Hier wird Zukunft großgeschrieben – nur nicht umgesetzt. Wer nichts erwartet, wird nicht enttäuscht.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre lässt deutlich zu wünschen übrig. Motivation ist vielerorts eher Mangelware – entsprechend angespannt ist die Stimmung in einigen Abteilungen. Der ständige Personalwechsel der vergangenen Jahre hat seinen Teil dazu beigetragen. Hinzu kommt eine ausgeprägte Kontrollkultur, bei der Vertrauen offenbar als überbewertet gilt. Das sorgt nicht gerade für ein Arbeitsklima, in dem man gerne zur Arbeit kommt.
Image
Das Image der Firma ist eher überschaubar. Außerhalb der Region kennt das Unternehmen kaum jemand, und wenn doch, dann selten aus besonders positiven Gründen. Von einer starken Arbeitgebermarke kann jedenfalls kaum die Rede sein.
Work-Life-Balance
Eigentlich ist es ganz gut. Homeoffice gibt es inzwischen in nahezu jeder Abteilung, und auch die flexiblen Arbeitszeiten sind völlig in Ordnung.
Was allerdings für Unmut sorgt: Manche Abteilungen genießen eine deutlich großzügigere Work-Life-Balance als andere – zum Beispiel mit bis zu zwei Wochen Homeoffice am Stück. Das wirkt stellenweise eher wie bezahlter Urlaub, nur eben von zu Hause aus. Kein Wunder, dass das zwischen den Abteilungen für Unruhe sorgt.
Karriere/Weiterbildung
Karrierechancen? Eher Fehlanzeige. Höhere Positionen werden bevorzugt extern besetzt, statt den eigenen Mitarbeitern Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Auch bei Weiterbildungen bleibt es meist bei großen Versprechen.
Besonders aussagekräftig ist der Umgang mit den Auszubildenden: Statt den eigenen Nachwuchs langfristig zu halten, lässt man ihn lieber ziehen. Wenn in den letzten Jahren der Großteil der Auszubildenden das Unternehmen verlassen hat, spricht das wohl für sich.
Kollegenzusammenhalt
Wie bereits erwähnt, herrscht hier ein ständiges Kommen und Gehen. Langjährige Kollegen halten eng zusammen. Neue Kollegen haben es dagegen deutlich schwerer, Anschluss zu finden, und werden nicht gerade mit offenen Armen empfangen.
Vorgesetztenverhalten
Je nach Vorgesetztem kann man durchaus Glück haben – die Regel ist das allerdings eher nicht. Klare Kommunikation sucht man vielerorts vergeblich. Wer Missstände anspricht oder Kritik äußert, steht gefühlt schneller auf der Abschussliste, als einem lieb ist. Besonders geschätzt werden offenbar Mitarbeiter, die einfach funktionieren, keine Fragen stellen und möglichst den Mund halten.
Auch beim Thema Gehalt ist von Rückendeckung durch die Führungskräfte wenig zu spüren. Statt sich für ihre Mitarbeiter einzusetzen, wird das Thema häufig ausgesessen oder an die nächste Stelle weitergereicht. Das sind leider keine Einzelfälle, sondern Muster, die sich durch viele Abteilungen ziehen.
Kommunikation
Die Kommunikation ist stark verbesserungswürdig. Wenn es bereits innerhalb der eigenen Abteilung an einem funktionierenden Austausch mangelt, kann eine reibungslose Kommunikation zwischen den Abteilungen kaum erwartet werden. Auch der Austausch mit der Führungsebene gestaltet sich stellenweise schwierig. Probleme werden häufig ausgesessen, totgeschwiegen oder unter den Teppich gekehrt. Der dadurch entstehende Frust ist unter den Mitarbeitern deutlich spürbar.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist okay, insgesamt aber eher unterdurchschnittlich. Als Gegenargument werden dann gerne die angeblich tollen Benefits ins Feld geführt. Schaut man genauer hin, bestehen diese allerdings größtenteils aus Dingen, die anderswo längst selbstverständlich sind – verkauft werden sie hier trotzdem, als hätte man das Rad neu erfunden.
Immerhin gibt es Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Das ist tatsächlich ein Pluspunkt und längst nicht überall Standard. Nur sollte das kein Freifahrtschein dafür sein, ein unterdurchschnittliches Gehalt schönzureden.
Interessante Aufgaben
Viele Mitarbeiter scheinen ihren Arbeitsalltag erstaunlich entspannt zu verbringen. Anders lassen sich die regelmäßigen Raucherpausen und ausgedehnten Spaziergänge kaum erklären. Wer auf der Suche nach Herausforderungen oder einem anspruchsvollen Arbeitsumfeld ist, dürfte hier eher enttäuscht werden.
Man könnte fast meinen, Vollbeschäftigung werde hier gelegentlich kreativ interpretiert. Bei der tatsächlichen Auslastung drängt sich stellenweise die Frage auf, ob wirklich jede Stelle notwendig ist. Aber warum Strukturen hinterfragen, wenn man sie auch einfach seit Jahren unverändert weiterführen kann?