Spannende Zeiten mit klarer Veränderungsdynamik
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das ursprüngliche Markenimage hatte einen starken Wiedererkennungswert und war im Markt angesehen.
Die Produkte waren früher technisch innovativ und designorientiert – das war motivierend im Vertrieb.
Die Möglichkeit, eigenverantwortlich zu arbeiten, war (je nach Führungskraft) gegeben.
Internationale Ausrichtung durch Marcolin kann Chancen bieten – wenn sie strategisch sinnvoll genutzt wird.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Häufige Führungswechsel führten zu Instabilität und Orientierungslosigkeit im Team.
Kommunikation war oft intransparent – viele Entscheidungen wirkten willkürlich oder wurden nicht nachvollziehbar erklärt.
Der Umgang mit Qualität hat sich spürbar verschlechtert: auffällige Materialprobleme, Lackfehler, Brüche – das führt zu Kundenreklamationen und einem Vertrauensverlust im Markt.
Der ursprüngliche Spirit der Marke wurde durch Konzernvorgaben ersetzt – vieles wirkt inzwischen beliebig und profillos.
Verbesserungsvorschläge
Aufrichtigkeit gegenüber Kunden und Partnern wieder in den Fokus rücken. Das Vertrauen in die Marke leidet spürbar unter Qualitätsproblemen – etwa bei Lackierungen, Brüchen und der allgemeinen Materialanmutung.
Qualität darf nicht dem Rotstift geopfert werden – ic! berlin war einmal ein Synonym für hochwertige, langlebige Produkte.
Mitarbeitende sollten wieder mehr eingebunden und ernst genommen werden – nicht nur als Ausführende, sondern als Teil der Marke.
Führung braucht Kontinuität und Fachkompetenz, nicht nur Reporting-Mentalität.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre im Team war grundsätzlich kollegial. Der Stil war geprägt von direkter Kommunikation, was in hektischen Phasen herausfordernd sein konnte. Seit der Übernahme durch Marcolin hat sich die Kultur spürbar gewandelt – Prozesse wurden straffer, die Dynamik internationaler, aber auch weniger familiär.
Image
ic! berlin war eine starke, authentische Marke mit Wiedererkennungswert, Innovationsgeist und einem klaren Design-Statement. Seit der Übernahme durch Marcolin hat sich das deutlich verändert. Viele Mitarbeitende empfinden, dass der ursprüngliche Spirit verloren ging – kreative Freiheit wurde durch Konzernstrukturen ersetzt. In den Augen einiger fühlt es sich an, als sei die Marke “entkernt” worden. Nach außen wirkt das Produkt weiter hochwertig, aber intern wurde viel von dem zerstört, was ic! ursprünglich besonders gemacht hat.
Work-Life-Balance
Die Balance war stark abhängig vom Gebiet und von der Zielvorgabe. Vertriebsdruck war vorhanden, aber mit etwas Organisation machbar.
Karriere/Weiterbildung
Nach der Übernahme durch den Konzern wirkte vieles diffus – klare Perspektiven oder Entwicklungsmöglichkeiten wurden kaum kommuniziert. Für den Außendienst gab es keine erkennbare Personalentwicklung oder gezielte Förderung. Wer Ambitionen hatte, musste Eigeninitiative zeigen, stieß aber schnell an strukturelle Grenzen.
Kollegenzusammenhalt
Ich habe keine negativen Erfahrungen gemacht. Vielfalt wurde im Alltag gelebt, zumindest auf kollegialer Ebene.
Umgang mit älteren Kollegen
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Vorgesetztenverhalten
Ein klarer Schwachpunkt. Während meiner Zeit im Unternehmen gab es häufige Wechsel in der Führungsebene, insbesondere im Vertrieb. Dadurch fehlte es an Kontinuität, strategischer Klarheit und Verlässlichkeit. Führungskräfte agierten oft kurzfristig und wirkten nicht immer ausreichend eingearbeitet oder präsent im Tagesgeschäft. Konstruktives Feedback oder langfristige Begleitung blieben dadurch auf der Strecke.
Kommunikation
Die Kommunikation war nicht immer transparent, besonders während der Umstrukturierungen. Entscheidungen wurden häufig kurzfristig getroffen und nicht immer klar begründet. Der Übergang zur neuen Konzernstruktur hätte durch mehr Einbindung der Mitarbeiter angenehmer gestaltet werden können.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war grundsätzlich marktüblich, aber wenig dynamisch. Leistungsbezogene Komponenten waren überschaubar und kaum motivierend. Sozialleistungen existierten im Grundrahmen, stachen aber nicht hervor. Wer langfristig beim Unternehmen bleibt, erwartet eigentlich etwas mehr Wertschätzung in dieser Hinsicht.
Gleichberechtigung
In der Theorie war Gleichberechtigung selbstverständlich, in der Praxis jedoch nicht immer erkennbar. Es gab gewisse Tendenzen, bestimmte Rollen oder Positionen eher bevorzugt zu besetzen – sei es nach Herkunft, Kontakten oder Konzernnähe. Wirklich gelebte Chancengleichheit war nicht durchgehend spürbar, vor allem in der Vertriebsstruktur.
Interessante Aufgaben
Das Potenzial für spannende Aufgaben war definitiv da – innovative Produkte, ein anspruchsvolles Kundenklientel und ein sich wandelnder Markt. Allerdings hing vieles stark vom jeweiligen Vorgesetzten ab: Wenn dieser engagiert und motiviert war, konnte man eigenverantwortlich arbeiten und sich weiterentwickeln. Leider war das nicht immer der Fall – bei weniger motivierter Führung fehlte es schnell an klarer Richtung und sinnvoller Einbindung.