Gut am Arbeitgeber finde ich
Hier gibt es nur eine Sache.
Durch die mehr als schlechte Behandlung meiner Person während der Ausbildung und der natürlich nicht stattgefundenen Übernahme ( wer hätte es gedacht, ich passt ja auch einfach nicht ins Raster und nutzte meinen Kopf zu viel zum eigenständigen Denken) hatte ich nach der Ausbildung Zeit, meinen Weg im kreativen Bereich weiterzugehen und bin mittlerweile in einer Position gelandet, die mehr als zufriedenstellend ist.
Die Worte, mit denen man mich entließ und die fast schon verräterische Umarmung meiner damaligen Peiniger gaben mir den Antrieb, das Beste aus mir rauszuholen. Und ich bin noch lange nicht fertig.
Andere Ikea-Häuser haben sicherlich andere Bedingungen. Ich kann nur für das Haus sprechen, welches ich aktuell bewerte.
Ich möchte auch betonen, dass ich nicht alle Mitarbeiter:innen über einen Kamm schere.
Aber es waren drei Jahre Hölle, durch die ich gegangen bin. Und das kann jeder wissen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Destruktive Umgangsweise mit jungen Erwachsenen und nachhaltige Schädigung der Psyche durch gezielte Mobbingattacken ( es sind mehrere Fälle in diesem Haus bekannt )
- Schimpft sich Ausbildungsbetrieb, erfüllt aber in keinster Weise auch nur ansatzweise die Anforderungen und bildet nicht vollumfänglich aus
- Geht nicht auf Mensch als Individuum ein sondern nimmt Maß an guten Auszubildenden und behandelt die Übrigen, die diesem Maß nicht entsprechen, wie unfähige Nichtskönner
- Verheizt komplett die Mitarbeiter:innen und treibt sie reihenweise ins Burn-Out, ohne sich über die vorangegangenen Prozesse oder die nachkommenden Konsequenzen Gedanken zu machen ( der Nächste hat ja schon ne Nummer gezogen und wartet.)
- Greift gezielt bestimmte Personen fachlich, sowie persönlich an und verhindert so die eigene Entwicklung, die man sich wünscht und auf die hingearbeitet wird
- Spielt Machtpositionen gezielt aus, um Mitarbeiter:innen klein und gefügig zu halten
- Wirbt mit "Benefits, Nachhaltigkeit, familiärem Umgang" usw, glänzt dabei jedoch nur nach außen und stinkt von Innen vom Kopf abwärts
- Droht Mitarbeiter:innen mit Kündigungen bei Widerstand
Verbesserungsvorschläge
Tut allen jungen Menschen dadraußen einen Gefallen und bildet nicht mehr aus.
Ihr schadet jungen Erwachsenen, die bereit sind, ins Berufsleben einzusteigen und voller Vorfreude und Hoffnung sind.
Wenn ihr selbst so ein elender, vertrockneter Haufen seid, dann arbeitet bitte für euch und schädigt durch euer Verhalten nicht die nachkommenden Generationen.
Arbeitsatmosphäre
Viele sind frustriert, viele sind gestresst, viele meckern - aber keiner macht den Mund auf aus Angst vor Konsequenzen.
Es herrscht in allen Abteilungen der gleiche Unmut, und manche Geschehnisse wirken sich auf die Abteilungen unterschiedlich aus.
Man versucht sich irgendwie mit den Guten zu halten, sich gegenseitig zu stützen und sich vor den Menschen zu warnen, die hinterhältig und ohne gute Absicht agieren.
Teils funktioniert das, teils auch leider nicht.
Je nachdem welche Führungskraft durch die Abteilungen schlendert, wird fleißig gearbeitet und auch gerne mal so getan, als würde man die Person gerade nicht sehen, nur um einer möglichen Konfronation aus dem Weg zu gehen.
Nach Team-Besprechungen, und vor allem auch nach der alljährlichen Bewertungsrunde, ist immer großes Staunen um die schlechten Bewertungen, die von Mitarbeiter:innen an Führungskräfte abgegeben werden. Stell man die Frage nach dem Grund, bleibt die Runde ruhig.
Niemand wirft den Anderen den Geiern zum Fraß vor.
Karrierechancen
Wenn man bis zu den Füßen in der Kehrseite sämtlicher Führungskäfte steckt, ist es leicht, Karriere zu machen. Ach so! Über Leichen gehen sollte auch kein Problem sein.
Wer her Führungskraft sein oder werden möchte, darf kein moralisches Empfinden besitzen, sowie einen gesunden, logischen Menschenverstand. Es wird stets zum Wohle des Konzerns gehandelt, nie zum Wohle des Menschen. Was sind schon Mitarbeiter:innen? Verheizt werden sie alle, nach dem Prinzip "Zuckerbrot und Peitsche." Erst ködert man die Mitarbeiter:innen mit Sonderzahlungen, sofern das GJ gut gelaufen ist, erwartet danach aber noch mehr Leistung, egal ob die Abteilungen gut oder schlecht besetzt sind. Man erwartet, dass Pausen nicht gemacht werden, wenn der Betrieb einen Peak erreicht hat. Man setzt auf Mitarbeiter:innen, die andere Mitarbeiter:innen verraten, hintergehen oder versuchen, die Arbeit zu inflitrieren. Hier werden oft, nicht immer, Menschen ohne Herz gefördert, die bereits sind, über Leichen zu gehen um das zu bekommen, was Ihnen angeblich zusteht.
Arbeitszeiten
Die Arbeitszeiten sind abteilungsweise unterschiedlich. In der Branche, in der die Ausbildung absolviert wurde, hatte man sehr angenehme Arbeitszeiten.
Es geht morgens früh los, dafür ist man nachmittags auch früher fertig.
Das bedeutet mehr vom Tag und vor allem auch mehr vom Wochenende.
Wer mit früh aufstehen kein Problem hat und morgens viel Energie hat, wird bei diesen Arbeitszeiten nicht enttäuscht.
In anderen Abteilungen sehen die Arbeitszeiten leider anders aus, hier wird man in zwei Schichten aufgeteilt wobei die Spätschicht im Sommer nicht zu beneiden ist.
In dem Eintrichtungshaus war es zu meinen Ausbildungsjahren so heiß im Sommer, dass Kund:innen und Mitarbeiter:innen umgefallen sind wie die Fliegen weil man zu geizig war, eine vollfunktionsfähige Klimaanlage zu installieren. Heftig, wenn man bedenkt, dass es Sommer gab, in denen das Auto beim Fahren 38 Grad angezeigt hat und das komplette Einrichtungshaus gedeckelt wird von einem Wellblechdach. Was das dann mit der Hitzeverteilung macht, brauch ich niemandem sagen. Kurze Hosen waren nicht erlaubt, aber man durfte sich die langen, dicken Arbeitshosen bis zum Knöchel umkrempeln. Das hilft nicht unbedingt.
Ausbildungsvergütung
Die Ausbildungsvergütung ist gut. Mehr kann man dazu auch leider nicht sagen. Das Gehalt danach wird nach Sympathie gewürfelt, unterliegt keinem Tarifvertrag und geht daher rein nach Gesicht und Laune.
Hätte man mir vorher gesagt, was ich nach dieser Ausbildung verdiene, wäre ich eher Studieren gegangen.
Über das Ausbildungsgehalt als Solches kann man sich jedoch nicht beschweren.
Die Ausbilder
Die Ausbilder:innen, die super waren, wurden leider nicht zu Genüge eingesetzt sondern lieber für andere Aufgaben unnötig verheizt.
Die Personen, die absolut keine Ahnung von Führungsstilen oder generell von Menschen haben, sind natürlich die Menschen, die etwas zu sagen haben.
Ein gewisser Prozentsatz von HR ruht sich schön auf ihrem Posten aus, sucht sich Lieblingsazubis aber auch solche, die dann "bearbeitet" werden. Mit "bearbeiten" meine ich fertig machen. Gegen die Wand reden. Keine Möglichkeit mehr geben, aus der Situation zu entkommen.
Boshaftigkeit, pure Absicht und eine nahezu blanke Schreckensherrschaft ist hier wohl die richtige Beschreibung.
Leider saß ein gewisser Prozentsatz dieser Personen auch noch im Betriebsrat, was es natürlich aus Azubisicht exterm erschwerte, sich zu wehren.
Letztenendes war dieser gewisser Prozentsatz durch die verschiedenen Ausbildungsjahre hin bekannt, und auch darüber hinaus. Ausbilder:innen warnten einen vor diesen Personen. Und man musste nichts tun. Gefiel die Nase nicht, war man dabei. Mobbing durch den direkten Vorgesetzten war nicht selten. Es sind Äußerungen gefallen die dazu dienen sollten, den Ausbildungsberuf abzubrechen.
Spaßfaktor
Die Ausbildung als Fach an sich ist sehr interessant und vielfältig. Blöd nur, wenn der eigene Ausbildungsbetrieb versucht, einem den Ausbildungsberuf abzusprechen und versucht, einem ein schlechtes Gewissen einzuflößen.
In sogenannten "Feedbackgesprächen" werden halbe Tribunale abgehalten in denen es eigentlich nur darum geht, verbal als auch non-verbal das zu konfrontierende Gegenüber klein zu machen, klein zu halten und so weit zu bringen, dass man einknickt.
Nichts was man tat, war gut genug. Keine Idee wirklich konzernkonform. Aussagen wie " Konzept wurde nicht verstanden", "du brauchst viel zu lange" oder die Vorwürfe, dass man so viele gute Ideen im Kopf hat, man diese aber nicht umsetzen kann, sind unter vielen anderen Aussagen gefallen.
Die Pflichten eines Ausbildungsbetriebes, sowie die verschiedenen fachlichen, sowie persönlichen Verantwortlichkeiten die man als Ausbilder:in trägt, wurden weitestgehend vergessen oder absichtlich nicht beachtet. Hier ging es nur darum, schnell Ergebnisse zu erzielen, und wer nicht in die gewünschten Schemata passt, wird gnadenlos aussortiert.
Aufgaben/Tätigkeiten
Super vielfältig, macht Spaß - wenn man nicht gesagt und auch gezeigt bekommt, dass die eigene Denk- und Arbeitsweise nicht erwünscht ist.
Die Motivation war da, die Neugierde war da, und es wurde in jede Tätigkeit reingeschnuppert. Alles wurde erledigt, egal ob es angenehm oder unangenehm war.
Viele Tätigkeiten waren recht anstrengend und konnten nur unter mäßig eingehaltenen Sicherheitsvorkehrungen erledigt werden - so zum Beispiel das Montieren eines schweren Bilderrahmens o.ä. Man konnte teilweise aufgrund der architektonischen Gegebenheiten nicht immer vorschriftsmäßig auf den Hilfsmitteln stehen, daher musste man dann schonmal mit dem eigenen Fuß auf eine andere Oberfläche steigen um den gewünschten Zielpunkt zu erreichen.
Schwierige Angelegenheit.
Alle Personen in Führungskreisen wussten das und haben es geduldet, jedoch immer mit dem Satz " aber mach das nicht so oft, bevor das mal jemand sieht der eventuell von der Innung ist."
Na, mit der Denkweise bringt einem ein oder mehrere Sicherheitsbeauftragte auch nichts mehr.
Variation
Eine gesunde 70/30 Aufteilung, was aber nicht wirklich überrascht da der kuschelig getarnte Familienbetrieb eben doch nur ein Konzern ist.
Passt die Idee nicht ins Konzept, ist sie Schrott.
Passt du nicht ins Bild, bist du ebenfalls Schrott.
Das bekommt man auch überdeutlich zu spüren. Jeder Mensch lernt unterschiedlich, das weiß man mit einem Funken Hirn.
Doch antstatt sich auf die Auszubildenden einzulassen, wird ein immergleiches Tempo erwartet, sowie der Inhalt, der abgeliefert werden soll. Wird er das nicht, ist man automatisch schlecht und wird nur noch mehr unter Druck gesetzt.
Die Ausbildung an sich ist sehr vielfältig, man schnuppert in alle Abteilungen rein und lernt viele Prozesse kennen.
Vieles würde ich heute anders machen, wenn ich nochmal in der Position wäre. Aber um ehrlich zu sein bin ich jeden Tag dankbar, dass ich das nicht mehr durchleben muss.
So vielfältig die Ausbildung war, so einseitig und beschränkt waren die Menschen, die eigentlich für mich zuständig waren.
Respekt
Ich meine zu bezweifeln, dass hirarchisch überhaupt verstanden wird, was Respekt bedeutet.
Sowohl in meinem Fall, als auch in anderen Fällen.
Man hat versucht, mich mit fiesen Psychotricks zu manipulieren. Dies hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen, und zwar keinen Guten.
Vor meinem Privatleben wurde auch nicht halt gemacht - in einem der so tollen "Feedbackgespräche" wurde danach gefragt, ob ich die Aktivitäten, denen ich sonst gern so nachgehe, in meine Arbeitszeit verlagere und ob denn zu Hause alles in Ordnung sei.
Eieiei ... IKEA... das könnt ihr doch besser.
Hattet ihr denn nicht schonmal eine Klage am Hals, weil ihr in einem anderen Land die Mitarbeiter:innen in den Umkleiden ausspioniert habt?
Oft wurde an meiner Arbeit vorbeigegangen ohne ein Wort zu sagen. Oder man unterstellte mir, ich könne meine Zeit nicht einteilen, hätte am Thema vorbeigearbeitet oder wäre für den Beruf nicht geeignet.
Meine Kolleg:innen sahen das zu Großteil anders. Der Rest war auch einfach nur total verbrannt und fertig.