Modernes Arbeitsumfeld mit Potenzial, aber strukturellen Schwächen
Arbeitsatmosphäre
Trotz formaler Bemühungen war eine klare Trennung zwischen internen und externen Mitarbeitenden spürbar. Diese zeigte sich nicht nur strukturell, sondern auch im täglichen Umgang und prägte das Gefühl von Zugehörigkeit und Wertschätzung nachhaltig.
Der Arbeitsalltag war von dauerhaft hohem Erwartungs und Leistungsdruck geprägt. Es kam zu zahlreichen Statusabfragen aus unterschiedlichen Stellen und Ebenen, häufig ohne inhaltliche Informationen oder fachlichen Input. In diesem Zusammenhang wurde wiederholt angedeutet, dass Beschwerden bei der Leitung erfolgen könnten. Dies führte zu einer anhaltenden Überlastung sowie zu dem Eindruck, permanent unter dem Rechtfertigungsdruck zu stehen.
In der Zusammenarbeit kam es wiederholt zu Situationen, die ich als respektlos und persönlich abwertend empfunden habe. Der Umgangston überschritt aus meiner Sicht stellenweise professionelle Grenzen. Da diese Erfahrungen nicht auf Einzelfälle beschränkt blieben, sondern sich über einen längeren Zeitraum hinweg wiederholten, habe ich die Arbeitsatmosphäre insgesamt als stark belastend wahrgenommen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es wird auf Sauberkeit, Mülltrennung und Hygiene geachtet, viele Prozesse sind digitalisiert und umweltbewusst gestaltet. Im sozialen Bereich besteht noch Verbesserungspotenzial bei der Gleichbehandlung und einem respektvollen Umgang miteinander.
Karriere/Weiterbildung
Das Unternehmen bietet viele interessante Weiterbildungen an. Was die Karriereentwicklung betrifft, ist es allerdings schwierig, da viele interessante Positionen mit Beamt:innen besetzt sind und Aufstiegsmöglichkeiten dadurch begrenzt erscheinen.
Vorgesetztenverhalten
Kurz vor dem bekannten Einsatzende hatte ich den Eindruck, besonders herausgestellt zu werden. Da mein Einsatz zeitlich befristet war und das Ende bekannt war, fühlte ich mich in einer wenig abgesicherten Position. Mein offener Umgang mit hoher Belastung sowie der sachliche Versuch, mich zu schützen und eigene Grenzen zu kommunizieren, führten nicht zu Entlastung. Stattdessen entstand für mich der Eindruck, dass Situationen eher zugespitzt als beruhigt wurden. Führung wirkte in diesem Zusammenhang für mich weniger begleitend, sondern demonstrierend und kontrollierend. Eine vertrauensvolle, harmonische und unterstützende Zusammenarbeit auf Augenhöhe habe ich dabei nicht erlebt.
Arbeitsbedingungen
Die Büros sind hell, modern und ansprechend ausgestattet. Besonders positiv sind die höhenverstellbaren Tische, die Rückzugsräume für konzentriertes Arbeiten sowie die großzügige Terrasse, die Küche im 4. Stock und der gemütliche Come-Together-Raum. Diese Ausstattung trägt spürbar zu einem angenehmen Arbeitsumfeld bei.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt wurde pünktlich gezahlt und lag im marktüblichen Rahmen der öffentlichen Verwaltung. Für gleichwertige Tätigkeiten waren in öffentlich zugänglichen Ausschreibungen unterschiedliche Eingruppierungen ausgewiesen. Mir selbst wurde trotz Studium und mehrjähriger kaufmännischer Erfahrung eine niedrigere Einstufung angeboten. Für vergleichbare Tätigkeiten wurden zu anderen Zeitpunkten höhere Einstufungen veröffentlicht. Diese sichtbaren Unterschiede hatten unter Berücksichtigung der erlebten Arbeitsatmosphäre Einfluss auf meine Motivation, mich bei der BITBW intern zu bewerben.
Interessante Aufgaben
Ich wurde in sehr lange zurückliegende, über Jahre offene Vorgänge eingebunden und sollte Aufgaben übernehmen, deren Hintergründe aufgrund fehlender Informationen nur schwer nachvollziehbar waren.
Die Bearbeitung erfolgte unter erheblichem Zeitdruck, verbunden mit Hinweisen auf mögliche Eskalationen auf sehr hohen Ebenen bei ausbleibenden sofortigen Ergebnissen.
Im weiteren Verlauf kam es zu Situationen und Verhaltensweisen, die ich als stark belastend und respektlos empfunden habe und die meinen Arbeitsalltag nachhaltig prägten.