„Fly, you fools!“, wie es Gandalf Graurock schon so passend sagte.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Ich finde es gut, wie ungeniert die Geschäftsführer ihre Masken haben fallen lassen, denn Ahnung von der Branche, unseren Aufgaben, Problemen und wie man mit Menschen umgeht haben sie nicht.
Dafür präsentieren sie sich anders. Einer schwärmt immer wieder über seine Vergangenheit beim aufgelösten Keramikhersteller Keramag, zieht immer noch ständig diesen für Vergleiche heran und glänzt dafür auch stets mit cholerischen Verhalten. Ein anderer ignoriert Beschwerden aus seinem Bereich einfach so lange bis die Situation eskaliert und Kollegen lange krank ausfallen und/oder kündigen, hält sich dafür aber auch nicht an eigene Versprechen und Zusagen. Und um diese unheilige Dreifaltigkeit zu komplettieren haben wir noch einen, der offen auf diversen Kanälen seine neoliberalen und menschenfeindlichen Einstellungen zur Schau trägt, er hat ja ne Menge Geld und damit sind er und seine Familie ja fein raus. Hey, wer braucht schon zufriedene Arbeitnehmer? Streichen wir doch jeglichen Arbeitnehmerschutz, wer nicht will wird einfach ausgetauscht, gibt ja jetzt auch KI. Umweltschutz? Lass mal, Bruder, flieg mal lieber zum drölfzigsten Mal in diesem Jahr wieder in die USA oder sonst wohin und wie sollen wir noch ohne KI auskommen?
Ihr einziges Ziel bestand von Anfang an ausschließlich darin den Laden möglichst gewinnbringend zu verkaufen, um ihr Investment wieder reinzuholen und dann vielleicht noch ein zweites Buch schreiben zu können, weil man ja so geil ist und noch ein Unternehmen quasi ganz alleine zum Erfolg geführt hat. Inexio und Deutsche Glasfaser sind ja dafür bekannt, wie gut sie sind. Denn für die Menschen im Unternehmen interessieren sie sich nicht, bis auf ihre Ehefrauen, Kinder und Freunde im Unternehmen.
Vielleicht.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Muss ich hier echt nochmal alles schlechte erwähnen? Ich bin traurig, enttäuscht und einfach nur noch wütend.
Ich habe es lange versucht. Ich habe es lange ausgehalten, länger als einige andere. Ich habe auf Missstände hingewiesen, habe um und für Kollegen gekämpft, immer wieder. Ich wollte nicht aufgeben. Aber jetzt sehe ich es ein, dass das Insolvenzverfahren das Ende hätte sein müssen, kocht nur für mich, sondern für die Firma und vor allem für die Kollegen.
Was ich gegeben habe werde ich nie adäquat zurück bekommen. Weder ich, meine Zeit noch mein Einsatz wurden hier wertgeschätzt und belohnt. Ich verstehe das mittlerweile, andere haben es schon lange zuvor und die Konsequenzen gezogen und wieder andere verstehen es langsam. Ich hoffe wirklich, dass es noch mehr verstehen, die Konsequenzen ziehen und gehen.
Das Unternehmen ist nichts ohne seine Mitarbeiter und die Ausbeutung einiger wenige. Wären diese bereits zur Insolvenzeröffnung gegangen, würde es die Firma heute nicht mehr geben, aber das haben die Geschäftsführer weder damals noch heute verstanden und erst recht nicht gewürdigt. Vielmehr haben sie die Ängste und Sorgen ausgenutzt.
Meine Kündigung ist bereits fertig und wartet nur noch darauf eingereicht zu werden.
Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
Verbesserungsvorschläge
Zwei Dinge:
Für erstens sollte ein Blick auf die Webseite reichen. Diese miesen KI generierten Bilder werden seit Jahren für alle möglichen Dinge im Außenauftritt ganz ohne Bewusstsein darüber oder gar Scham verwendet. Es ist einfach nur peinlich und die Firma absolut unglaubwürdig. Aber gut, da ChatGPT, Gemini und Co. schon so lange und ständig für alles im Unternehmen genutzt werden, mit firmeninternen Dingen und auch Kundendaten gefüttert werden, ist es vielleicht schon wieder ganz passend.
Der Rest lässt sich eh nicht mehr ändern, da dafür weder der Wille noch das Personal da ist. Denn die, die was ändern wollten und konnten, wurden in der Insolvenzphase entweder verbrannt oder verjagt und die, die jetzt noch da sind werden durch einige wenige ausgebremst, weiter ausgenutzt und werfen in nächster Zeit das Handtuch.
Der zweite Vorschlag geht an Techem, andere Investoren und Partner: Tauscht diese Geschäftsführer und ihr Klüngel mit Personen aus, die wirklich hinter dem Unternehmen, der Energiewende, dem Umweltschutz und vor allem den Menschen stehen und nur an ihren eigenen Kontoständen und Egos interessiert sind.
Arbeitsatmosphäre
Es herrscht eine Kultur der Angst, Arroganz und Ausbeutung.
Die Stimmung in einzelnen Teams kann schon ganz gut sein, unter den Teams leider weniger.
Leider trauen sich viel zu wenige Kollegen ihre Stimmung ehrlich zu äußern. Diese erfährt man nur in persönlichen Gesprächen, selten in Anwesenheit oder direkt gegenüber von Führungskräften und erst recht nicht wenn die Geschäftsführung dabei ist.
Die Geschäftsführung verspricht seit je her immer viel, selten halten sie ihr Wort. Probleme werden heruntergespielt. Verantwortung wird nicht übernommen, sondern abgedrückt. Schuld haben sie nie. Sie fordern viel, fördert aber nicht.
Gefördert werden nur wenige bei Sympathie und/oder Loyalität, wie ein Teamleiter, der zu Beginn der Insolvenz gekündigt hat und dafür zum Ende mit einer höheren Position belohnt wurde, als er zurück wollte oder ein Werkstudent, der während des Studiums zum Protegé und „Stellvertreter" eines Geschäftsführers ernannt wurde oder ein
Studienabbrecher nun stellvertretender Abteilungsleiter ist, dessen Leistungen in diversen Teams andere oft ausbügelten. Es zählt hier nur wie man sich intern vor der Geschäftsführung verkauft.
Der Fisch stinkt nunmal vom Kopf.
Gehalt/Benefits
Gehälter kommen pünktlich, war in der Vergangenheit nicht immer so. Das ist aber jetzt kein Lob, das ist das Minimum.
Gehälter werden individuell verhandelt (oder nach Sympathie verschenkt). So gab und gibt es immer noch teilweise „einfache“ Mitarbeiter, die mehr als manch Teamleiter verdienen. Gehaltserhöhungen gibt es nur schwer und selbst wenn diese versprochen werden nur mit großen Verzögerungen und nicht in voller Höhe sondern immer nur mit weiteren Bedingungen, wie bei mir und meinem Team. Mit einer Kündigung zu drohen hat hier und da aber wohl schon geholfen, wie man so hört. Aber dafür gibt es darüberhinaus auch keine weiteren Benefits.
Die Geschäftsführung wäre überrascht, wie einig über sie, die Firma und andere Kollegen auch vor Kunden reden. Also nicht gut, wirklich nicht gut.
Wenn man erzählt, dass die Geschäftsführung in Teilen auch an der Deutschen Glasfaser beteiligt ist, bekommt man als Reaktion nur Gelächter und Mitleid.
Karriere? Perspektive? Aufstieg? Persönlichkeitsentwicklung? Alles tolle Begriffe für den nächsten Linkedin-Beitrag, aber nicht hier. Außer man ist ein weißer Mann und Günstling, alle anderen verlassen früher oder später das sinkende Schiff.
Arbeitsbedingungen
Die „neuen“ Büros in Mannheim sind definitiv besser als die alten in Heidelberg, auch wenn der Umzug hauptsächlich finanzielle Hintergründe hatte.
Die technische Ausstattung ist je nach Aufgabengebiet ok und ausreichend. Softwareseitig ist es seit ein nicht enden wollender Albtraum. Erst wurde die wichtigste Software einem einzelnen Kollegen programmiert, ohne Wissen über das Tagesgeschäft. SAP sollte kommen. Dieser Prozess wurde mittendrin abgebrochen. „Robotron“ sollte dann die All-in-One-Lösung sein, es wäre bereits bei vielen in der Branche etabliert. Über Monate gab es nur mehr Arbeit. Die Geschäftsführung versprach immer wieder, dass nach der Migration alles besser läuft, die alten Programme nicht mehr benötigt werden, Abläufe automatisiert werden usw. Das genaue Gegenteil traf ein: doppelte Arbeit, da die alten Programme parallel weiter genutzt werden mussten und das neue dazu auch unübersichtlicher unkomplizierter ist.
Umweltbewusstsein, existiert nur noch aus nach außen. Der Geschäftsführung geht es rein um ihre finanziellen Investments. Auf Social Media geht es auch gerne mal gegen Umweltschutz oder Arbeitnehmerrechte. Ausbeutung ist leider geil.
Gleichberechtigung
Die meisten Führungskräfte sind männlich. weiß und sind sich ihrer Privilegien nicht bewusst, es ist ihnen egal oder sie nutzen sie aus. Weibliche Kolleginnen werden nicht immer ernst genommen. ihre Vorschläge und Kritik werden selten angenommen und hinter ihrem Rücken von Teilen der Geschäftsführung auch schonmal als „launisch“ oder „schwierig“ bezeichnet. Die Personalabteilung kann davon leider mehrere Linder singen…
Ältere Kollegen werden eher geduldet als geschätzt oder gefördert und ein paar wurden schon von Team zu Team weitergereicht. Einige haben Angst ihren Job zu verlieren und versuchen deswegen nicht aufzufallen, „wollen sich ja nicht beschweren" und „so schlimm ist es ja gar nicht“.