Von Wertschätzung und Motivation ist leider kaum noch etwas übrig
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
In den letzten Jahren hat sich die Arbeitssituation deutlich verschlechtert.
Früher war die Zusammenarbeit angenehmer und der Umgang respektvoller, doch mittlerweile zählt nur noch Leistung und Kontrolle.
Krankheitsbedingte Ausfälle werden kaum berücksichtigt – Anlagen laufen einfach weiter, und oft muss eine Person gleich mehrere Maschinen gleichzeitig bedienen. Trotzdem wird von den Mitarbeitenden erwartet, immer mehr Verantwortung zu übernehmen und zahlreiche Unterschriften zu leisten, um sich im Zweifel absichern zu können. Das führt zu enormem Druck und erhöht das Risiko, Fehler zu machen – für die man dann schnell zur Rechenschaft gezogen wird.
Das Weihnachtsgeld wurde abgeschafft und in eine Gewinnbeteiligung umgewandelt, die nun aufgrund der wirtschaftlichen Lage wohl ausgesetzt wird – angekündigt wird das jeweils im Februar, also direkt zum Jahresbeginn. Gleichzeitig wird erwartet, dass wir an Wochenenden und Feiertagen durcharbeiten, weil zu viel Material da ist. Von der Gewinnbeteiligung hört man dagegen nichts mehr.
Zusätzlich werden externe „Optimierer“ eingestellt, deren Hauptaufgabe offenbar darin besteht, Produktionsmitarbeiter zu beobachten. Man fühlt sich wie im Zoo – ständig unter Beobachtung, als würde nur darauf gewartet, dass man einen Fehler macht.
Die Führungsebene zeigt kaum Wertschätzung: Selbst an Sonntagen, wenn Mitarbeiter ihre Freizeit und Familien opfern, läuft man an uns vorbei, ohne ein einfaches „Danke“ oder „Hallo“. Stattdessen wird nach Dingen gesucht, über die man sich beschweren kann.
Auch Kleinigkeiten werden zum Problem gemacht – zum Beispiel Strafzettel auf Besucherparkplätzen in der Nachtschicht, obwohl dort zu dieser Zeit keine Kunden kommen. Nach Jahrzehnten, in denen das kein Thema war, wirkt das nur noch wie Schikane.
Früher hätte ich diesen Betrieb ohne Bedenken meinen eigenen Kindern als Arbeitgeber empfohlen. Heute kann ich ihnen nur raten, Abstand zu halten – zu groß ist der Druck, zu gering die Wertschätzung und zu wenig die Menschlichkeit geblieben.
Insgesamt fehlt jegliche Anerkennung für den Einsatz der Mitarbeitenden. Viele sind frustriert und demotiviert, was schade ist, denn früher war es einmal ein guter Arbeitsplatz.
Nachtrag:
Es wurde bekannt gegeben, dass die Gewinnbeteiligung nach Prüfung der aktuellen Situation in diesem Jahr wie gewohnt ausbezahlt wird – das ist natürlich eine schöne Sache.
Hätte man mit der Verkündung jedoch etwas gewartet und nicht bereits im Februar den Bonus vorschnell für gestrichen erklärt, hätte man sich sicherlich viele frustrierte und unmotivierte Mitarbeiter ersparen können.

