Als Freelancerin leider eine erschreckend unprofessionelle Erfahrung
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich wurde als Freelancerin für die Unterstützung bei einem Pitch angefragt. Vereinbart waren drei verbindlich gebuchte Tage, weitere Tage wurden optioniert. Leider war bereits der eigentliche Arbeitsprozess chaotisch und wenig wertschätzend – die anschließende Abwicklung hat diesen Eindruck noch deutlich verstärkt.
Vor dem Start erhielt ich neben einem NDA insgesamt 228 Slides an Unterlagen: ein 148-seitiges Kunden-Pitch-Dokument, ein 51-seitiges Strategiedokument sowie 29 Slides mit bereits entwickelten kreativen Routen. Ein konsolidiertes schriftliches Briefing für meine konkrete Aufgabe gab es dagegen nicht. Selbst im eigentlichen Briefing-Call war zunächst noch unklar, an welcher der bereits bestehenden kreativen Routen ich überhaupt weiterarbeiten sollte. Das wurde während des Calls vor mir zwischen den Beteiligten geklärt.
Anschließend arbeitete ich an der mir zugewiesenen Route und stellte meine Ausarbeitung vor. Am folgenden Tag hörte ich zunächst nichts mehr. Erst als ich selbst nachfragte, wie es weitergeht und wie die restlichen gebuchten Tage geplant sind, wurde mir mitgeteilt, dass man sich für den weiteren Pitch-Verlauf für eine andere, bereits bestehende Route mit dem internen Team entschieden habe und meine „reservierten Kapazitäten wieder freigeben“ wolle.
Dass sich in einem Pitch Prioritäten und kreative Richtungen kurzfristig ändern können, ist für mich völlig normal. Was ich nicht normal finde: drei Tage ausdrücklich verbindlich zu buchen und anschließend so zu tun, als ließen sich diese Kapazitäten kurzfristig einfach wieder freigeben. Ich hatte den Zeitraum entsprechend geblockt und aufgrund der verbindlichen Buchung sogar eine andere konkrete Anfrage abgesagt.
Als ich daraufhin sachlich mitteilte, dass ich die drei verbindlich gebuchten Tage wie vereinbart abrechnen werde, endete die Kommunikation mit dem zuständigen Projektmanagement vollständig. Auf diese Nachricht erhielt ich keine Antwort, auf meine Rechnung ebenfalls nicht. Auch eine freundliche Zahlungserinnerung nach Ablauf des Zahlungsziels blieb unbeantwortet.
Erst auf eine formelle Mahnung erhielt ich wieder eine Rückmeldung. Man entschuldigte sich und kündigte an, sich direkt darum zu kümmern. Trotzdem verging anschließend erneut rund eine Woche, ohne dass die Rechnung bezahlt oder der Vorgang geklärt wurde. Erst nachdem ich nochmals eskalierte und ankündigte, bei weiterhin ausbleibender Zahlung ein gerichtliches Mahnverfahren einzuleiten, kam tatsächlich Bewegung in die Sache.
Besonders irritierend fand ich, dass mir erst nach abgeschlossener Zusammenarbeit, Rechnungsstellung und Mahnung erstmals ein umfangreicher Freelancer-Vertrag zur nachträglichen Unterzeichnung zugeschickt wurde. Dieser sah unter anderem ein Zahlungsziel von 60 Kalendertagen vor – eine Bedingung, über die ich vor oder während der Zusammenarbeit nie informiert worden war.
Nach weiteren Abstimmungen wurde der Vertrag schließlich angepasst und das Zahlungsziel auf 14 Tage geändert. Nach Unterzeichnung der angepassten Fassung wurde meine Hauptforderung vollständig bezahlt.
Für mich bleibt trotzdem eine ausgesprochen negative Erfahrung zurück. Nicht, weil eine kreative Route in einem Pitch nicht weiterverfolgt wurde – das gehört zum Job. Sondern wegen des Umgangs mit einer verbindlichen Buchung, der Kommunikation und der anschließenden Zahlungsabwicklung. Einen derart unprofessionellen Umgang habe ich in meiner bisherigen Freelancer-Tätigkeit selten erlebt. Eine erneute Zusammenarbeit kommt für mich nicht infrage.
Verbesserungsvorschläge
Verbindliche Freelancer-Buchungen auch als verbindlich behandeln. Vertrags- und Zahlungsbedingungen vor Beginn der Zusammenarbeit transparent kommunizieren und Verträge nicht erst nach Projektabschluss und Mahnung vorlegen. Externe genauso zuverlässig über Projektentscheidungen informieren wie interne Mitarbeitende und auf Rechnungen bzw. Rückfragen zeitnah reagieren.
Wenn interne Prozesse fehlerhaft laufen, sollte der daraus entstehende Aufwand nicht beim Freelancer landen.
Gehalt/Benefits
Vereinbarte Vergütung wurde letztlich vollständig bezahlt – allerdings erst nach wiederholtem Nachfassen, Zahlungserinnerung, formeller Mahnung und weiterer Eskalation mit angekündigtem gerichtlichen Mahnverfahren. Ein Freelancer-Vertrag wurde mir erstmals nach Abschluss der Zusammenarbeit und nach der Mahnung zur Unterzeichnung vorgelegt.
Arbeitsbedingungen
Vor dem Start erhielt ich insgesamt 228 Slides an Unterlagen – 148 Slides Kunden-Pitch, 51 Slides Strategie und 29 Slides mit bereits entwickelten kreativen Routen –, jedoch kein konsolidiertes schriftliches Briefing für meine konkrete Aufgabe. Selbst im Briefing-Call war zunächst unklar, an welcher Route ich weiterarbeiten sollte. Das wurde während des Calls vor mir zwischen den Beteiligten geklärt. Für eine kurzfristig gebuchte externe Unterstützung empfand ich den Prozess als ausgesprochen unstrukturiert.
Kommunikation
Bereits im Briefing-Call war zunächst unklar, an welcher kreativen Route ich arbeiten sollte – das wurde während des Calls vor mir geklärt. Nachdem ich meine Ausarbeitung vorgestellt hatte, hörte ich am Folgetag zunächst nichts mehr. Erst auf meine Nachfrage, wie es mit den restlichen verbindlich gebuchten Tagen weitergeht, wurde mir mitgeteilt, man habe sich für eine andere Route entschieden und wolle meine „reservierten Kapazitäten wieder freigeben“.
Als ich darauf hinwies, dass drei Tage ausdrücklich verbindlich gebucht waren und ich diese entsprechend abrechnen werde, endete die Kommunikation mit dem zuständigen Projektmanagement vollständig. Keine Antwort auf diese Nachricht, meine Rechnung oder eine freundliche Zahlungserinnerung. Erst auf eine formelle Mahnung wurde reagiert. Trotz der Ankündigung, sich direkt zu kümmern, verging erneut rund eine Woche. Erst nach weiterer Eskalation und der Ankündigung eines gerichtlichen Mahnverfahrens kam Bewegung in den Vorgang.
Interessante Aufgaben
Die kreative Aufgabe und der Pitch an sich waren spannend. Leider wurde die Zusammenarbeit durch einen sehr unstrukturierten Prozess überschattet.

