Eigentlich schade, denn es hätte so viel Potential...
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv hervorzuheben sind die grundsätzlich vorhandenen Freiräume für eigenverantwortliches Arbeiten, die kompetenten Kollegen und die Möglichkeit, sich aktiv einzubringen. Auch das obere Management zeigt grundsätzlich Gesprächsbereitschaft und bemüht sich erkennbar, das Unternehmen weiterzuentwickeln.
Wünschenswert wäre, auf diesen Stärken aufzubauen, den Mitarbeitenden wieder mehr Vertrauen und Gestaltungsspielraum entgegenzubringen und die vorhandenen Potenziale durch verlässliche Rahmenbedingungen und eine offene Unternehmenskultur besser zur Entfaltung kommen zu lassen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Mangelnde Transparenz, eingeschränkte Mitbestimmung und teilweise schwer nachvollziehbare Managemententscheidungen haben Vertrauen gekostet. Die restriktivere Homeoffice-Regelung verschlechtert die Work-Life-Balance, während Gehalt, Karriereentwicklung und Weiterbildungsmöglichkeiten wenig Perspektive bieten. Hinzu kommen eine zunehmende Verunsicherung der Belegschaft und ungenutztes Potenzial durch unnötige Eingriffe in die eigenverantwortliche Arbeit.
Verbesserungsvorschläge
Um das Vertrauen der Mitarbeitenden zurückzugewinnen und die Attraktivität des Unternehmens langfristig zu stärken, sollte der Fokus stärker auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Belegschaft gelegt werden. Dazu gehört, Mitarbeitende nicht nur über Veränderungen zu informieren, sondern sie frühzeitig in Entscheidungsprozesse einzubeziehen und ihre Rückmeldungen erkennbar in die Gestaltung des Arbeitsalltags einfließen zu lassen.
Statt zusätzlicher Vorgaben und kurzfristiger Maßnahmen braucht es klare Prioritäten, nachvollziehbare Entscheidungen und mehr Freiraum für eigenverantwortliches Arbeiten. Gleichzeitig sollten verlässliche Entwicklungsperspektiven, faire Vergütungsmodelle und zeitgemäße Arbeitsbedingungen geschaffen werden, die den unterschiedlichen Lebenssituationen der Mitarbeitenden gerecht werden.
Auch die Führungsebene sollte den aktuellen Veränderungsprozess zum Anlass nehmen, die eigene Aufstellung kritisch und ergebnisoffen zu reflektieren. Dabei sollte geprüft werden, ob die vorhandenen Kompetenzen, Erfahrungen und Perspektiven den aktuellen Herausforderungen weiterhin gerecht werden oder ob ergänzender Input von außen – etwa durch zusätzliche Expertise oder eine gezielte Neubesetzung einzelner Schlüsselpositionen – neue Impulse setzen könnte. Eine solche Selbstreflexion ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine wichtige Voraussetzung für nachhaltige Veränderung.
Mein zentraler Vorschlag ist, einen strukturierten Veränderungsprozess gemeinsam mit der Belegschaft aufzusetzen: Durch eine anonyme Mitarbeiterbefragung, konkrete Verbesserungsziele und regelmäßige Rückmeldungen zum Umsetzungsstand können die dringendsten Probleme identifiziert und schrittweise gelöst werden. Entscheidend ist, nicht weitere Maßnahmen anzukündigen, sondern wenige, wirksame Veränderungen konsequent umzusetzen, Führungsverantwortung dabei ausdrücklich einzubeziehen und den Erfolg transparent zu machen. So kann aus dem Anspruch, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein, wieder eine glaubwürdige und erlebbare Unternehmenskultur werden.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war besonders dann gut, wenn die Kollegen eigenständig und ungestört arbeiten konnten. Künstliche und teilweise unnötige Eingriffe haben dieses funktionierende Miteinander jedoch spürbar beeinträchtigt. Maßnahmen, die eher als Aktionismus wahrgenommen werden, verfehlen ihr Ziel, solange sie nicht an den tatsächlichen Problemen ansetzen. Gleichzeitig breitet sich zunehmend ein Klima der Unsicherheit, Angst und Zurückhaltung aus, das Eigeninitiative und Kreativität hemmt.
Verbesserungsvorschlag: Mehr Vertrauen und Eigenverantwortung ermöglichen, unnötige Eingriffe reduzieren und die tatsächlichen Probleme gezielt angehen, um eine offene und konstruktive Arbeitsatmosphäre wiederherzustellen.
Image
Das Unternehmensimage ist von außen schwer einzuschätzen, da der italienische Mutterkonzern in Deutschland wenig bekannt ist. Die einstige Identität und Außenwirkung von Cellular, die FFW wieder zu stärken versucht hat, kann Jakala aktuell offenbar nicht überzeugend vermitteln.
Verbesserungsvorschlag: Eine klare, konsistente Markenidentität für den deutschen Markt entwickeln und die Stärken sowie die Historie des Unternehmens gezielt nach außen kommunizieren.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance hat durch die neue Pflicht zu drei Bürotagen pro Woche spürbar gelitten. Im Branchenvergleich eher wenige Urlaubstage sowie eine 40-Stunden-Woche, teilweise verbunden mit erheblichen Pendelzeiten, beeinträchtigen die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zusätzlich und dürften die Bewertung entsprechend verschlechtert haben.
Verbesserungsvorschlag: Die Homeoffice-Regelung wieder flexibler gestalten und die Rahmenbedingungen bei Arbeitszeit und Urlaub überprüfen, um die Work-Life-Balance nachhaltig zu verbessern.
Karriere/Weiterbildung
Das komplexe, vom italienischen Mutterkonzern vorgegebene Framework als Ersatz der klassischen Karriereleiter passt nur bedingt zum DACH-Standort und wird zudem nicht konsequent gelebt. Dadurch können Karrierewege in Sackgassen enden. Eigeninitiative bleibt zwar wichtig, Weiterbildungsmaßnahmen werden jedoch eher selten angeboten.
Verbesserungsvorschlag: Ein praxistaugliches, transparentes Karrieremodell etablieren, Entwicklungsperspektiven verbindlich aufzeigen und Mitarbeitende durch gezielte Weiterbildungsangebote aktiv fördern.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt liegt tendenziell unter dem Durchschnitt, wobei es je nach Tätigkeitsbereich und Verhandlungsgeschick variieren kann. Lange Zeit wurde dies unter anderem durch die äußerst flexible, inzwischen jedoch gestrichene Homeoffice-Regelung ausgeglichen. Gehaltserhöhungen sind selten, Inflationsausgleiche bleiben aus und in der Vergangenheit wurden vereinzelt Zusagen letztlich nicht umgesetzt.
Zu den Benefits zählen ein attraktives Innenstadtbüro, Radleasing, ein Fitnesszuschuss, wöchentliches Mittagessen sowie gelegentliche Events, wobei Sommerfest und Weihnachtsfeier Pflichtveranstaltungen sind.
Verbesserungsvorschlag: Eine marktgerechte und transparente Vergütungsstruktur etablieren, Gehaltsentwicklungen verlässlicher gestalten und verbindliche Zusagen einhalten, um die Attraktivität als Arbeitgeber nachhaltig zu stärken.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Unternehmen zeigt mit Initiativen wie der selbst auferlegten No-Meat-Policy grundsätzlich Umweltbewusstsein. Die verpflichtende Anwesenheit an drei Bürotagen pro Woche steht dazu jedoch im Widerspruch, da zusätzliche Pendelwege den ökologischen Fußabdruck erhöhen.
Verbesserungsvorschlag: Nachhaltigkeit konsequent in allen Unternehmensentscheidungen berücksichtigen und flexible Homeoffice-Regelungen ermöglichen, um unnötige Emissionen zu vermeiden.
Kollegenzusammenhalt
Die Kollegen untereinander verhalten sich fair und kollegial.
Umgang mit älteren Kollegen
Ich denke hier kann man durchaus eine positive Bewertung abgeben.
Vorgesetztenverhalten
Das Vertrauen in das Management ist teilweise stark beeinträchtigt. Zwar sind die Bemühungen, die Situation zu verbessern, erkennbar, dennoch wirken manche Entscheidungen willkürlich und sind schwer nachvollziehbar. Der laufende Umbruch und die Fluktuation in verschiedenen Führungsbereichen erschweren zusätzlich die inhaltliche Kontinuität und Stabilität.
Verbesserungsvorschlag: Entscheidungen transparenter begründen, klare strategische Leitlinien vermitteln und durch mehr Kontinuität in der Führung das Vertrauen der Mitarbeitenden nachhaltig stärken.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind teilweise verbesserungswürdig: Kleine Schreibtische, wenig Privatsphäre und ein unterschiedlich stark ausgelastetes Großraumbüro erschweren konzentriertes Arbeiten. Zudem sind Meetingräume gelegentlich knapp. Die Office-Software stammt aus dem Hause Microsoft.
Verbesserungsvorschlag: Arbeitsplätze ergonomischer gestalten, Rückzugsmöglichkeiten schaffen und die Verfügbarkeit von Meetingräumen bedarfsgerecht sicherstellen.
Kommunikation
Regelmäßige Infotermine finden statt, dennoch werden relevante Informationen nicht immer rechtzeitig oder vollständig kommuniziert. Auch das frühere „Ask-Me-Anything“-Format hat durch den Ausschluss anonymer Fragen erheblich an Nutzen verloren. Initiativen für mehr Mitbestimmung, etwa die angestrebte Betriebsratsgründung, wurden mit dem Hinweis auf alternative Austauschmöglichkeiten abmoderiert. Gleichzeitig werden Entscheidungen wie die Einschränkung des Homeoffice ohne vorherige Diskussion getroffen. Das passt nicht zum Anspruch eines offenen Ohres für die Belegschaft.
Verbesserungsvorschlag: Informationen frühzeitig und transparent teilen, anonyme Fragen wieder zulassen und Mitarbeitende vor wichtigen Entscheidungen verbindlich einbeziehen, statt sie vor vollendete Tatsachen zu stellen.
Gleichberechtigung
Ich denke hier kann man durchaus eine positive Bewertung abgeben.
Interessante Aufgaben
Die Zufriedenheit ist in diesem Punkt eher gering, wobei die Einschätzung sicherlich auch von persönlichen Vorlieben abhängt.
Verbesserungsvorschlag: Die unterschiedlichen Bedürfnisse der Mitarbeitenden stärker berücksichtigen und nach Möglichkeit mehr individuelle Gestaltungsspielräume schaffen, auch wenn das natürlich zu jeweiligen Projektlage passen muss.