Ihr Unternehmen?

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Karl 
Immanuel 
Küpper-Stiftung
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Haltet euch fern! Vornerum Sympathisch - hintenrum respektlos

1,5
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2025 für dieses Unternehmen in Köln gearbeitet.

Verbesserungsvorschläge

Insgesamt zeigt sich ein Arbeitsumfeld, das nach außen funktional wirkt, intern jedoch stark von Überlastung, Instabilität und fehlender Wertschätzung geprägt ist. Hohe Fluktuation, mangelnde Unterstützung durch Führungsebenen und strukturelle Defizite wirken sich nicht nur auf die Mitarbeitenden, sondern auch deutlich auf die Qualität der pädagogischen Arbeit aus. Wer langfristig gesund, fachlich wirksam und mit echter Gestaltungsmöglichkeit arbeiten möchte, sollte sehr genau abwägen, ob die eigenen Erwartungen und Grenzen mit den hier gelebten Rahmenbedingungen vereinbar sind.

Arbeitsatmosphäre

Die Räumlichkeiten wirken insgesamt einigermaßen zeitgemäß. Gleichzeitig sind Teile der Flure sehr groß und unpraktisch angelegt, sodass selbst kleine Erledigungen unnötig viel Zeit kosten. Dadurch entstehen im Arbeitsalltag vermeidbare Verzögerungen und zusätzliche Unruhe. Auch kurze Wege oder klare Zuständigkeiten werden dadurch erschwert.
Während meiner Tätigkeit kam es in nahezu allen Teams der Jugendhilfe zu extrem häufigen Personalwechseln. Diese mangelnde personelle Kontinuität hatte spürbare Auswirkungen auf die Jugendlichen und führte regelmäßig zu Krisen. Ursache dafür war vor allem eine strukturelle Überforderung der Mitarbeitenden. Neue Kolleg:innen wurden nach sehr kurzer Einarbeitungszeit bereits für anspruchsvolle Nachtdienste auf mehreren Gruppen gleichzeitig eingesetzt. Negative Erfahrungen, starke Anspannung und Schlafprobleme waren die Folge. Rückmeldungen an Vorgesetzte wurden häufig bagatellisiert oder mit Aussagen wie „daran gewöhnt man sich“ abgetan. Eine nachhaltige Personalentwicklung oder echte Fürsorge fand kaum statt.

Image

Nach Außen hin versucht die Stiftung die Fassade aufrechtzuerhalten. Aber im inneren scheint es zu schimmeln. Die Fahne von dem positiven Image wird von ein paar Mitarbeitenden und netten Projekten oben gehalten. Aber sobald diese ausgeblendet werden, bröckelt die Fassade sehr.

Interessanter weise wurden wir Mitarbeitenden auch schon mal gebeten, hier auf Kununu eine positive Bewertung zu schreiben. Die wenigsten haben es gemacht.

Work-Life-Balance

Theoretisch wird auf Arbeitszeitregelungen und Erholung Wert gelegt. In der Praxis führten Personalausfälle jedoch dazu, dass Mitarbeitende teilweise zehn bis zwölf Tage am Stück arbeiteten. Ruhezeiten wurden faktisch ausgehöhlt, was langfristig zu Erschöpfung und sinkender Arbeitsqualität beitrug.

Karriere/Weiterbildung

Mehrere Gruppenleitungen werden voraussichtlich bis zur Rente in ihren Positionen bleiben. Wird doch einmal eine Leitungsstelle frei, entsteht häufig der Eindruck, dass die Nachfolge informell bereits feststeht. Die vorgeschriebene Ausschreibung wirkt dann eher formell. Zudem zeigte sich, dass neu besetzte Leitungspositionen oft nur kurz bestehen bleiben, da engagierte Personen mit Veränderungswillen am hohen Arbeitsaufwand und an strukturellem Widerstand scheitern. Wer sich kritiklos in bestehende Abläufe einfügt und keine Veränderungen anstrebt, scheint hingegen gut zurechtzukommen – insbesondere mit einer klassischen Fünf-Tage-Woche.

Gehalt/Benefits

Die Bezahlung ist grundsätzlich solide. Durch das Wechselschichtsystem lässt sich ein vergleichsweise gutes Einkommen erzielen. Zusatzleistungen wie Urban Sports ODER ein Deutschlandticket ODER ein Jobrad werden vergünstigt angeboten, allerdings jeweils nur als Einzeloption und nicht kombinierbar.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Zwar wurden vereinzelt E-Autos angeschafft, gleichzeitig besteht ein Großteil der Fahrzeugflotte aus sehr verbrauchsintensiven Dieselautos. Auf den Gruppen wird wenig Wert auf nachhaltige Haushaltsführung gelegt, was kein Vorwurf ist. Sondern die Zeit für eine nachhaltige Auseinandersetzung fehlt hier einfach. Resteverwertung findet daher kaum statt, sodass regelmäßig größere Mengen an Lebensmitteln entsorgt werden mussten.

Kollegenzusammenhalt

Durch die ständigen Personalwechsel der letzten Jahre war es schwierig, stabile Vertrauensbeziehungen aufzubauen – sowohl unter Kolleg:innen als auch für die Jugendlichen. Zusätzlich kam es unter neuen Mitarbeitenden vereinzelt zu Cliquenbildung, Lästerverhalten und dem Ausschluss erfahrener Fachkräfte. Eine wertschätzende Teamkultur oder aktive Konfliktmoderation durch die Leitung war kaum erkennbar.

Umgang mit älteren Kollegen

Da kaum Mitarbeitende langfristig bleiben, lassen sich nachhaltige Entwicklungs- oder Karrierewege schwer beurteilen. Auffällig ist jedoch, dass Leitungskräfte überwiegend älter sind und ihre Positionen offenbar langfristig bis zum Renteneintritt absichern. Nachwuchsförderung oder transparente Nachfolgeplanung ist kaum erkennbar.

Vorgesetztenverhalten

Insbesondere die oberste Führungsebene verfügt über wenig eigene Erfahrung in päd. Arbeit. Strategische Entscheidungen auf Stiftungsebene, die direkte Auswirkungen auf die Jugendlichen haben, wurden häufig aus einer betriebswirtschaftlichen Perspektive getroffen. Die beratenden Gruppen- und pädagogischen Leitungen wirkten selbst stark überlastet, sodass Entscheidungen getroffen wurden, die aus fachlicher Sicht teils als schädlich für die Jugendlichen eingeschätzt werden könnten. Eine kritische Reflexion dieser Entscheidungen fand mMn kaum statt.

Arbeitsbedingungen

Der offiziell vorgesehene Betreuungsschlüssel entspricht kaum der Realität. Krankheitsbedingte Ausfälle führten regelmäßig dazu, dass Tagdienste alleine geleistet wurden, obwohl fachlich mindestens zwei Personen erforderlich gewesen wären. Alleinarbeit war eher die Regel als die Ausnahme. Dies erzeugte enormen Stress, erhöhte das Risiko von Fehlern und führte wiederum zu weiteren Krankmeldungen. Besonders problematisch ist, dass Gruppen- oder pädagogische Leitungskräfte in solchen Situationen nicht selbst einspringen, gleichzeitig aber hohe Erwartungen an die Mitarbeitenden stellen. Unterstützung bleibt meist theoretisch.

Kommunikation

Selbst kleinste Entscheidungen zogen sich häufig über sehr lange Zeiträume hin, da viele Verantwortliche Unsicherheiten hatten oder keine Verantwortung übernehmen wollten. Das führte bei Mitarbeitenden regelmäßig zu Frustration. Pädagogische Entscheidungen wurden oft intransparent getroffen oder über die Köpfe der Fachkräfte hinweg beschlossen, obwohl diese die Jugendlichen am besten kannten. Rückmeldungen aus den Teams wurden selten ernsthaft berücksichtigt, was zu Demotivation und Resignation führte.

Gleichberechtigung

Kolleg:innen mit interkulturellen Namen oder People of Color waren während meiner Zeit nur sehr vereinzelt vertreten. Sichtbare Bemühungen um Diversität, Antidiskriminierung oder strukturelle Öffnung waren kaum wahrnehmbar. Wurden Workshops in Bezug auf interkulturelle Konflikte angeboten, so wurden diese von mittelalten weißen Männern aus der Mittelschicht angeboten.

Interessante Aufgaben

Die Arbeiten mit den Jugendlichen und deren Entwicklung zu bereichern hat Spaß gemacht.

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Arbeitgeber-Kommentar

Karl Immanuel Küpper-Stiftung

Guten Tag!

Vielen Dank für die ausführliche Rückmeldung. Kritik dieser Tiefe nehmen wir ernst – auch dann, wenn wir einzelne Darstellungen nicht teilen.

Die Stiftung befindet sich seit mehreren Jahren in einem bewussten und transparenten Veränderungsprozess. Themen wie Arbeitsbelastung, Personalbindung, Führung, Kommunikation und Qualität in der pädagogischen Arbeit sind uns nicht fremd, sondern zentrale Gegenstände interner Analysen, externer Begleitung und konkreter Maßnahmen. Dass diese Veränderungen nicht immer sofort spürbar sind und nicht von allen Mitarbeitenden gleich wahrgenommen werden, ist Teil dieser Realität – entbindet uns aber nicht von Verantwortung.

Gleichzeitig möchten wir klarstellen: Pauschale Aussagen zu fehlender Wertschätzung, systematischer Ignoranz gegenüber Belastungen oder mangelnder Fürsorge entsprechen nicht unserem Selbstverständnis und auch nicht den Erfahrungen vieler Mitarbeitender, die sich aktiv einbringen, Verantwortung übernehmen und diesen Weg mitgestalten. Hinweise auf angeblich bagatellisierte Rückmeldungen oder bewusst in Kauf genommene fachliche Risiken weisen wir ausdrücklich zurück.

Fluktuation, Krankheitsausfälle und strukturelle Engpässe sind Herausforderungen, mit denen derzeit viele Träger der Kinder- und Jugendhilfe konfrontiert sind. Unser Anspruch ist es, damit verantwortungsvoll umzugehen, rechtliche und fachliche Standards einzuhalten und zugleich langfristig bessere Rahmenbedingungen zu schaffen – nicht durch Schönreden, sondern durch konsequente Weiterentwicklung.

Wir laden ausdrücklich dazu ein, Kritik frühzeitig, konkret und im direkten Austausch zu äußern. Veränderung gelingt dort am besten, wo Dialog möglich ist und Verantwortung gemeinsam getragen wird.

Freundliche Grüße

Vorstand
der Karl Immanuel Küpper-Stiftung

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.