An den Inhaber: Qualifizierte Mitarbeitende verdienen qualifizierte Führung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv ist höchstens die lange Unternehmensgeschichte. Umso enttäuschender fand ich, wie wenig Wert aus meiner Sicht auf qualifizierte Führung, Verantwortung und die tatsächliche Zufriedenheit der Mitarbeitenden gelegt wird.
Eine derart gleichgültige Haltung gegenüber Fehlentscheidungen, schwacher Führung und ungenutztem Mitarbeiterpotenzial habe ich bisher bei keinem anderen Arbeitgeber erlebt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Langjährige Betriebszugehörigkeit bedeutet nicht automatisch fachliche oder persönliche Eignung für eine Führungsposition. In meinem Arbeitsbereich hatte ich den Eindruck, dass praktische Erfahrung teilweise mit Führungskompetenz gleichgesetzt wurde, obwohl Kenntnisse in Kommunikation, Mitarbeiterentwicklung und Konfliktlösung fehlten.
Bei der Auswahl und Weiterentwicklung von Teamleitungen und Teamcoaches sollte deutlich stärker auf Qualifikation, Führungsfähigkeit und einen respektvollen Umgang mit Mitarbeitenden geachtet werden. Werden Führungspositionen weiterhin ohne nachvollziehbare Qualitätsstandards besetzt, wird es aus meiner Sicht schwer, qualifizierte und motivierte Beschäftigte langfristig im Unternehmen zu halten.
Verbesserungsvorschläge
HR Business Partner und Teamleitungen sollten stärker darauf achten, wie ihr Verhalten das Ansehen des Unternehmens und die Motivation der Mitarbeitenden beeinflusst. Qualifizierte Fachkräfte und Hochschulabsolventen sollten nicht als Bedrohung wahrgenommen, sondern entsprechend ihrer Ausbildung, Kompetenz und ihres Potenzials eingesetzt und gefördert werden.
Unterschiede in Ausbildung und Fachwissen dürfen nicht zu Abwertung, Konkurrenzdenken oder persönlichen Konflikten führen. Führungskräfte sollten Kritik sachlich annehmen, eigene fachliche Grenzen erkennen und kompetente Mitarbeitende unterstützen, statt ihre Entwicklung zu blockieren.
Notwendig sind transparente Karrierewege, nachvollziehbare Auswahlkriterien für Führungspositionen und eine Unternehmenskultur, in der Leistung und Qualifikation wichtiger sind als persönliche Beziehungen oder Anpassungsbereitschaft. Andernfalls steigen Frustration, Fluktuation und Unzufriedenheit innerhalb der Belegschaft weiter an.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsbedingungen empfand ich als äußerst belastend. Der Geräuschpegel war in meinem Arbeitsbereich teilweise sehr hoch, und die Luftqualität machte auf mich einen schlechten Eindruck. Während der Arbeit waren Staub beziehungsweise feine Kunststoffpartikel in der Umgebung wahrnehmbar, wodurch ich zeitweise Beschwerden beim Atmen hatte.
Aus meiner Sicht wurden die Mitarbeitenden nicht ausreichend transparent über mögliche Belastungen, durchgeführte Messungen und geeignete Schutzmaßnahmen informiert. Ich hatte erhebliche Zweifel daran, ob Lärmschutz, Absaugung, Belüftung und persönliche Schutzausrüstung in meinem Arbeitsbereich ausreichend waren.
Der Arbeitgeber sollte die Lärm- und Luftbelastung durch unabhängige Fachstellen überprüfen lassen, die Ergebnisse offenlegen und wirksame Schutzmaßnahmen umsetzen. Sollten gesetzliche Grenzwerte überschritten werden, müssen die zuständigen Arbeitsschutzbehörden unverzüglich eingeschaltet werden.
Kommunikation
Die Kommunikation habe ich als sehr schlecht, unprofessionell und wenig wertschätzend erlebt. Informationen wurden häufig unklar, verspätet oder widersprüchlich weitergegeben. Rückfragen und sachliche Hinweise wurden nicht immer ernst genommen.
Bei einigen Führungskräften hatte ich den Eindruck, dass ihnen sowohl die fachliche Kompetenz als auch die notwendige Kommunikations- und Führungserfahrung fehlten. Besonders im Umgang mit qualifizierten Mitarbeitenden und Hochschulabsolventen wurden vorhandenes Fachwissen und berufliche Fähigkeiten aus meiner Sicht nicht angemessen berücksichtigt.
Statt eines respektvollen Austauschs auf Augenhöhe erlebte ich teilweise einen belehrenden Umgang, mangelnde Gesprächsbereitschaft und Entscheidungen, die fachlich nur schwer nachvollziehbar waren. Kompetenz schien nicht immer entscheidend zu sein; Hierarchie hatte nach meiner Wahrnehmung häufig einen höheren Stellenwert als sachliche Argumente.
Kollegenzusammenhalt
Ein echter Teamzusammenhalt war für mich kaum vorhanden. In meinem Arbeitsumfeld wurde unter vielen Kolleginnen und Kollegen überwiegend Russisch gesprochen, auch während gemeinsamer Arbeitsabläufe und Pausen. Mitarbeitende, die diese Sprache nicht verstanden, fühlten sich dadurch häufig ausgeschlossen und sozial isoliert.
Aus meiner Sicht fehlte eine gemeinsame, für alle verständliche Kommunikationskultur. Statt eines offenen und internationalen Teams entstanden getrennte Gruppen, zwischen denen nur wenig Austausch stattfand. Das erschwerte nicht nur die Zusammenarbeit, sondern wirkte sich auch negativ auf das Zugehörigkeitsgefühl und die Motivation aus.
Der Arbeitgeber sollte stärker darauf achten, dass arbeitsbezogene Kommunikation in einer gemeinsamen Sprache stattfindet und alle Nationalitäten gleichermaßen in das Team eingebunden werden.
Work-Life-Balance
Für Mitarbeitende im Schichtbetrieb ist eine ausgewogene Work-Life-Balance aus meiner Sicht kaum möglich. Die wechselnden Arbeitszeiten belasten Schlaf, Gesundheit und Privatleben erheblich. Freizeit, Familie und persönliche Termine lassen sich nur schwer zuverlässig planen.
Nach einer anstrengenden Schicht bleibt häufig kaum Energie für ein normales Privatleben. Besonders der Wechsel zwischen verschiedenen Schichten führt dazu, dass sich der gesamte Alltag nach der Arbeit richten muss. Auf individuelle Bedürfnisse und die persönliche Belastung wurde meiner Erfahrung nach zu wenig Rücksicht genommen.
Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass von Beschäftigten im Schichtsystem eine sehr hohe Flexibilität erwartet wird, ohne ausreichenden Ausgleich oder echte Unterstützung anzubieten.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten habe ich als wenig professionell, kaum wertschätzend und häufig nicht nachvollziehbar erlebt. Entscheidungen wurden aus meiner Sicht oft ohne ausreichende Erklärung getroffen, während Rückfragen oder sachliche Einwände nicht ernst genommen wurden.
Ein respektvoller Umgang auf Augenhöhe fand nur selten statt. Statt Mitarbeitende zu unterstützen und vorhandene Qualifikationen sinnvoll einzusetzen, entstand bei mir häufig der Eindruck, dass Hierarchie wichtiger war als Fachwissen, Leistung und Erfahrung.
Kritik wurde teilweise persönlich aufgenommen, während konstruktives Feedback und klare Führung fehlten. Besonders im Umgang mit qualifizierten Mitarbeitenden und Hochschulabsolventen mangelte es meiner Erfahrung nach an angemessener Kommunikation, Förderung und Anerkennung.
Insgesamt habe ich die Führungskultur als schwach, wenig transparent und demotivierend wahrgenommen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben empfand ich als wenig abwechslungsreich und kaum herausfordernd. Viele Tätigkeiten wiederholten sich täglich, sodass schnell Monotonie entstand.
Obwohl das Unternehmen seit Jahrzehnten am Markt tätig ist, hatte ich in meinem Arbeitsbereich nicht den Eindruck, dass sich Aufgaben, Prozesse oder Arbeitsmethoden wesentlich weiterentwickelt haben. Neue Ideen, Eigeninitiative und vorhandene Qualifikationen wurden aus meiner Sicht nur begrenzt genutzt.
Für Mitarbeitende, die fachliche Weiterentwicklung, kreative Aufgaben oder echte Verantwortung suchen, bietet die Tätigkeit meiner Erfahrung nach nur wenig Perspektive.
Gleichberechtigung
Von echter Gleichberechtigung konnte ich in meinem Arbeitsbereich wenig erkennen. Qualifikation, Ausbildung und fachliche Kompetenz wurden meiner Erfahrung nach nicht angemessen berücksichtigt. Auch gut ausgebildete Fachkräfte und Hochschulabsolventen wurden teilweise für einfache, überwiegend operative Tätigkeiten eingesetzt, ohne dass ihre Kenntnisse sinnvoll genutzt oder Entwicklungsmöglichkeiten angeboten wurden.
Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass Führungspositionen nicht immer nach nachvollziehbaren fachlichen Kriterien besetzt wurden. Entscheidungen und Karrierechancen schienen teilweise stärker von Hierarchie, persönlichen Beziehungen oder Anpassungsbereitschaft abzuhängen als von Leistung und Qualifikation.
Insgesamt fehlten mir faire Chancen, transparente Auswahlkriterien und ein respektvoller Umgang mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen.
Umgang mit älteren Kollegen
Einen besonders respektvollen oder wertschätzenden Umgang mit älteren Kolleginnen und Kollegen habe ich bei igus insgesamt nicht wahrgenommen. Langjährige Erfahrung und vorhandenes Wissen wurden aus meiner Sicht nicht ausreichend anerkannt oder sinnvoll genutzt.
Statt ältere Mitarbeitende gezielt einzubeziehen und von ihrer Erfahrung zu profitieren, hatte ich teilweise den Eindruck, dass ihre Anliegen und Belastungsgrenzen zu wenig berücksichtigt wurden. Auch im täglichen Umgang fehlten mir Respekt, Aufmerksamkeit und eine angemessene Wertschätzung.
Insgesamt habe ich die Unternehmenskultur in diesem Bereich als wenig sensibel und nicht besonders mitarbeiterorientiert erlebt.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen habe ich als belastend empfunden: hoher Lärmpegel, schlechte Luftqualität und körperlich anstrengende Schichtarbeit.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ein überzeugendes Umwelt- oder Sozialbewusstsein habe ich im Arbeitsalltag nicht wahrgenommen. Zwischen der öffentlichen Darstellung und meinen tatsächlichen Erfahrungen bestand aus meiner Sicht ein deutlicher Unterschied.
Gehalt/Benefits
Für die Vergütung waren für mich keine transparenten oder nachvollziehbaren Kriterien erkennbar. Fachliche Qualifikation, Ausbildung, Verantwortung und Leistung schienen sich nicht zuverlässig im Gehalt widerzuspiegeln.
Teilweise entstand bei mir der Eindruck, dass selbstbewusstes Auftreten, persönliche Nähe zu Vorgesetzten oder interne Beziehungen stärker honoriert wurden als tatsächliche Kompetenz und Einsatz. Dadurch wirkte die Gehaltsstruktur auf mich unfair und demotivierend. Auch die Benefits konnten diesen Eindruck nicht ausgleichen.
Image
Das öffentlich vermittelte moderne und mitarbeiterfreundliche Image entsprach nicht meinen Erfahrungen im Arbeitsalltag. Zwischen Außendarstellung und interner Realität bestand für mich ein deutlicher Unterschied.
Karriere/Weiterbildung
Von ernsthaften Karriere- oder Weiterbildungsmöglichkeiten habe ich wenig wahrgenommen. Extern erworbene Abschlüsse und Qualifikationen wurden meiner Erfahrung nach kaum anerkannt oder bei der Aufgabenverteilung berücksichtigt. Gleichzeitig fehlten intern nachvollziehbare Möglichkeiten, sich fachlich weiterzubilden und beruflich aufzusteigen.
Auch als qualifizierte Fachkraft oder Hochschulabsolvent wurde man weiterhin überwiegend wie eine einfache Arbeitskraft eingesetzt. Vorhandenes Wissen und berufliches Potenzial blieben dadurch weitgehend ungenutzt.
Wer sich langfristig spezialisieren, Verantwortung übernehmen oder beruflich weiterentwickeln möchte, findet aus meiner Sicht nur sehr begrenzte Perspektiven.