Mittelmaß, gibt bessere, aber auch schlechtere.
Verbesserungsvorschläge
Die Mentalität eines Familienunternehmens wiederfinden, da ist man leider "rausgewachsen".
Arbeitsatmosphäre
An Wänden und auf Tassen sind Unternehmenswerte, die richtig und wichtig sind, nur gelebt werden sie leider kaum. Das man sie überhaupt aufschreiben musste, sagt ja schon einiges aus.
Alles ist so streng geregelt, dass es einem das Gefühl gibt, dass man den Mitarbeitern nicht traut und auch nichts zutraut.
Was sich in Beispielen wie festen Pausenzeiten, Krankenrückkehrgesprächen und Homeoffice-Regelungen, wie das automatische Kappen der Arbeitszeit, wiederspiegelt.
Es gibt halbherzige Versuche, Veränderungen herbei zu führen, wie Workshops nach Great Place to Work Umfragen oder Agile Coachings, aber wirklich ändern tut sich nichts. Mehr Schein als Sein.
Der Betriebsrat, an sich nette Menschen und einzelne sind sehr engagiert, ist aber schon sehr auf Seite des Unternehmens.
Die einmal im Jahr stattfindende Betriebsversammlung ist an einem Samstag, man bekommt bei Teilnahme aber eine kleine Aufwandsentschädigung. Ansonsten ist der Betriebsrat sehr sparsam mit Informationen. Alles wird hinter verschlossenen Türen gemacht und die Mitarbeiter, dessen Interessen ja man eigentlich vertreten sollte, werden außen vor gelassen und vor vollendete Tatsachen gestellt.
Image
Es wird wirklich viel für die Außenwirkung, vor allem regional, getan, deshalb glaube ich, dass das Image ziemlich gut ist.
Work-Life-Balance
In der Regel klappt die Urlaubsplanung. Wenn man aus privaten Gründen spontan einen Tag frei braucht, geht das meist problemlos.
Homeoffice wird ungerecht gehandhabt, manchen Abteilungen stehen mehr Tage zu als dem Rest.
Überstunden sind an der Tagesordnung, der Freizeitausgleich geht kaum, weil zu viel zu tun ist. So wird man schnell zum Gutstundensammler.
Flexible Arbeitszeiten, aber nur in der Theorie, starre Kernarbeitszeit und feste Pausen.
Altersteilzeit wird strikt abgelehnt.
Karriere/Weiterbildung
Das interne Angebot von Seminaren und Workshops ist sehr gut.
Einen Stern Abzug gibt es, weil die Möglichkeiten der dann tatsächlichen beruflichen Weiterentwicklung recht eingeschränkt sind.
Gehalt/Benefits
Nicht im Tarif, es wird damit geworben, dass man sich am Tarif orientiert. Tatsächlich hinkt man aber schon sehr hinterher.
Und es gibt auch Ungerechtigkeiten, gleiche Arbeit heißt nicht auch gleiches Geld. Dabei übergeht die Personalabteilung die Beurteilung des Vorgesetzten und blockiert die Weiterentwicklung des Gehalts bis zum Zielgehalts der Stelle.
Positiv zu erwähnen sind Benefits wie jobRad, Versorgungswerk und die Bezuschussung des Essens in der, wirklich guten, Kantine.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Umweltbewusstsein kann ich nicht beurteilen.
Nach außen hat man ein hohes Sozialbewusstsein. Es gibt immer wieder verschiedene Aktionen wie zum Beispiel Waffel-Verkauf für einen guten Zweck.
Intern hat man aber noch einige Luft nach oben, in puncto "Menschlicher Umgang" mit den Mitarbeitern.
Kollegenzusammenhalt
Das ist abhängig davon in welcher Abteilung man landet, es gibt welche da ist das Miteinander echt super und andere in der sich alle spinnefeind sind.
Im Großen und Ganzen aber überwiegend gut.
Umgang mit älteren Kollegen
Die älteren Kolleginnen und Kollegen werden einerseits geschätzt. Viele davon sind schon seit ihrer Ausbildung im Unternehmen. Andererseits ist der Umgang mit den gesundheitlichen Problemen, die mit dem Alter einhergehen, nicht so schön. Außerdem entsteht durch den hohen Altersdurchschnitt und der langjährigen Zugehörigkeit eine "Das haben wir schon immer so gemacht"-Mentalität.
Vorgesetztenverhalten
Es gibt es solche und solche.
Menschlich gesehen sind ein paar wirklich top und bei dem einen oder anderen, kann man kaum erwarten das derjenige in Rente geht. Der Rest ist irgendwo dazwischen.
Ansonsten starre Hierarchien, altbackene Vorstellung von Mitarbeiterführung.
Arbeitsbedingungen
Die Räumlichkeiten sind schon sehr in die Jahre gekommen. Ergonomie steckt noch in den Kinderschuhen.
Die technischen Arbeitsmittel sind ausreichend.
Großraumbüros sind sehr laut und für die Konzentration nicht förderlich, gerade am Präsenztag (Donnerstag).
Kommunikation
Läuft von unten nach oben oft ins Leere bzw. wird auf dem Weg abgefangen. Das Management weiß vieles , dass so los ist, gar nicht und will es scheinbar auch nicht wissen.
Vielleicht der Grund warum man die Kommunikation in die andere Richtung offenbar nicht für nötig hält. Das höchste der Gefühle ist mal ein knapper Sharepoint-Post ohne nähere Erläuterungen.
Gleichberechtigung
Von ca 30 Führungskräften sind gerade mal 2 weiblich.
Auch bei Beförderungen werden Männer scheinbar bevorzugt.

