Von anfänglicher Hoffnung zur wachsenden Enttäuschung: Warum ich das Unternehmen verlassen werde.
Verbesserungsvorschläge
Aus persönlichen Gründen habe ich keine weiteren Verbesserungsvorschläge, da ich mich entschieden habe, das Unternehmen kurz- bis mittelfristig zu verlassen. Auf Basis meiner bisherigen Erfahrungen halte ich es nicht für sinnvoll, mich an die Personalabteilung oder den Betriebsrat zu wenden, da aus den genannten Gründen weder der Betriebsrat präsent ist, noch ich der Personalabteilung Vertrauen entgegenbringe.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist leider stark belastet. Insbesondere die Führungskräfte agieren oft inkompetent und inkonsequent. Es entsteht der Eindruck von Ungleichbehandlung. Manche Teammitglieder werden bevorzugt, andere ungerecht behandelt. Das schürt Misstrauen und macht eine konstruktive Zusammenarbeit sehr schwierig.
Image
Immer häufiger bekomme ich mit, dass Kolleginnen und Kollegen untereinander besprechen, dass die Zufriedenheit im Unternehmen stark nachgelassen hat. In den letzten zwei bis drei Jahren hat sich die Lage deutlich verändert, und ich höre von vielen, dass sie ernsthaft über einen Wechsel nachdenken. Zwar würde ich das Image der Firma momentan noch als gut bezeichnen, aber es ist eindeutig, dass es sich auf dem absteigenden Ast befindet.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance im Unternehmen ist insgesamt auf einem sehr hohen Niveau. Flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit, persönliche Belange gut mit dem Job zu vereinbaren, werden hier großgeschrieben. Ich empfinde das als einen echten Pluspunkt. Allerdings muss ich einen kleinen Abzug geben, da ich in Einzelfällen die Erfahrung gemacht habe, dass meine Vorgesetzte bestimmte Themen zu meinem Nachteil interpretiert. Das schmälert die ansonsten wirklich positive Balance ein klein wenig. Doch unterm Strich ist die Work-Life-Balance hier definitiv ein großer Vorteil.
Karriere/Weiterbildung
Das Unternehmen bietet viele Weiterbildungs- und Karriereprogramme an, was grundsätzlich positiv ist. In manchen Bereichen habe ich jedoch das Gefühl, dass gewisse unklare Faktoren eine Rolle spielen, wenn es um die Förderung geht. Ich kann mir sonst schwer erklären, warum manche Positionen so besetzt wurden. Alles in allem ist es okay, aber es gibt auf jeden Fall noch Luft nach oben, um Chancengleichheit und Transparenz zu stärken.
Gehalt/Benefits
Mit meinem Gehalt bin ich grundsätzlich zufrieden. Ich weiß, dass es innerhalb des Teams oder der Abteilung zu Gehaltsunterschieden kommen kann, und für manche Kolleginnen und Kollegen sieht es daher anders aus. In meinem Fall passt es jedoch. Besonders positiv ist, dass die Gehälter stets pünktlich bezahlt werden und dass es attraktive Sozialleistungen wie Jobrad, eGym und weitere Angebote gibt. In dieser Hinsicht gibt es kaum etwas zu beanstanden. Ein kleiner Abzug ergibt sich allerdings dadurch, dass es zwar Gehaltserhöhungen gab, diese jedoch sehr gering ausfielen. In Verbindung mit dem starken Kaufkraftverlust in den letzten drei bis vier Jahren hat sich mein Reallohn verringert. Wenn überhaupt eine Gehaltserhöhung möglich ist, hängt sie leider von der Gunst der Führungskräfte ab, und genau dadurch habe ich, wie in den genannten Beispielen, klare Nachteile. So würde ich meine Bewertung im Bereich von drei bis vier Sternen einordnen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Unternehmen zeigt durchaus Engagement in sozialen und umweltbezogenen Themen. Man spürt, dass der Anspruch da ist, sich gesellschaftlich und nachhaltig einzubringen. Allerdings klaffen der Anspruch und die gelebte Realität in manchen Bereichen noch ein wenig auseinander. Trotzdem würde ich sagen, dass das Unternehmen insgesamt auf einem sehr guten Weg ist und weiterhin positive Schritte unternimmt.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist insgesamt gemischt. Mit einigen Kolleginnen und Kollegen verstehe ich mich sehr gut, und in diesen Konstellationen spüre ich einen starken Zusammenhalt und eine tolle Unterstützung. Leider erlebe ich es in meinem Fall aber auch so, dass jene Kolleginnen und Kollegen, die vom Vorgesetzten bevorzugt werden, weniger auf mich zugehen. Dadurch fehlt mir gerade in diesem Teil des Teams der Zusammenhalt, den ich eigentlich sehr schätze, weil ich weiß, dass er in anderen Bereichen durchaus vorhanden ist.
Umgang mit älteren Kollegen
In Bezug auf den Umgang mit älteren Kolleginnen und Kollegen habe ich persönlich noch keine konkreten Erfahrungen gemacht. Ich habe dabei jedoch nicht das Gefühl, dass ältere Kolleginnen und Kollegen in irgendeiner Weise bevorzugt oder benachteiligt werden. Aus meiner Sicht ist der Umgang in dieser Hinsicht weitgehend neutral.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten ist ein gravierendes Problem. Ich erlebe deutliche Ungleichbehandlung im Team, was zu spürbarer Unfairness führt. Fachliche Inkompetenz zeigt sich in planlosen Entscheidungen und mangelnder Unterstützung. Es wirkt so, als wäre Geschlecht wichtiger als Qualifikation. Das schwächt Motivation und Zusammenarbeit deutlich. Noch dazu ist der Betriebsrat quasi inexistent. Bei Arbeitsverdichtung und Ungleichbehandlung im Team ist keinerlei Unterstützung spürbar. Diese fehlende Präsenz verschärft die Gesamtsituation zusätzlich.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind absolut top. Die Ausstattung lässt keine Wünsche offen, von modernen Arbeitsplätzen bis hin zu hervorragenden Tools. Die Räumlichkeiten sind sehr ansprechend und bieten eine angenehme Atmosphäre. Besonders hervorzuheben ist die Kantine, die nicht nur ausgezeichnetes Essen bietet, sondern auch den Austausch fördert. Insgesamt sind die Bedingungen hervorragend, und man merkt, dass hier wirklich viel Wert auf das Umfeld gelegt wird.
Kommunikation
Die Kommunikation im Unternehmen ist zweigeteilt. Auf der einen Seite ist die Transparenz in den Townhall-Meetings durch die Geschäftsführung wirklich lobenswert. Hier werden Zahlen, Daten und Fakten offen geteilt, was den Überblick sehr erleichtert. Gleichzeitig fehlt es aber im Arbeitsalltag oft an zugänglichen internen Informationen. Um die eigenen Aufgaben zu erfüllen, muss man sich viele relevante Details mühsam zusammensuchen, da sie nicht zentral bereitgestellt werden. Das sorgt leider für zusätzlichen Aufwand und Reibungsverluste.
Gleichberechtigung
In meiner Wahrnehmung scheint es nicht nur so, dass Aufstiegschancen für Frauen gefördert werden ,es wirkt vielmehr, als sei dies eine Voraussetzung im mittleren Management. Gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass Arbeitskräfte ,zumindest in meinem Fall und dem einiger Kolleginnen, kaum Wertschätzung erfahren während Kleinigkeiten gleich kritisiert werden. Besonders irritiert mich, wenn Personen nach einer längeren Abwesenheit unmittelbar in eine Führungsposition kommen und diese sogar in Teilzeit ausüben. Zudem irritiert mich, dass manche Positionen intern gar nicht erst ausgeschrieben werden, während andere sehr wohl offenstehen. Diese Inkonsequenz verstärkt meinen Eindruck von fehlender Transparenz und Chancengleichheit.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben in meinem Tätigkeitsfeld sind ausgesprochen vielfältig und spannend. Ich habe es mit unterschiedlichsten Themen und Sachverhalten zu tun und stelle mich flexibel auf verschiedenste Kontexte ein. Diese Vielfalt bereichert meine Arbeit enorm. Besonders spannend ist dabei, dass ich mit unterschiedlichsten Ausdrucksweisen und kulturellen Aspekten in Kontakt komme, ohne ins Detail zu gehen. Insgesamt sind die Aufgaben absolut bereichernd und tragen viel dazu bei, dass ich meinen Arbeitsalltag als durchweg interessant empfinde.


