Gute Work-Life-Balance und Respekt, aber strukturelle Schwächen bei Führung, IT und Kultur
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Work-Life-Balance ist dank des Modells der Vertrauensarbeitszeit sehr positiv hervorzuheben und bietet den Mitarbeitern flexible Anpassungsmöglichkeiten, um Beruf und Privatleben gut miteinander zu vereinbaren. Zudem ist der Umgang mit älteren Kollegen positiv zu bewerten, da erfahrenere Mitarbeiter im Team respektiert und voll akzeptiert werden
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das Gehaltsgefüge ist für das Marktumfeld in der Region München unterdurchschnittlich und die interne IT-Infrastruktur ist trotz der Branche veraltet und unzuverlässig. Zudem leidet die Arbeitsatmosphäre unter einer ungleichen Aufgabenverteilung, ineffizienten Meetings ohne klare Ergebnisse sowie einem passiven Laissez-faire-Führungsstil, der chronische Konflikte zwischen den Abteilungen verschleppt. Echte Aufstiegschancen und strukturierte Weiterbildungen fehlen fast völlig, während der aktuelle Fokus auf Kosteneinsparungen zu betriebsbedingten Kündigungen führt und den ausgeprägten Flurfunk im Team befeuert.
Verbesserungsvorschläge
Abkehr vom passiven Laissez-faire-Führungsstil und proaktives Lösen der chronischen Konflikte zwischen den einzelnen Abteilungen. Interne Meetings müssen effizienter gestaltet, Ergebnisse verbindlich dokumentiert und die interne Kommunikation transparenter gestaltet werden, um den ausgeprägten Flurfunk einzudämmen. Zudem sind dringende Investitionen in eine zeitgemäße, stabile IT-Infrastruktur sowie eine Anpassung der Einstiegsgehälter an das Marktumfeld der Region München notwendig, um die Mitarbeiterbindung zu stärken. Zuletzt sollten echte, strukturierte Karrierewege geschaffen werden, statt Führungspositionen nur bei Rente oder Kündigung neu zu besetzen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre leidet unter einer ungleichen Arbeitsverteilung. Wer Engagement zeigt, erhält oft unbezahlt mehr Aufgaben, während Minderleistung scheinbar toleriert wird.
Image
Das Image leidet intern unter einer spürbaren Unzufriedenheit in der Belegschaft. Da die offizielle Kommunikation Schwächen aufweist, ist ausgeprägter Flurfunk an der Tagesordnung. Versuche des Managements, diese informelle Kommunikation zu unterbinden oder einzuschränken, blieben wirkungslos, da die Ursachen für die Unzufriedenheit nicht an der Wurzel gepackt werden.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist positiv hervorzuheben. Durch das Modell der Vertrauensarbeitszeit haben Mitarbeiter gute Anpassungsmöglichkeiten, um Beruf und Privatleben flexibel miteinander zu vereinbaren.
Karriere/Weiterbildung
Karriereförderung oder systematische Weiterbildung sind praktisch nicht vorhanden. Stellen auf Führungsebene werden gefühlt nur dann neu besetzt, wenn ein Stelleninhaber das Unternehmen verlässt oder in den Ruhestand geht. Dazwischen findet keine aktive oder strukturierte Förderung für Mitarbeiter statt, die sich weiterentwickeln möchten.
Gehalt/Benefits
Das Gehaltsgefüge ist für das Marktumfeld in der Region München und Umgebung schlicht unterdurchschnittlich. Es gibt zwar regelmäßige Anpassungen, diese können das sehr niedrige Einstiegsgehalt jedoch kaum kompensieren.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Thematisch wird Nachhaltigkeit zwar im Unternehmensleitbild aufgegriffen, in der täglichen Praxis des operativen Bereichs sind jedoch kaum konkrete Schritte oder Initiativen erkennbar, um diesen Zielen aktiv beizutragen.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt innerhalb der einzelnen Teams ist gut. Allerdings gibt es tief sitzende, strukturelle Konflikte zwischen den operativen Bereichen und den vertrieblich-technischen Abteilungen, die vom Management stillschweigend hingenommen werden.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kollegen ist positiv zu bewerten. Erfahrenere Mitarbeiter werden im Team und im Unternehmen respektiert und voll akzeptiert.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten lässt sich größtenteils als Laissez-faire beschreiben. Die Führungsebene greift nach dem Prinzip "Solange es läuft, muss ich nicht eingreifen" agiert oft zu passiv. Probleme und Konflikte werden dadurch verschleppt, statt proaktiv gelöst zu werden.
Arbeitsbedingungen
Die Ausstattung hinkt den eigenen Ansprüchen hinterher: Trotz des Fokus auf Industrie-Computer sind die internen PCs veraltet und stürzen regelmäßig ab. Auch die IT-Prozesse im Haus sind unzuverlässig und verlangsamen den Arbeitsalltag spürbar. Ergonomische Anpassungen am Arbeitsplatz müssen mühsam beantragt werden und wirken intern unerwünscht. Zudem ist die verbaute Klimatechnik fehleranfällig und wurde von einem Betrieb installiert, den es mittlerweile nicht mehr gibt.
Kommunikation
Meetings bieten leider kaum Mehrwert. Man geht oft ohne neue Erkenntnisse oder klare To-dos heraus. Auch die Dokumentation (z. B. Aufzeichnungen) ist sehr unzuverlässig, wodurch Absprachen im Sande verlaufen.
Gleichberechtigung
Die Führungsebene ist zum Großteil männlich besetzt. Unabhängig vom Geschlecht wird jedoch schnell deutlich, dass ein interner Aufstieg oder berufliches Vorankommen für die meisten Mitarbeiter hier generell unrealistisch ist.
Interessante Aufgaben
Die Tätigkeiten bestehen primär aus Standardaufgaben. Kritisch ist jedoch, dass regelmäßig neue Aufgaben hinzukommen, ohne dass dafür eine entsprechende Förderung, Einarbeitung oder Entlastung stattfindet. Es wird erwartet, das erhöhte Pensum in derselben Qualität wie zuvor zu bewältigen, was für die meisten Mitarbeiter schlicht nicht machbar ist.