Gute Ansätze, aber mangelnde Kommunikation und fragwürdige Führungskultur
Gut am Arbeitgeber finde ich
Der Teamzusammenhalt, der durch den freundschaftlichen Umgang und gemeinsame Aktivitäten geprägt ist. Außerdem schätze ich die gebotenen Freiheiten, wie die flexible Arbeitszeitgestaltung und die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen. Bei Bedarf erhält man zudem Unterstützung, sei es bei der beruflichen Weiterentwicklung oder im Arbeitsalltag.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung im Unternehmen. Oft werden Personen bevorzugt, die sich besonders lautstark präsentieren, während die Erfolge ruhigerer Mitarbeitender übersehen werden. Meine mehrjährige Tätigkeit war letztlich geprägt davon, die Fehler und deren Konsequenzen auszubaden, die durch Kollegen verursacht wurden, die sich scheinbar profiliert hatten – in der Praxis jedoch wenig Substanz zeigten. Diese Situationen wurden weder hinterfragt noch offen angesprochen, und für solche Schaumschläger gab es keinerlei Konsequenzen.
Verbesserungsvorschläge
Das Unternehmen sollte wirklich einmal das Gespräch mit dem Team suchen und dabei aufrichtig zuhören, anstatt nur Behauptungen aufzustellen.
Bei den regelmäßigen Teamtagen liegt der Fokus häufig auf Selbstbeweihräucherung und der Darstellung, wie gut alles läuft. Stattdessen wäre es wichtig, die angepriesene Fehlerkultur aktiv zu leben, indem auch schwierige Themen offen, proaktiv und konstruktiv angesprochen werden. So könnte jedem Mitarbeitenden ein Raum geboten werden, um ehrliches Feedback zu geben und sich mit seinen Anliegen gehört zu fühlen.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist hervorragend. Die Arbeitszeit kann flexibel eingeteilt werden, was eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ermöglicht. Auch die Urlaubsplanung gestaltet sich unkompliziert, und bei Bedarf ist es problemlos möglich, die Arbeitszeit vorübergehend zu reduzieren.
Karriere/Weiterbildung
Wer aktiv nach Weiterbildungen fragt, erhält in der Regel Unterstützung und die Kosten werden übernommen. Eigeninitiative ist dabei jedoch entscheidend, da Weiterbildungsangebote nicht immer proaktiv angeboten werden.
Kollegenzusammenhalt
Der Umgang unter den Kollegen ist überwiegend freundschaftlich und angenehm. Besonders im jungen Team herrscht ein guter Zusammenhalt, und es werden auch außerhalb der Arbeit regelmäßig gemeinsame Aktivitäten unternommen. Das trägt maßgeblich zu einem positiven Arbeitsklima bei.
Vorgesetztenverhalten
Leider habe ich die Erfahrung gemacht, dass einige Führungskräfte zwar als Experten auftreten, jedoch nicht immer über die notwendige Fachkompetenz oder Führungserfahrung verfügen. Ein theoretisches Wissen ersetzt dabei nicht die praktischen Fähigkeiten einer guten Führungskraft.
Zudem wurden Hinweise auf mögliche zukünftige Probleme oft ignoriert. Ein Beispiel dafür ist, dass Projekte zunächst erfolgreich gestartet wurden, doch nach der Übergabe an andere Teams traten vorhersehbare Schwierigkeiten auf, über die die initiale Projektleitung auch informiert war. Anstatt konstruktiv nach Lösungen zu suchen, wurde die Verantwortung dann häufig von sich gewiesen mit dem Hinweis, dass während der eigenen Projektleitung alles reibungslos lief. Das hat mitunter zu Frustration geführt.
Kommunikation
Die Kommunikation im Unternehmen könnte deutlich transparenter sein. Obwohl eine offene Kommunikation betont wird, wird dieser Anspruch in der Praxis nicht immer erfüllt. Ein Beispiel dafür ist die Ankündigung im Herbst, dass es bei Erreichen eines bestimmten Ziels einen Bonus für alle Mitarbeitenden geben würde. Danach gab es jedoch keine Rückmeldung mehr – weder dazu, ob das Ziel knapp verfehlt wurde noch wie weit man davon entfernt war.
Auch bei Entscheidungen der Führungsebene fehlt häufig die Einbindung der Fachkräfte mit der entsprechenden Expertise. Das führt nicht nur zu Unverständnis, sondern auch zu Frustration im Team, da wichtige Entscheidungen ohne Rücksprache getroffen werden.
Nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen habe ich zudem mehrfach versucht, die Personalabteilung zu kontaktieren, da es noch offene Rückfragen gab. Weder offizielle E-Mails noch direkte E-Mail an die betreffenden Personen wurden beantwortet. Diese fehlende Reaktionsbereitschaft hinterlässt einen unprofessionellen Eindruck und erschwert eine konstruktive Nachbereitung.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist ausbaufähig, insbesondere für Mitarbeitende, die mit einem niedrigen Einstiegsgehalt beginnen. Gehaltserhöhungen erfolgen meist nur nach aktiver Nachfrage, und die prozentualen Anpassungen fallen eher gering aus.
Zusätzlich wurde der Wunsch nach Zusatzleistungen wie dem Wellpass oder Hansefit trotz hoher Nachfrage im Team wiederholt abgelehnt. Stattdessen wurde das Jobrad angeboten, das jedoch lediglich von einer Person im Team genutzt wurde. Hier wäre mehr Entgegenkommen bei den gewünschten Benefits wünschenswert, um die Mitarbeitermotivation und -zufriedenheit weiter zu steigern.
Interessante Aufgaben
Wer Eigeninitiative zeigt, kann beim Johner Institut viel erreichen, neue Dinge ausprobieren und sich fachlich weiterentwickeln. Die Aufgaben sind abwechslungsreich und bieten die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen. Allerdings hängt der Handlungsspielraum stark vom Wohlwollen der Führungskräfte ab. Ohne deren Unterstützung stößt man häufiger auf Hindernisse, die den Fortschritt erschweren.