit flexiblen Arbeitszeiten, aber ich habe das anders erlebt. Ich hatte den Eindruck, dass eine Anwesenheit von 9 bis mindestens 18 Uhr erwartet wurde. Unabhängig davon, wann man angefangen hat, wurde erwartet, lange zu bleiben. Wer früher kommt, wird dabei nicht gesehen und erhält meiner Erfahrung nach schon mal eine Nachricht mit der Frage, warum man „schon jetzt“ Feierabend macht.
Überstunden wurden meinem Empfinden nach vorausgesetzt und konnten nicht abgebaut werden. Auch wenn man krank war, wurde oft darauf gedrängt, möglichst schnell wieder zurückzukommen. Wegen des hohen Drucks haben sich - so ich es mitbekommen habe - Kolleginnen und Kollegen oft gar nicht erst krank gemeldet.
Positiv ist die Möglichkeit, remote zu arbeiten – ob im Home Office oder auf Workation im Ausland.
Vorgesetztenverhalten
Die direkten Teamleads waren meist super: respektvoll und wertschätzend. Die Ebene darüber zum Teil sehr schwierig. Oft schien es, als würde ein Einzelner in der Führungsebene nach Lust und Laune entscheiden. Hinzu kam Mikromanagement und fehlendes Vertrauen in die Mitarbeitenden.
Gespräche mit der oberen Ebene erschienen mir teils manipulativ - ein echtes Gespräch auf Augenhöhe war in Feedback- oder Gehaltsgesprächen schwierig. Feedback geben erschien mir generell immer schwierig, da ich das Gefühl hatte, es könnte gegen mich verwendet werden.
Wertschätzung gibt es so gut wie keine und Lob nach meinem Empfinden nur, wenn es den eigenen Interessen dient und damit etwas bezweckt werden sollte.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben an sich habe ich als spannend und vielseitig empfunden. Man deckt eine Vielzahl an Themen und Tätigkeiten ab, die sich im Laufe der Zeit immer wieder verändern. Langweilig wird es dabei nie.
Negativ ist, dass einzelne Mitarbeitende mit der Zeit auf ganz andere Positionen versetzt wurden und Aufgaben übernehmen mussten, auf die sie sich ursprünglich nicht beworben hatten und die nicht ihrem eigentlichen Tätigkeitsbereich entsprachen. Ein weiterer Punkt ist, dass Mitarbeitende, die Planted verlassen haben, häufig nicht ersetzt wurden. Die anfallenden Aufgaben wurden stattdessen auf das verbleibende Team verteilt und kamen so zusätzlich zu einem ohnehin bereits hohen Workload hinzu.
Gleichberechtigung
Gerade Start-ups schmücken sich oft mit den Labels Gleichberechtigung und Diversity. So auch hier. Allerdings wurden alle Arbeiten rund um das Thema "Care Arbeit" meist an weibliche Angestellte übergeben. Das Gleiche gilt für die Eventplanung. Die oberen Positionen sind zum größten Teil mit Männern besetzt und Diversität war im gesamten Unternehmen nicht wirklich vorhanden.
Umgang mit älteren Kollegen
Das gesamte Team war recht jung, teilweise habe ich es schon fast als „extra so ausgewählt“ empfunden. Der Umgang mit den wenigen „älteren“ Kolleginnen und Kollegen war aus meiner Sicht gut. Langdienende Kolleginnen und Kollegen wurden meiner Meinung nach nicht besonders gefördert - befördert wurde, wer sich am besten verkaufen und reden kann.
Arbeitsbedingungen
Das Büro in Berlin ist super gelegen und schön. Das Kölner Büro befindet sich ebenfalls in einer Toplage und könnte sehr schön sein, würde regelmäßig saubergemacht und aufgeräumt werden. Zum Wohlfühlen lädt es aufgrund des Chaos eher nicht ein. Allein einigen wenigen weiblichen Kolleginnen ist es zu verdanken, dass immer mal aufgeräumt wird.
Positiv ist die technische Ausstattung (wenn man aktiv danach fragt), dass man einen eigenen Bildschirm für das Home Office bekommt und das im Büro immer eine relativ großer Auswahl an Kaltgetränken vorhanden ist.
Karriere/Weiterbildung
Auch wenn mit Weiterbildungen geworben wird, finden diese oft nur statt, wenn sie einen Vorteil für das Unternehmen bieten. Ob man Interesse an der Weiterbildung hat oder diese nützlich findet, steht dabei aus meiner Sicht nicht immer im Vordergrund.