Once upon a time
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Loyalität vieler Mitarbeiter innerhalb der Projektteams.
Der Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft untereinander sind positiv hervorzuheben – eine Ellenbogen-Mentalität gab es hier kaum.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Oft hörte ich Kollegen von der Zeit vor der Integration in den Infosys-Konzern sprechen (als das Unternehmen noch Lodestone war). Anfangs fragte ich mich, warum das relevant sein sollte – inzwischen verstehe ich es besser.
Infosys Consulting wird von der Konzernmutter als reiner und teurer Lückenfüller betrachtet, statt als ein auf den europäischen Markt spezialisierter Partner. Eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe findet nicht statt. Besonders spürbar ist das bei den extrem langen Entscheidungswegen bis ins HQ nach Indien – etwa bei Gehalts- und Bonusrunden.
Interne Probleme sind allseits bekannt, doch es fehlt an echtem Willen, sie nachhaltig zu lösen oder dafür engagierte Mitarbeiter entsprechend zu fördern.
Verbesserungsvorschläge
Echtes Interesse an den Mitarbeitern und echtes Leadership wäre doch was ? Und wenn man sich schon von Mitarbeitern trennt, sollte man ihnen zumindest die Gelegenheit geben, sich vom Team zu verabschieden und eine geordnete Übergabe zu machen nachdem man jahrelang zusammen Höhen und Tiefen durchstanden hat.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre hatte sich über die Jahre stetig verschlechtert. Der Druck wurde höher und die Verweildauer neuer Kollegen immer kürzer, was sich auch auf deren Einarbeitung auswirkt. Plötzlich sind vertraute und geschätzte Kollegen einfach „weg“ – und nicht mehr erreichbar. Damit ging permanent know-how verloren, fühlte sich menschlich auch einfach nicht gut an.
Kommunikation
Die Unternehmenspolitik war intransparent, zwischen Anspruch und Realität klafften stets große Widersprüche. Die langen Entscheidungswege bis ins HQ nach Indien machen sich besonders in sensiblen Bereichen wie Gehalt und Boni bemerkbar.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb der eigenen Practice war der Zusammenhalt gut – wenig Ellenbogen-Mentalität und viel Hilfsbereitschaft.
Besonders positiv fiel auch der lokale IT-Support in München auf: immer engagiert, schnell und deutlich effektiver als der zentrale Support aus Indien.
Practiceübergreifend war der Zusammenhalt personenabhängig - man muss halt jemanden kennen der jemanden kennt. Wirklich gefördert wurde das nach meinem Eindruck eher nicht.
Work-Life-Balance
Stark projektabhängig. Die Tendenz, aus den Mitarbeitern das Maximum herauszuholen, hatte in den letzten Jahren zugenommen – teilweise in Bereichen, die auch arbeitsrechtlich bestenfalls noch als dunkelgraue Grauzone zu bezeichnen sind. Entscheidend ist allein die „Utilization“ beim Kunden.
Vorgesetztenverhalten
Der Weggang engagierter und menschlich guter Führungskräfte hat deutliche Spuren hinterlassen. Die geblieben sind ...nun ja.
Interessante Aufgaben
Fallabhängig, auf jeden Fall vielfältig. Man wird regelmäßig ans Limit der eigenen Fähigkeiten/Erfahrungen gebracht.
Gleichberechtigung
DEI wurde offiziell laut beworben (wie überall), doch die Realität sah anders aus (wie überall). Zum Beispiel ist mir nie ein Kollege/Kollegin mit körperlichen Einschränkungen begegnet, siehe auch den nächsten Punkt.
Umgang mit älteren Kollegen
Früher gab es noch eine gesunde Altersmischung in den Projektteams, was neuen Mitarbeitern die nötige Sicherheit gab und sich gerade in Projektkrisen beim Kunden bewährt hatte.
In den letzten Jahren hat sich das drastisch geändert – ältere Kollegen wurden gezielt und offensiv abgebaut.
Arbeitsbedingungen
Das stete Misstrauen gegenüber den Mitarbeitern zeigt sich auch in restriktiven IT-Policies – viele Webseiten sind gesperrt.
Jedes noch so kleine Zubehörteil muss aufwendigst beantragt werden. Die Laptops sind „ok“, aber alles darüber hinaus wird zur Herausforderung. Während der Covid-Pandemie gab es zum Bsp. keine Unterstützung um das home-office fit für den Dauereinsatz zu machen.
Der zentrale IT-Support ist wahnsinnig prozess- aber nicht lösungsorientiert.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ähm – what? Lol.
Gehalt/Benefits
Grundgehalt gut. Der jährliche Performance-Bewertungsprozess ist immer extrem aufwendig und dabei intransparent. Man muss jedes persönliche Engagement dokumentieren und laut trommelnd verkünden damit es sich eventuell irgendwie auswirkt.
Letztendlich scheinen aber am Ende rein subjektive Entscheidungen hinter verschlossenen Türen das Ergebnis zu bestimmen, man findet immer Gründe zur Abwertung. Da hilft dann auch eine konstant hohe Utilization und das positive Kundenfeedback nicht wirklich weiter.
Image
Kaum bekannt, und wenn, dann eher als 'günstiger' Anbieter. Da hatte der Vorgänger wohl noch ein ganz anderes Standing.
Karriere/Weiterbildung
Am besten ist man immer und jederzeit zu 100 % im Kundenprojekt ausgelastet, engagiert sich aber parallel noch in internen Projekten und sorgt für maximale Sichtbarkeit – dann besteht echt eine Chance auf Karriere.