Gute Außendarstellung – aber gelebte Realität sieht anders aus
Gut am Arbeitgeber finde ich
Hier kann ich nur noch sagen „Homeoffice & Obstkorb“ Leider keine Besserung in Sicht. Kritik – selbst wenn sie sachlich, respektvoll und lösungsorientiert geäußert wurde – stieß häufig auf Abwehr oder wurde relativiert. Die oft verwendete Formulierung „Ich teile deine Meinung nicht“ wirkt weniger wie ein Dialogangebot als wie eine subtile Abwertung. Mit der Zeit entsteht der Eindruck, dass nur das Feedback willkommen ist, das ins gewünschte Bild passt. Viele Kolleg:innen begannen daher, kritische Themen lieber nicht mehr offen anzusprechen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Nach negativen Bewertungen wird massiv darauf gedrängt, positive Bewertungen zu verfassen – teils mehrfach, teils in Teammeetings. Es entsteht ein unauthentisches Bild nach außen. Bewertungen werden intern besprochen, indirekt infrage gestellt oder als „unangebracht“ kommentiert. In Einzelfällen wurde sogar versucht, herauszufinden, wer die Bewertung verfasst haben könnte.
Verbesserungsvorschläge
Das, was offiziell als Unternehmenskultur kommuniziert wird – Offenheit, Vertrauen, flache Hierarchien – habe ich im Arbeitsalltag nicht erlebt. Wer auf echte Feedbackmöglichkeiten, transparente Entscheidungen und verlässliche Strukturen Wert legt, sollte sich bewusst machen, dass Anspruch und gelebte Wirklichkeit hier auseinandergehen.
Arbeitsatmosphäre
Man hatte ständig das Gefühl, beobachtet zu werden – als würde ein falsches Wort reichen, um als illoyal zu gelten.
Image
Nach außen wirkt journaway wie ein offenes, modernes Unternehmen mit kurzen Wegen und einer Kultur, in der jede Stimme zur zählt.
Work-Life-Balance
Überstunden werden erwartet und ich kann sie nur schwer abbauen.
Karriere/Weiterbildung
Einige bekommen Weiterbildungen bezahlt, andere nicht. Je nach Entscheidung und Sympathie des HR Chefs.
Gehalt/Benefits
Es gibt hier Menschen, die gerade so zum Mindestlohn arbeiten, aber schon Jahre da sind und viel geleistet haben. Offiziell wird immer gesagt „Gehaltserhöhungen kommen von uns“ - im Alltag ist es aber nicht so. Zumindest bei keinem den ich kenne. Um alles muss gekämpft werden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Man bekommt das Gefühl, dass es nur fürs Image mitgemacht wird.
Kollegenzusammenhalt
Kollegialität im Team und die Möglichkeit, sich inhaltlich einzubringen, waren grundsätzlich gegeben – allerdings verliert auch das an Bedeutung, wenn Vertrauen und Offenheit fehlen.
Umgang mit älteren Kollegen
Es werden „Witze“ auf Kosten der andern gemacht.
Vorgesetztenverhalten
Entscheidungen wirkten nicht immer nachvollziehbar. Persönliche Nähe zu Führungskräften hatte spürbaren Einfluss darauf, wer welche Verantwortung bekam oder wessen Vorschläge Gewicht hatten. Leistung allein war nicht immer ausschlaggebend – das wird intern durchaus wahrgenommen und wirkt sich negativ auf die Motivation aus.
Arbeitsbedingungen
Büropräsenz wird gefordert - es gibt aber nicht genügend Plätze. Was auch komisch ist: Einige Arbeiten nur aus dem Homeoffice und in anderen Teams muss man 1-2 x die Woche ins Büro kommen. Begründung unklar.
Kommunikation
Kommunikation war nicht selten unvollständig oder verspätet, Verantwortlichkeiten blieben unklar. Wiederholt wurden Projekte gleichzeitig oder doppelt bearbeitet, weil Prozesse entweder fehlten oder nicht eingehalten wurden. Diese strukturellen Probleme sind seit Langem bekannt, echte Verbesserungen blieben jedoch aus.
Gleichberechtigung
Ich habe lange überlegt, ob ich diese Bewertung schreibe – gerade weil intern so stark auf Bewertungsplattformen geachtet wird. Letztlich halte ich es aber für wichtig, ein möglichst realistisches Bild zu vermitteln: Nein, Gleichbehandlung sehe ich bei journaway nicht wirklich. Das hat nichts mit Frauen/Männer zu tun, sondern wie gut man sich anpasst und gute Miene zum bösen Spiel machen kann.
Interessante Aufgaben
Ich musste lange Zeit nur Exel Tabellen füllen.