Nicht jede Ausbildung hält, was sie verspricht
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die tarifliche Vergütung nach IG Metall, sowie viele hilfsbereite Kolleginnen und Kollegen. Es gibt engagierte Kollegen, die sich wirklich Zeit für Auszubildende nehmen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Ausbildungsqualität hängt stark von der jeweiligen Abteilung und Führungskraft ab. Ausbildungsinhalte werden teilweise nicht ausreichend vermittelt, Entwicklungsmöglichkeiten sind unklar und Auszubildende fühlen sich mit Problemen oft alleingelassen. Zudem fehlte aus meiner Sicht eine einheitliche und transparente Kommunikation.
Verbesserungsvorschläge
Auszubildende sollten nach dem Ausbildungsrahmenplan ausgebildet werden und regelmäßige Feedbackgespräche erhalten. Führungskräfte und Ausbilder sollten stärker für respektvolle Kommunikation sensibilisiert werden. Außerdem wären transparente Arbeitszeitregelungen, abwechslungsreichere Einsatzbereiche und verbindliche Entwicklungsperspektiven wünschenswert.
Die Ausbilder
Es gab Ausbilder die einen unterstützen und Ausbilder die einen komplett fertig machen. Wenn man Pech hat, ist der Ausbilder der nur an seinen Arbeitsplatz denkt und nur diesen Beruf gewählt hat, damit er nicht so schnell ersetzt wird, der Hauptbetreuer.
Spaßfaktor
Die Azubis und die meisten Kollegen sind echt super. Es gibt aber kaum Abwechslung und man lernt nur so wenig, dass man gerade so die Aufträge bearbeitet und nicht wirklich die Ausbildungsinhalte verfolgt.
Aufgaben/Tätigkeiten
Es gibt manchmal gute Sachen, die kommen nur zu selten vor. Ausbildungsinhalte die laut IHK drin sein sollten, kamen nie vor und selbst nach wiederholtem Fragen heißt es nur: „Es gibt bestimmt Videos dazu in Youtube, falls es in der Prüfung dran kommt.“
Variation
Es gibt keinen Aufgaben- oder Abteilungswechsel. Das was du im ersten Lehrjahr als Aufgabenbereich bekommst, das lernst du und mehr gibt es da auch nicht.
Respekt
Ich hätte mir nie vorstellen können, dass ein Unternehmen so wenig Respekt besitzt. Man wird angeschrien, erniedrigt und als Azubi bist du immer der Lügner. Und ja Beschwerdeunterlagen wurden auch eingereicht. Da hilft aber nichts mehr, außer zu gehen.
Karrierechancen
Es wurde versprochen nach der Ausbildung ein duales Studium zu starten. Ich habe vor allem deshalb die Stelle in diesem Unternehmen angenommen. Wie Sie sehen sind das auch nur leere Versprechungen wie die Worte „Chancengleichheit“ und „Respekt“ in der Stellenausschreibung (es gibt an diesem Standort keine einzige weibliche Führungskraft)
Arbeitsatmosphäre
Ich hatte echt tolle Kollegen, aber umso weiter man sich von Siemens entfernt, umso deprimierter sind die Menschen. Wir sollen täglich eine halbe Stunde dem Unternehmen schenken. Man darf nicht über 20 Überstunden kommen und es wurden nur Menschen entlassen oder nicht nachbesetzt. Mehr Arbeit = Gleiche Stunden = Gleiches Gehalt. Die Ironie versteht sich, denn Optimierungen durch KI etc., dass man die gleiche Stundenanzahl überhaupt hinbekommt existieren nicht.
Ausbildungsvergütung
Eigentlich 5 Sterne, da dass Unternehmen in der IG-Metall ist. Ich persönlich habe aber seit Januar kein richtiges Gehalt bekommen. Entweder zu viel oder zu wenig. Und die Nachricht dazu kam immer 5-10 Tage nach Gehaltseingang.
Arbeitszeiten
„flexible arbeitszeiten“ heißt es - Kernarbeitszeit von 8:30-15:15 Uhr oder 9:00-16:00 Uhr oder 7:30-14:30 - dass weiß niemand. Es gibt Kernarbeitszeiten und es sollte auch offizielle Betriebsvereinbarungen geben, aber die sind noch von Flender-Zeiten. Heißt: niemand kennt es offiziell und niemand findet das Dokument. Man muss schauen welche Führungskraft man hat oder wer im Büro ist. Man ist auf der sicheren Seite, wenn man nicht der erste und nicht der letzte ist, der im Büro erscheint und dasselbe auch für den Weg nach Hause.