Schlimm...
Verbesserungsvorschläge
- Transparente Kommunikation fördern
Es wäre hilfreich, wenn Entscheidungen – gerade personelle – offen und nachvollziehbar kommuniziert würden. Mitarbeitende sollten wissen, woran sie sind, anstatt plötzlich vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.
- Führungskräfte besser schulen
Besonders im Hinblick auf arbeitsrechtliche Grundlagen in Deutschland und den respektvollen Umgang mit Mitarbeitenden wäre eine intensivere Schulung der Führungskräfte – gerade derer, die im Ausland sitzen – dringend nötig.
- Feedback- und Konfliktkultur stärken
Mitarbeitende sollten die Möglichkeit haben, Probleme oder Missstände offen anzusprechen, ohne negative Konsequenzen befürchten zu müssen. Eine funktionierende Feedbackkultur wäre hier ein erster Schritt in die richtige Richtung.
- Wertschätzung zeigen – nicht nur versprechen
Wenn jemand gute Arbeit leistet und sich engagiert, sollte das auch langfristig Anerkennung finden – nicht nur in Worten, sondern auch in Handlungen und Entscheidungen.
- Work-Life-Balance ernst nehmen
Regelmäßige Überstunden sollten nicht die Norm sein. Eine echte Work-Life-Balance entsteht nicht durch Angebote auf dem Papier, sondern durch gelebte Arbeitskultur.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre hängt stark vom Team ab, mit dem man zusammenarbeitet. Mit den richtigen Kolleg:innen kann es richtig Spaß machen – man unterstützt sich gegenseitig, der Umgang ist locker und wertschätzend, und man fühlt sich wohl. Leider ist das nicht überall so. In manchen Konstellationen fehlt es an Kommunikation oder Teamgeist, was sich natürlich auf die Stimmung auswirkt. Insgesamt also sehr teamabhängig.
Work-Life-Balance
Grundsätzlich war eine Work-Life-Balance möglich – es gab keine grundsätzliche Verpflichtung zu Überstunden. Allerdings sah die Realität an manchen Tagen anders aus: Wenn man regelmäßig bis 20 Uhr im Home Office sitzt, bleibt vom "Life" im Verhältnis zur "Work" nicht viel übrig.
Besonders enttäuschend ist im Nachhinein, dass trotz des großen Engagements keine Wertschätzung erfolgte. Wie bereits unter „Kollegenzusammenhalt“ erwähnt, wurde ich nach monatelangem Einsatz letztlich ohne erkennbare Anerkennung entlassen. Das wirft natürlich die Frage auf, ob sich der persönliche Einsatz und die investierte Zeit überhaupt gelohnt haben.
Kollegenzusammenhalt
Wie bereits unter „Arbeitsatmosphäre“ erwähnt, steht und fällt vieles mit den richtigen Kolleg:innen. In meiner Abteilung gab es einen guten Zusammenhalt, weshalb ich in diesem Punkt auch 3 Sterne vergeben habe. Man hat sich gegenseitig unterstützt und das Miteinander war größtenteils angenehm.
Leider kann ich das nicht für das gesamte Unternehmen sagen. Über einen längeren Zeitraum hinweg wurde ich von einer Teamleitung schlecht behandelt – trotz mehrfacher Hinweise und der Hoffnung, dass seitens des Unternehmens eingegriffen wird, blieb eine spürbare Konsequenz aus, abgesehen von einem späteren Wechsel der Teamleitung.
Besonders enttäuschend war, dass mir zunächst signalisiert wurde, ich sei eine wichtige Person für das Unternehmen. Doch nur wenige Monate später wurde ich entlassen – und das ohne wirkliche Erklärung oder Wertschätzung. Dieses Verhalten hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack und lässt Zweifel an der tatsächlichen Unternehmenskultur aufkommen.
Vorgesetztenverhalten
Was soll man dazu noch sagen? Wie schon erwähnt: Die Art und Weise, wie mit Mitarbeitenden umgegangen wird, ist teilweise einfach respektlos. Eine Kündigung kam ohne Vorwarnung, ohne Gespräch, ohne nachvollziehbare Begründung – einfach so. Besonders bitter ist das, wenn man die Probezeit schon überstanden hat, sich voll eingebracht hat und dann plötzlich vor vollendete Tatsachen gestellt wird, während andere, die sich noch in der Probezeit befinden, bleiben dürfen.
Vieles wird unter den Teppich gekehrt – das ist leider Realität. Wenn man mitbekommt, dass jemand unfair behandelt wird, sollte man erwarten können, dass Führungskräfte eingreifen. Stattdessen wird lieber die Person, die Missstände anspricht, aussortiert. Das wirkt eher wie ein Schutzmechanismus für fragwürdige Führung als wie ein gesundes Arbeitsumfeld.
Besonders kritisch: Die Führung sitzt im Ausland (UK) und scheint wenig bis gar kein Verständnis für deutsche Arbeitsgesetze oder kulturelle Unterschiede zu haben. Das merkt man im Alltag – vor allem dann, wenn es ernst wird. Vertrauen in die Führungsebene? Nach dieser Erfahrung: leider nicht vorhanden.
Kommunikation
Kommunikation ist leider ein großes Defizit. Es wird viel erwartet, aber es fehlt an klarer, offener und rechtzeitiger Kommunikation. Oft wird einfach ein Termin in den Kalender gesetzt, ohne Vorabinformation oder Kontext – und dann werden vor allem negative Punkte angesprochen.
Meetings bieten leider auch selten Raum für echte Offenheit. Kritik wird häufig eher verdeckt formuliert oder Probleme werden gar nicht erst angesprochen – geschweige denn transparent aufgearbeitet. Das wirkt manchmal so, als wolle man Fehler lieber vertuschen als gemeinsam Lösungen zu finden. Diese Art der Intransparenz scheint Teil der amerikanisch geprägten Unternehmenskultur zu sein, was ich persönlich nicht nachvollziehen kann. Offenheit und Klarheit würden hier definitiv zu mehr Vertrauen und besserer Zusammenarbeit führen.
