Gut am Arbeitgeber finde ich
Die sogenannte "Freitagswurst" dreimal im Jahr und Waffeln einmal im Jahr.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Veraltete Führungsmethoden, wenig Lob, keine Wertschätzung und es wird tatsächlich nicht ausgebildet (fehlender Ausbildungsplan).
Verbesserungsvorschläge
Nicht nur reden und so tun, sondern tatsächlich (mehr) Wert auf die Mitarbeiter legen und weniger versuchen, nach außen ganz professionell und toll zu wirken, denn es herrscht sowieso schon eine hohe Fluktuation. Angefangen mit einem angenehmeren Arbeitsplatz mit schöneren Bildern an der Wand oder regelmäßigen Meetings, wo man tatsächlich mal auf die Mitarbeiter eingeht. Vielleicht sogar die Gründung eines Betriebsrats zulassen, denn das würde für eine arbeitnehmergerechte Atmosphäre sorgen. Es sollte echte Wertschätzung herrschen. Treue und langjährige Mitarbeiter sollten nicht mit einem kleinen Bonus zufriedengestellt werden, sondern die wohlverdienten Gehaltserhöhungen bekommen. Anstatt noch mehr Azubis für niedere Arbeiten einzustellen, sollte es eine echte Servicekraft geben, die gerne solche Sachen organisiert. Es sollte ein echter Ausbilder da sein, der Ahnung von dem Fachgebiet hat und bei Fragen gerne hilft. Außerdem sollte ein Ausbildungsplan erstellt werden, denn 90 % der relevanten Ausbildungsinhalte muss man sich hier selbst beibringen.
Arbeitsatmosphäre
Großraumbüros mit viel Lärm. Wenn man das mag, ist man hier richtig. Kopfhörer sind zum Glück geduldet, damit man bei Bedarf dem Lärm entfliehen kann. Gemeinsame Aktivitäten gibt es nur selten - aber da haben auch nur wenige Lust drauf.
Karrierechancen
Manchmal werden Azubis übernommen, manchmal nicht. Das kommt hier wohl auf Sympathie an, schätze ich mal - denn Leistung und Engagement werden nicht berücksichtigt. Die Qualität der Arbeit ist zwar nicht bei allen gleich, aber selbst ein ungelernter Praktikant kann hier per Drag-and-Drop ein Layout gestalten. "Wir bilden nicht für den Markt aus" wurde anfangs gepredigt - das hat sich wohl schnell geändert. Aufstiegschancen der Mitarbeiter sind nur da, wenn man sich ausreichend anbiedert und quasi das Mind-Set von ieQ durch und durch lebt.
Arbeitszeiten
Gleitzeit, die gar keine Gleitzeit ist. Kernarbeitszeit ist 09.00 bis 16.00 Uhr, man hat also im Grunde nur eine Stunde Puffer. Es wird erwartet, dass man Überstunden aufbaut, diese kann man bei Bedarf natürlich abbauen. Aber ausgezahlt bekommt man die Stunden nicht. Sobald man am Monatsende auch nur wenige Minuten im Minus ist, gibt es ein mahnendes Gespräch oder eine mahnende E-Mail und man wird aufgefordert, das Minus schnellstens auszugleichen. Das hat tatsächlich nichts mit Gleitzeit zu tun... Es werden je Arbeitstag pauschal 30 Minuten Pause abgezogen, auch wenn man diese mal nicht gemacht hat. Sobald man, auch nach bereits genommener 30-Minuten-Pause, über sechs Stunden am Stück gearbeitet hat, werden (erneut) pauschal 30 Minuten abgezogen. Angeblich legal.
Ausbildungsvergütung
Verglichen mit den Ausbildungsgehältern anderer Firmen zahlt ieQ tatsächlich überdurchschnittlich gut. Dafür sind die Gehälter der Festangestellten geradezu lächerlich gering...
Die Ausbilder
Ich hatte einen Ausbilder? Es stand so auf dem Papier aber Ahnung von dem Fachgebiet haben hier nur die Kollegen und Mitarbeiter... Leider werden Mitarbeiter, die ernsthaftes Interesse an einem Ausbilderschein haben, hier abgewimmelt. Kostet ja Geld und man verliert an Einfluss... Ein Ausbildungsplan ist nicht vorhanden.
Spaßfaktor
Spaß bedeutet Abwechslung und bei ieQ ist jeder Tag der selbe. Die ersten paar Monate Einarbeitung waren wirklich nett, denn es ist ja auch alles noch ganz neu. Leider haben sich die Aufgaben über den gesamten Ausbildungszeitraum kaum geändert und Eintönigkeit ist hier Alltag.
Aufgaben/Tätigkeiten
Niedere Arbeiten sind hier für Azubis Gang und Gäbe. Botenfahrten, Einkaufsfahrten, Kaffee kochen, Eindecken für Gäste und den "Leitungskreis", anschließendes Tische putzen, das Regeln der Kaffeekasse, Bestellen von Getränken, Verteilen von Briefen, Kaufen von Brötchen für interne und externe Termine, Tanken der Firmenwagen - selbst das Organisieren der internen Weihnachtsfeier gehört zum Aufgabengebiet der Azubis. Und trotz allem denkt die IHK, dass die ieQ-systems ein vorbildlicher Ausbildungsbetrieb sei. Dann gibt es seitens des "Leitungskreises" dafür aber einmal im Jahr ein Dankeschön-Essen extra für die Azubis. Damit ist dann für die Führungsebene alles ausgeglichen... Wertschätzung wird hier relativ kleingeschrieben: wertschätzung. Abgesehen davon, werden den Azubis nicht einmal ausbildungsrelevante und extrem wichtige Programme, wie Adobe InDesign, zur Verfügung gestellt. Die andere Software ist teils veraltet und teils nur auf bestimmten PCs zu benutzen. Man muss also extra Mitarbeiter von ihrem Platz verscheuchen, damit man ein bestimmtes Programm für ein paar Stunden nutzen darf. Kostet ja auch alles Geld. Die Aufgaben sind wie gesagt eintönig und anspruchslos.
Variation
Das meiste, was ich nun kann, habe ich mir selber beigebracht. Zu Anfang hat man noch 2-3 Einführungsschulungen, aber das sind auch nur Grundkenntnisse in HTML und CSS, die jedes Codecademy-Tutorial abdeckt. Den Print-Bereich der Ausbildung kann man hier ganz vergessen, da muss man sich leider rein auf die Schule verlassen. Ansonsten macht man ja jeden Tag das Gleiche und durch das neue System muss man nicht mal mehr HTML können...
Respekt
Es werden flache Hierarchien und Wertschätzung gepredigt, aber nicht gelebt. Die Azubis werden behandelt wie billige Arbeitskräfte. Respekt herrscht hier tendenziell nur untereinander, die Führungsebene ist herablassend und sobald irgendetwas nicht passt, wird sofort ein Mitarbeitergespräch geführt - und das selten auf wertschätzende, freundliche Art.