Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Mangelnde Kommunikation, unzuverlässige Dienstpläne, beantragte freie Tage oft nicht genehmigt
- Arbeitsschutz hat erhebliches Verbesserungspotenzial, nach Handverletzung wurde ich nicht zum Arzt/nach Hause geschickt
- keine Schlichtung, sondern Selbstinitiierung von Lästereien und Abwertungen
- Fehlende Einarbeitung, unklare Aufgabenverteilung, Einsätze ohne Zustimmung
- Unfaire und intransparente Auszahlung von Provisionen und Trinkgeldern
- Seit Oktober 2025 gab es einen Papierkrieg mit der Berufsgenossenschaft, da diese mir einen Arbeitsunfall von zweien aberkannt hatte. Auf Nachfrage bei der BGN wurde mir mitgeteilt, der Arbeitgeber hätte nur einen Arbeitsunfall bestätigt. Infolge der Kununu-Bewertung und nach mehrfacher schriftlicher Aufforderung wurde nach einem 3/4 Jahr schließlich der zweite Unfall bestätigt. Schreiben der BGN, die meine Aussagen bekräftigen, liegen ebenfalls vor.
- Ich habe eine Belästigung am Arbeitsplatz gemeldet. Ich fühlte mich nicht gesehen und ernst genommen, erstrecht, als ICH die Kündigung erhielt...
Verbesserungsvorschläge
- Kommunikation: Dienstpläne rechtzeitig bereitstellen, beantragte freie Tage zuverlässig genehmigen.
- Arbeits- und Gesundheitsschutz: aktiver Schutz am Arbeitsplatz (Arbeitsmittel und mentaler Schutz), Verletzungen medizinisch versorgen (lassen) und korrekt bei der Berufsgenossenschaft melden.
- Respektvoller Umgang: Lästereien, Belästigungen und Abwertungen in jeglicher Form müssen durchgehend unterbunden werden, sowohl von Kollegen als auch von Vorgesetzten. Konflikte sollten fair gelöst, nicht vertuscht oder selbst initiiert werden.
- Einarbeitung und Schulungen: Neue Mitarbeitende ausreichend einarbeiten, Schulungen verpflichtend und nachvollziehbar durchführen.
- Vergütung: Provisionen und Trinkgelder klar regeln und transparent auszahlen. Fehlverhalten in der Auszahlung sollte nicht akzeptiert werden.
- Verantwortlichkeiten: Aufgaben klar verteilen, Überlastung vermeiden, Einsätze nur mit Zustimmung der Mitarbeitenden durchführen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war sehr belastend. Es wurde viel gelästert, auch durch die Chefin im Beisein anderer Mitarbeitender. Ständiges Petzen, unklare Anweisungen, kurzfristige Änderungen, fehlende Kommunikation und verspätete Dienstpläne gehörten zum Alltag.
Die Terrassentische stellten ein erhebliches Verletzungsrisiko dar. Aufgrund von Personalmangel war ich oft alleine auf der Terrasse und musste die von Gästen verstellten Tische wieder in Position bringen. Dabei kam es zu zwei getrennten Arbeitsunfällen, bei denen ich mir beide Hände verletzte: linksseitig am Daumen (Kapsel- und Sehnenverletzung) und rechtsseitig am Mittelfinger (stark geschwollen und teilweise taub). Die Tische klappten beim Tragen oder Ziehen unkontrolliert zusammen. Einen der Unfälle hat die Chefin persönlich mitbekommen. Trotz sichtbarer Verletzungen wurde ich nicht zum Arzt geschickt, sondern arbeitete weiter. Auch im Verlauf wurde ich weiterhin im Service eingesetzt und musste körperlich belastende Tätigkeiten wie Teller tragen und Getränke schleppen ausführen. Meine Bitte, an der Rezeption zu arbeiten, wurde abgelehnt.
Image
Das Hotel war stets bemüht ein gewisses Image aufrechtzuerhalten, obwohl die Zimmer veraltet und renovierungsbedürftig waren. Dafür waren die Preise zu hoch angesetzt. Zu essen gab es à la Carte u. a. überteuerte Tiefkühlpizza.
Work-Life-Balance
Ich wurde zu 50 % im Service und zu 50 % an der Rezeption eingestellt, obwohl ich mich aufgrund meiner gesundheitlichen Verfassung für eine 100 % Stelle an der Rezeption beworben hatte. Ich hatte mehrfach betont, dass körperlich anstrengende Arbeit für mich nicht gut ist. Trotzdem war ich zu 90% im Service. Und am Ende wurde geäußert ich könne an der Rezeption nichts.
Karriere/Weiterbildung
Ich wurde nie richtig für die Arbeit an der Rezeption eingelernt.
Schulungsprüfungen, die dafür vorgesehen waren, das Hotelsystem und Buchungen zu erlernen, sollten auf Druck der Chefetage hin von anderen, ausgelernten Kräften abgelegt werden, um eine Durchfallquote zu vermeiden.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war eher unterdurchschnittlich.
Ich musste der Verpflegungspauschale und dem Fahrtgeld von meiner Dienstreise nach Königswinter ewig hinterherrennen. Der Provisionsanteil betrug 5 %, abzüglich Steuern, das war ein Plus. Obwohl es vertraglich festgehalten war, wurde sich geweigert, mir anteilig ein Weihnachtsgeld zu bezahlen. Erst nach mehrmaligem Schriftverkehr wurde es nachgezahlt, ebenso das Urlaubsgeld, da ich die letzten Tage vor Vertragsende krankgeschrieben war. Vergünstigungen gab es auf bestimmte Snacks.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Täglich wurden große Mengen an übrig gebliebenem Essen entsorgt, statt gespendet oder anderweitig verwendet.
Kollegenzusammenhalt
Kollegenzusammenhalt war kaum vorhanden. Ich wurde regelmäßig gemobbt. Ständig rannten meine Kollegen zu meiner Chefin und petzten, was ich falsch gemacht hätte. Hintenrum wurde ununterbrochen über mich gelästert. Vom Küchenchef wurde ich teilweise angebrüllt, von einem Servicemitarbeiter sexuell belästigt. Ich war die Einzige, die meine Kollegen nicht verpetzt hatte (was mir die Chefin am Ende sogar bestätigte). Als ich gekündigt wurde, sagte die Chefin: „Ich dachte halt immer, weil ich nur über Sie etwas gehört habe, dass Sie das Problem sind.“ Es wurde nie versucht zu vermitteln oder das Gespräch zu suchen. Sogar mein Trinkgeld (10 €) wurden geklaut, als ich es in der Küche liegen ließ. Die ernüchternde Antwort der Chefin, als ich um Klärung bat, war: „Da kann ich jetzt auch nichts machen. Wahrscheinlich ist es versehentlich im Müll gelandet.“
Obwohl ich 50/50 für Rezeption/Service angestellt war, haben die Kollegen sich gesträubt, mich am Trinkgeld zu beteiligen. Ich sollte also weder aus der Service-, noch aus der Rezeptionskasse etwas bekommen. Bei Nachfrage wurde von der Chefin nur geäußert, ich solle das mit den Kollegen klären.
Umgang mit älteren Kollegen
In diesem Hotel war respektvolles Miteinander schwer zu finden.
Vorgesetztenverhalten
In meiner bisherigen Berufserfahrung habe ich ein solches Verhalten noch nicht erlebt. Krankmeldungen von Kollegen wurden vor anderen Mitarbeitenden abwertend kommentiert. Zudem wurde angedeutet, man könne auch einmal nicht ausstempeln. Dienstpläne wurden regelmäßig erst 1–2 Tage im Voraus erstellt, obwohl vertraglich 2 Wochen vorgesehen waren; beantragte freie Tage wurden häufig nicht berücksichtigt.
Nach einer Brandschutzschulung wurde mir ohne Klärung eine Abmahnung angedroht, obwohl ich den Vorfall nicht verursacht hatte. Zudem wurde ich wiederholt kritisiert, ich würde "nur rumstehen" oder anderen die Provision „wegnehmen“.
Kurz vor meiner Kündigung wurde ich mit verletzter Hand in ein Partnerhotel nach Königswinter geschickt (ca. 6 Stunden Anfahrt), obwohl ich dem Einsatz nicht endgültig zugestimmt hatte. Dort arbeitete ich alleine im Service und an der Rezeption, während die Provision an einen anderen Mitarbeiter ging. Fahrtkosten musste ich vorstrecken und erhielt sie erst nach mehrfacher Nachfrage zurück. Der Berufsgenossenschaft liegen zwar Unterlagen zu beiden meiner Arbeitsunfälle vor. Trotzdem wird von der Arbeitgeberin behauptet, es habe nur einen Unfall gegeben.
Arbeitsbedingungen
Man musste als Angestellter vom Service oder der Rezeption auch in der Küche mithelfen, aber die Küche hat nie dem Service geholfen. Wenn ich an der Rezeption arbeiten sollte, musste ich trotzdem im Service mithelfen, durfte aber keine Getränke ins System eintippen, damit ich keine Umsatzbeteiligung „wegnehme“. Außerdem hieß es ich würde immer nur Bonieren wegen des Geldes und keine Getränke richten, sondern das die anderen machen lassen, was nicht mal stimmte.
Manche Gäste weigerten sich, Getränke zu bezahlen, die sie angeblich nicht konsumiert hatten, weshalb die Mitarbeitenden angewiesen wurden, dies selbst zu übernehmen.
Kommunikation
Es wurde über Monate hinweg nicht kommuniziert, ob das Hotel über die Wintermonate nun schließt oder nicht. Später bekam man nur die Option ab Januar Arbeitslosigkeit und im März neu angestellt werden, in ein Partner-Hotel versetzt werden oder Stundenreduktion. Die Entscheidung über meine Kündigung wurde nicht rechtzeitig kommuniziert, obwohl nach eigener Aussage der Chefin bereits länger feststand, dass ich gehen sollte. Die Kommunikation war weder respektvoll, noch auf Augenhöhe.
Gleichberechtigung
Ein Kollege, der schon etwa 10 Jahre dort angestellt war, hat mich sexuell belästigt. Er hatte mich zwei Mal bei der Arbeit auf den Mund geküsst, obwohl ich schon beim ersten Mal meinte, ich möchte das nicht. Der Kollege berührte mich beim Vorbeilaufen wiederholt unerwünscht an intimen Stellen wie meinem Po und meinen Brüsten. Ich wusste nicht, wem ich mich anvertrauen sollte. Irgendwann habe ich es doch der Chefin gemeldet, da er mich ständig in die Ecke gedrängt und angebrüllt hat, um mich klein zu machen. Die angespannte Situation hatte die Chefin mitbekommen und direkt zu mir gesagt was mir einfalle so launisch zu sein. Obwohl ich ihr nicht vertraute, vertraute ich mich ihr schließlich doch an. Sie meinte, sie hätte mit solchen Fällen keine Erfahrung. Aber sie könnte sich nicht vorstellen, dass er nach über 10 Jahren Anstellung gekündigt werden würde. Am Ende wurde schließlich ich gekündigt, angeblich „aus Schutz“. Für mich ist das Täterschutz… Mir wurde ohne Vorwarnung die Kündigung bei einer Kündigungsfrist von 7 Tagen überreicht (anfangs hatte man nur eine Kündigungsfrist von 3 Tagen). Und mit dem Wissen der baldigen Kündigung hatte man mich noch nach Königswinter geschickt.
Interessante Aufgaben
Ich war zu 90 % im Service und kratzte Essensreste von den Tellern. Auch die Angestellten an der Rezeption mussten regelmäßig helfen. Es gab keinen Spüler, sodass die Küche und auch die Leute vom Service regelmäßig spülen mussten. Ich stand bei 40 Grad Raumtemperatur teilweise 4 Stunden mit meiner Arbeitskleidung von Service/Rezeption an der Spüle, bis meine Kleidung völlig durchnässt war. Mit Hygiene hatte das nichts mehr zu tun. Auch wenn eine Schulung dahingehend abgeschlossen werden musste, die man anfangs sogar selbst bezahlen sollte. Ich wurde sogar mit verletzter Hand an die Spüle geschickt, um Geschirr, Besteck und schwere Töpfe zu spülen. Zum Dank wurde sich von der Küche noch beschwert, wenn man etwas falsch gemacht hatte. Weitere Aufgaben neben den typischen Aufgaben von Service/Rezeption waren u. a. die Lager aufzuräumen, Scherben aus den heißen, stinkigen Heizungskellern zu beseitigen, Müll und Flaschen zu entsorgen, zu putzen und Seminarräume vorzubereiten. War das Housekeeping schon weg und etwas nicht vorbereitet, bezog man auch mal ein Bett.