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JACOB 
Elektronik 
GmbH
Bewertung

Früher familiär und sozial, heute auf dem absteigenden Ast

2,1
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2025 im Bereich Vertrieb / Verkauf bei JACOB Elektronik GmbH in Karlsruhe gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

- moderne Ausstattung
- Möglichkeit als Mitarbeiter rabattiert zu bestellen

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

- Einschränkung von Freiheit und kaum Vertrauen mehr
- Arbeitszeiten mit kaum Flexibilität
- Kommunikation der GF
- Gleichbleibendes unterdurchschnittliches Gehalt, bei schlechteren Konditionen

Verbesserungsvorschläge

- Personalengpässe beheben (wird wahrscheinlich nicht passieren, da die firmeninterne KI angeblich alles verbessern soll)
- Mehr auf die Angestellten hören. Nicht nur die Führungskräfte

Arbeitsatmosphäre

Besonders seit 2025 sehr schlecht. Es wurden sehr viele Entscheidungen „von oben herab" getroffen, die jegliche Motivation und Gemeinschaftsgefühl für die meisten Mitarbeitenden eliminiert haben. In den Pausen wird über das eigene Unternehmen gelästert, da sich ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit festgesetzt hat.

Image

Im Vergleich zur Konkurrenz eher unbekannt. Bei Privatverbrauchern hat das Image in letzter Zeit auch sehr gelitten, da der Service chronisch unterbesetzt ist (siehe Bewertungen online).

Work-Life-Balance

Früher gab es Regelarbeitszeiten von 9-16 Uhr, freitags sogar nur bis 15 Uhr.

Seit Anfang 2025 gilt: 8–17 Uhr. Keine Flexibilität mehr. Homeoffice wurde von 3 Tagen auf 2 Tage die Woche gekürzt und an erreichte finanzielle Ziele gekoppelt. Sind diese nicht erfüllt, entfällt das Homeoffice komplett.

8–17 Uhr heißt auch, dass man dazu gedrängt wird, täglich 1 Stunde Pause zu machen. Wenn man wie ich immer nur 30 Minuten Pause nimmt, entstehen auch 0,5 Überstunden, die sich auf dem Stundenkonto summieren.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Grundsätzlich sehr digital und wenig Papier. Die Geschäftsführung fährt aber teure SUV's mit leistungsstarken Motoren, was bei der aktuellen Unternehmenslage auch demotivierend wirkt.

Kollegenzusammenhalt

In meinem Team zumindest sehr gut. Das hat mich auch länger beim Unternehmen gehalten, als ich rational gesehen hätte bleiben sollen.

Vorgesetztenverhalten

Hiermit meine ich nicht meinen Teamleiter. Dieser war kompetent und nett. Von anderen Abteilungen hört man aber regelmäßig Horrorgeschichten. Verbunden mit der vorher erwähnten Geschäftsführung muss ich bestätigen, dass fast alle Vorgesetzten nicht für ihre Führungspositionen qualifiziert sind.

Arbeitsbedingungen

Der Umzug in den Technologiepark brachte ein neues, modernes Bürogebäude mit sich. Bei Kundenbesuchen ist das im Vergleich zum alten Standort sehr viel angemessener.

Allerdings wurde am neuen Standort primär auf Großraumbüros gesetzt. Wenn 10 Personen im gleichen Raum telefonieren, ist konzentrierte Arbeit unmöglich.

Kommunikation

Wichtige Entscheidungen werden willkürlich von der Geschäftsführung getroffen. Um die Kommunikation davon wird sich kaum gekümmert. Im Flurfunk erfährt man die Entscheidung meist ca. eine Woche früher, bevor es einen offiziellen Termin durch einen Abteilungsleiter gibt. Das wirkt besonders in einer für das Unternehmen schwierigen Phase sehr unprofessionell.

Gehalt/Benefits

Grundgehalt ist ein Witz in vertrieblichen Positionen. Knapp über Mindestlohn. Dafür kann man mit seiner Provision das Gehalt aufbessern.
Besonders am Anfang ist das allerdings sehr schwer. Außerdem können die Provisionsgrenzen, bei denen man prozentual mehr verdient, 1 × im Jahr erhöht werden. Dies ist auch zum Jahreswechsel 24/25 passiert.

Um branchendurchschnittlich zu verdienen, muss man zu den besten 20% gehören. Wirklich gut verdienen sehr wenige. Einem ehemaligen Kollegen, der sehr gut verdient hatte, wurde sein bester Kunde genommen, den er über Jahre hinweg aufgebaut hatte. Das senkt die Motivation für andere natürlich sehr, da nun die Gefahr besteht, seine besten Kunden zu verlieren.

Gleichberechtigung

Es ist wahrscheinlich der Branche geschuldet, dass überwiegend Männer im Unternehmen vertreten sind. Allerdings gibt es dennoch fast gar keine Frauen in Führungspositionen.

Interessante Aufgaben

Die Arbeit war durch die verschiedenen Kunden sehr interessant. Auch die Artikel, die verkauft werden, haben mein Interesse manchmal geweckt


Karriere/Weiterbildung

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Arbeitgeber-Kommentar

Dominik Schmidt, Director People, Development & Organisation
Dominik SchmidtDirector People, Development & Organisation

Vielen Dank für Dein sehr ausführliches und differenziertes Feedback.

Es freut mich, dass Du die moderne Ausstattung, die Mitarbeiterrabatte und vor allem Deinen Team Lead positiv hervorhebst – und dass der Zusammenhalt in Deinem Team so gut war, dass er Dich sogar länger gehalten hat, als Du es rational für richtig gehalten hättest. Das zeigt, dass es im Kleinen viel gibt, worauf wir aufbauen können.

Zu den Arbeitszeiten und dem Flex-Office: Die Umstellung auf 8–17 Uhr im Vertrieb ist korrekt und bewusst so entschieden worden. Diese Regelung betrifft ausschließlich den Vertriebsbereich und hängt direkt mit unseren gemeinsamen Wachstumszielen zusammen – Vertrieb lebt von Einsatzwille und zeitlichem Invest, auch am Nachmittag. Viele Kolleginnen und Kollegen leben das bereits seit Langem vor, jetzt gilt es für alle. Dass Flex-Office an das Erreichen finanzieller Ziele gekoppelt ist, ist ebenfalls beabsichtigt: Leistung und Erfolg sollen sich lohnen und wieder mehr Flexibilität ermöglichen.

Den von Dir beschriebenen Effekkt bei der Pausenregelung, der zu ungewollten Minus- bzw. Plusstunden führt, nehme ich mir dennoch gerne an – das sollte nicht zulasten der Mitarbeitenden gehen.

Deine Kritik an der Kommunikation der Geschäftsführung und am Vorgesetztenverhalten in anderen Abteilungen nehme ich ernst. Wenn wichtige Entscheidungen über den Flurfunk früher bekannt werden als über den offiziellen Weg, ist das nicht der Anspruch, den wir haben, gerade in einer für das Unternehmen fordernden Phase.

Auch der Punkt zu Frauen in Führungspositionen ist berechtigt und ein Thema, an dem wir arbeiten müssen, unabhängig davon, wie die Branche insgesamt aufgestellt ist.

Zum Gehalt: Das Provisionsmodell im Vertrieb ist bewusst leistungsorientiert aufgebaut, gerade damit sich besonderer Einsatz auch finanziell auszahlt. Den von Dir geschilderten Fall, dass einem Kollegen ein langjährig aufgebauter Kunde entzogen wurde, kenne ich in dieser Form nicht und würde ihn gerne im Detail verstehen, da so etwas tatsächlich demotivierend wirken kann, wenn es ohne nachvollziehbaren Grund geschieht. Falls jedoch das Schweizer Unternehmen angesprochen ist: Dafür gibt es triftige Gründe, die wir allerdings nicht hier in der Öffentlichkeit erläutern. Nur soviel: Jede Medaille hat zwei Seiten. Es lohnt sich beide Seiten zu betrachten.

Magst Du Dich bei Gelegenheit direkt und diskret mit mir austauschen, insbesondere zum genannten Kundenfall und zur Kommunikation der Geschäftsführung? Das würde mir helfen, hier genauer hinzuschauen.

Viele Grüße,
Dominik

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.