Warum einarbeiten, wenn man Mitarbeiter auch einfach aussortieren kann?
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Auswahl der Kollegen. Es wurde ein wirklich gutes und harmonisches Team zusammengestellt, in dem die Zusammenarbeit und der persönliche Umgang untereinander sehr gut funktioniert haben. Umso bedauerlicher, dass es für einen Großteil der Kollegen bereits während der Probezeit nicht weiterging.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Der enorme Druck und die daraus resultierende Unsicherheit. Nach meiner Wahrnehmung wurden rund 70 % der Kollegen bereits während der Probezeit gekündigt. Dadurch entsteht eine permanente Angst, bei einer kurzen Phase ohne Abschlüsse direkt der Nächste zu sein.
Besonders fragwürdig fand ich die Führungskultur. Mir wurde zu Beginn meines letzten Monats unmissverständlich vermittelt, dass ich jetzt liefern müsse - ansonsten sei ich raus. Einen Tag später wurde mir dann mitgeteilt, dass die Entscheidung ohnehin bereits gefallen sei. Viel deutlicher kann man wohl kaum zeigen, wie wenig die eigene Führungsebene miteinander abgestimmt ist.
Dabei lag mein Umsatz auf einem vergleichbaren Niveau wie bei den Kollegen, die mit mir gestartet waren. Der Unterschied war offenbar nicht die Leistung, sondern das Vertrauen, das man bereit war, mir entgegenzubringen. Statt Mitarbeiter aufzubauen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich langfristig zu entwickeln, hatte ich den Eindruck, dass kurzfristige Ergebnisse über allem standen.
Das Ganze fühlte sich für mich teilweise wie eine toxische Beziehung an: Liefert man einen Deal, ist man der Held. Läuft es eine Woche schlechter, wird einem gefühlt schon die Kündigung vor die Nase gehalten. Führung durch Angst mag kurzfristig Druck erzeugen - langfristig schafft sie vor allem Unsicherheit, Misstrauen und Fluktuation.
Verbesserungsvorschläge
Mehr Zeit und Struktur bei der Einarbeitung neuer Mitarbeiter sowie realistische Erwartungen an die ersten Monate. Mitarbeiter sollten die Möglichkeit bekommen, sich einzuarbeiten und zu entwickeln, anstatt bereits früh massiv unter Druck gesetzt zu werden. Weniger kurzfristiger Druck und mehr nachhaltige Unterstützung würden aus meiner Sicht deutlich mehr zur Motivation und langfristigen Leistung beitragen.
Arbeitsatmosphäre
Meine beste berufliche Entscheidung aus 2026 entpuppte sich als Totalausfall
Die Unternehmenskultur habe ich als extrem intransparent und wenig wertschätzend erlebt. Entscheidungen und Veränderungen wurden häufig ohne Einbindung der Mitarbeiter getroffen und teilweise schlecht oder gar nicht kommuniziert. Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass Mitarbeiter auf vergleichbarer Ebene unterschiedlich behandelt wurden und einzelne Kollegen deutlich mehr Unterstützung erhielten. Im Zuge dessen wurde teilweise gelogen, dass alle Mitarbeiter aus der jeweiligen Starterserie (Monat) den gleichen Support (durch SDRs) kriegen würden - das war nach Nachfrage bei den Kollegen nicht der Fall. Insgesamt fehlten mir klare Kommunikation, Gleichbehandlung und ein echtes Gefühl von Wertschätzung.
Gehalt/Benefits
Gute Gehaltsmöglichkeiten bei Zielerreichung. Fixum bei guter Verhandlung auch ok.
Arbeitsbedingungen
schönes Büro! Alles da, was man braucht. Es könnte ein wenig größer sein, aber das ist dem enormen Wachstum geschuldet.
Gleichberechtigung
Sehr wenig Vielfalt. Salesteam bestand zu 90% aus 20-35 Jahre alten Männern.

