Zwischen spannenden Aufgaben und strukturellen Problemen – viel Potenzial, aber aktuell schwierig
Gut am Arbeitgeber finde ich
Möglichkeit, eigenverantwortlich zu arbeiten (zumindest auf operativer Ebene)
Gute Lage des Büros mit sehr guter Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel
Guter Zusammenhalt innerhalb der einzelnen Teams
Spannendes Umfeld durch sich verändernde Anforderungen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Sehr hohe Meeting-Dichte bei gleichzeitig wenig zählbaren Ergebnissen
Kaum gelebte Wertschätzung durch Führungskräfte
Starke Kontrolle statt Vertrauen in vielen Bereichen
Zusammenarbeit zwischen Abteilungen oft schwierig
Implizite Erwartung von ständiger Erreichbarkeit
Teilweise wenig transparente oder harte Personalentscheidungen
Begrenzte Entwicklungsmöglichkeiten
Gehalt unterdurchschnittlich bei geringer Dynamik
Verbesserungsvorschläge
Klare und reduzierte Meeting-Strukturen schaffen, weniger Abstimmungsrunden mit mehr Entscheidungsfokus
Führungskräfte stärker in moderner Mitarbeiterführung und Feedbackkultur entwickeln
Vertrauen stärken und Kontrollmechanismen auf ein gesundes Maß zurückfahren
Transparente und faire Prozesse bei personellen Entscheidungen etablieren
Bereichsübergreifende Zusammenarbeit aktiv fördern und Silodenken abbauen
Realistische Erwartungshaltungen an Arbeitszeiten und Erreichbarkeit definieren
Klare Karrierepfade und Entwicklungsperspektiven schaffen
Gehaltsstrukturen überprüfen und regelmäßige Anpassungen ermöglichen
Arbeitsatmosphäre
Ich habe die Kultur im Unternehmen als schwierig erlebt. Es fehlt aus meiner Sicht an Vertrauen, stattdessen wird viel über Kontrolle gearbeitet. Das ist mir gerade auf höheren Ebenen aufgefallen. Manche Entscheidungen wirken so, als ob man sich wenig damit beschäftigt, wie sie bei den Mitarbeitenden ankommen.
Was mich zusätzlich irritiert hat: Der Umgang mit sensiblen Themen fühlt sich teilweise zumindest grenzwertig an. Vielleicht ist das nicht überall so, aber der Eindruck bleibt hängen. Insgesamt entwickelt sich das Ganze für mein Empfinden nicht in eine gute Richtung.
Kommunikation
Ehrlich gesagt: zu viele Meetings. Deutlich zu viele.
Es gibt unzählige Boards, Calls und Abstimmungsrunden – und trotzdem fehlt oft die Klarheit. Das Unternehmen ist stark gewachsen, aber die Strukturen sind gefühlt nicht mitgewachsen.
Ich saß teilweise in Terminen, die sich jede Woche wiederholt haben, ohne dass wirklich etwas dabei herauskam. Und nicht selten endet alles in längeren Monologen, anstatt dass ein echter Austausch stattfindet. Das frustriert auf Dauer.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb der Teams ist der Zusammenhalt meistens gut. Das will ich auch klar sagen. Man unterstützt sich und kommt irgendwie gemeinsam durch.
Sobald es aber über Teamgrenzen hinausgeht, wird es kompliziert. Da habe ich oft eher ein Gegeneinander wahrgenommen. Andere Bereiche sind dann nicht unbedingt „Kollegen“, sondern eher… schwierig.
Das sorgt insgesamt für ein angespanntes Klima, auch wenn es im Kleinen oft gut funktioniert.
Work-Life-Balance
Ich persönlich kam damit klar. Aber ich habe definitiv gesehen, dass das nicht für alle gilt.
Die Erwartungen sind hoch, teilweise auch unausgesprochen. Offiziell wird nichts verlangt, praktisch sieht es aber anders aus. Erreichbarkeit wird schon erwartet – auch über den Feierabend hinaus.
Und ja, lange Abende im Büro kommen vor. Man sitzt dann zusammen, bestellt Essen – aber arbeitet eigentlich weiter. Das muss man mögen.
Vorgesetztenverhalten
Lob oder echte Wertschätzung? Eher selten.
Ich hatte öfter das Gefühl, dass es mehr darum geht, Erwartungen zu erfüllen, als sich wirklich weiterzuentwickeln. Das ist schade, weil da eigentlich Potenzial wäre.
Interessante Aufgaben
Die Arbeit selbst ist spannend, keine Frage. Gerade im journalistischen Bereich wird es nicht langweilig.
Was sich aber verändert hat: Der Fokus auf KI und Automatisierung ist deutlich spürbar. Teilweise wirkt es so, als wolle man sehr schnell sehr viel ersetzen. Ob das immer sinnvoll ist, da bin ich mir nicht sicher.
Gleichberechtigung
Im mittleren Management wirkt es relativ ausgeglichen. Nach oben hin eher nicht.
Wobei ich sagen muss: Im Alltag spielen eher die Bereichsgrenzen eine Rolle als das Thema Geschlecht. Und die sind teilweise ziemlich deutlich.
Umgang mit älteren Kollegen
Es gibt nicht viele. Insgesamt eher eine junge Belegschaft. Das bringt Tempo rein, klar – aber manchmal fehlt auch Erfahrung.
Arbeitsbedingungen
Der Standort ist super, direkt am Hauptbahnhof – besser geht’s eigentlich kaum.
Ausstattung passt auch, Mac oder PC, große Bildschirme – alles da.
Ein Punkt, der für mich nicht ganz rund war: Für bestimmte Sicherheitsprozesse muss man sein privates Handy nutzen. Fand ich persönlich nicht optimal, aber das sieht wahrscheinlich jeder anders.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Zum Umweltbewusstsein kann ich kaum etwas sagen, das Sozialbewusstsein...schwieriges Thema.
Dass die Branche aktuell unter Druck steht, ist klar. Trotzdem hat mich der Umgang mit einigen personellen Entscheidungen überrascht – im negativen Sinne.
Ich habe Fälle mitbekommen, bei denen persönliche Umstände aus meiner Sicht kaum eine Rolle gespielt haben. Das bleibt hängen.
Auch bei Kündigungen hatte ich oft den Eindruck, dass sehr hart verhandelt wird. Kann man machen, aber es hinterlässt einen Beigeschmack.
Gehalt/Benefits
Eher durchschnittlich.
Die üblichen Benefits gibt es, aber die reißen es nicht raus. Der obligatorische Obstkorb darf natürlich auch bei ID nicht fehlen. Wichtig ist wirklich: Beim Einstieg gut verhandeln. Danach wird es schwierig.
Gehaltserhöhungen sind nicht selbstverständlich – sagen wir es mal so.
Image
Die einzelnen Marken kennt man teilweise, das Unternehmen dahinter eher weniger.
Gleichzeitig hat man intern schon den Anspruch, eine größere Rolle zu spielen. Das wirkt stellenweise etwas ambitioniert – aber vielleicht ist das auch Teil der Strategie.
Karriere/Weiterbildung
Der Einstieg ist gut organisiert, das muss man sagen.
Danach wird es allerdings zäher. Entwicklungsmöglichkeiten sind nicht immer klar erkennbar. Wer vorankommen will, braucht Geduld – oder schaut sich irgendwann woanders um.
