ALDI SÜD als Arbeitgeber

  • Mülheim an der Ruhr, Deutschland
  • BrancheHandel
ALDI SÜD

Ich bin sehr froh Aldi Süd verlassen zu haben.

1,7
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat im Bereich Beschaffung / Einkauf bei Aldi Süd in Mülheim gearbeitet.

Arbeitsatmosphäre

Auf Specialist Ebene gut bis sehr gut, da alle im selben Boot sitzen. Auf Manager Ebene waren einige doch tatsächlich bemüht ein angenehmes Arbeitsklima zu schaffen, da es sich so zwischen den Stühlen (Prokuristen. Die wahren Aldianer. Und Specialists. Diese undankbaren Wichte) vermutlich am besten sitzen lässt. Spätestens jedoch beim Prokuristen. Dem wahren Leader der Abteilung mit eingepflanztem Aldi-Gen, welches i.R. innerhalb von 5 Jahren RVL + 2 Jahren Auslandserfahrung implementiert wurde hört der Spaß auf. Feedback, Kritik und Anmerkungen jeglicher Art laufen spätestens an dieser Stelle innerhalb der Aldi Süd Pyramide auf ein massives Bollwerk, welches in den feuern der Aldi-RVL-Hölle geschmiedet wurde.
Das setzt natürlich voraus, dass die Kritik auf den allgemeinen Ethos abzielt und nicht auf irgendwelche schnöden Alltagsthemen. Wie du deine machst ist den Chefs meistens herzlich egal, solange du Sie bewältigst.

Kommunikation

Stupides und wöchentliches sammeln der „Herde“ um das bereits per Mail verschickte und entsprechend der Freigabe Stufen zusammengekürzte Wochenprotokoll erneut zu verlesen. Darüber hinaus wird sich zu meist in den Einzelbüros für Führungskräfte verschanzt. Wöchentliche Einzelgespräche zur Erörterung des individuellen Papierbergs haben stattgefunden. Es besteht zwar eine Open-Door Policy, wenn die „Probleme“ sich nicht auf das Tagesgeschäft sondern auf Themen wie eindimensionale Tätigkeiten, mangelnde Fortbildung oder allgemeine Entwicklungschancen Verlagern war es wieder an der Zeit auf das bereits beschreibende Bollwerk aufzulaufen.

Kollegenzusammenhalt

Wer es hier länger als 3 Jahre aushält hat vermutlich seinen Frieden damit gemacht für eine monotone und eintönige Tätigkeit unerhört gut bezahlt zu werden. Dies hat allerdings zur Folge, dass die Arbeit von vielen Kollegen nur noch als reiner Broterwerb betrachtet wird, was wiederum auch negativ auf den Kollegenzusammenhalt abfärbt. Bei den überwiegend jungen Kollegen auf Specialist Ebene hat der gemeinsame Leidensdruck zusammengeschweißt.

Work-Life-Balance

Es hängt schwer vom Bereich und Vorgesetzten ab, ob man in den Genuß der 37,5h Stundenwoche kommt oder ob man dann doch eher auf die 50h zu steuert. Vorteil: die Überstunden werden ausgezahlt, sodass man als Specialist in entsprechender Gehaltsstufe mit mehr Netto als ein frischer Manager nach Hause gehen konnte. Welch berauschendes Gefühl am Monatsende! Welch eine Genugtuung!

Vorgesetztenverhalten

In aller Regel höflich distanziert und für Alltagsprobleme nach dem Motto - der Lieferant geht nicht ans Telefon - bestens geeignet.
Für das Beheben von denen, in dieser Rezension angesprochenen Punkte ist in dem Konstrukt „Aldi Süd“ kein Platz.
Ich habe jegliche Instanzen aufgesucht. Manager. Prokuristen. Stellvertretende Geschäftsführer und auch ohne die installierten Wellenbrecher zu informieren das interne Bewerbungstool genutzt, um meine Perspektive in dem Unternehmen zu verändern. (Asche über mein Haupt) Ohne Erfolg. Entweder man spielt nach den Regeln - demütig und in Dankbarkeit seinem Dienst nachzugehen - oder man sollte sich besser verabschieden.

Interessante Aufgaben

Es wird kopiert, geheftet, gedruckt und mit Klebezetteln nur so um sich geworfen. Ab und zu klingelt das Telefon. Und dann wird natürlich wieder gedruckt. Gelocht. Und geheftet. Und man verklebt noch ein paar mehr Klebezettel. Wer sich für diese Bürotätigkeiten - stand 1995 - begeistern kann ist hier goldrichtig!
Als fähig erachtete Mitarbeiter dürfen auch recht simple und auf einige wenige Einflussfaktoren begrenzte Strategiepapiere verfassen. Diese werden natürlich durch das Diktat der Vorgesetzten mehrmals wöchentlich wieder angepasst.
Im allgemeinen war es erschreckend festzustellen wie träge, steif und behördenartig sich ein solcher Handelsgigant durch seine Tagesgeschäfte bewegt.

Gleichberechtigung

Krasse Klassengesellschaft die sich in einem ersten Schritt in Specialist und Führungskräfte unterteilen lässt. Die Führungskräfte selbst sind natürlich ebenfalls in verschiedene Klüngel und GF-Fanlager aufgeteilt.
Als kleinster Fisch in der Nahrungskette hat man hier nicht wirklich etwas zu melden, da die nächsthöhere Hierarchiestufe bereits in die Klasse „Führungskräfte“ fällt. Dialog wird meistens sogar angeboten, da aber in aller Regel der stellvertretende GF das Sagen hat können die direkten Vorgesetzten ideal Ihre Wellenbrecher-Funktion ausüben.
Zu meiner Zeit wurde nichts dafür getan diese Kluft zu überbrücken, es wirkte viel mehr so als würde dies bewusst herbeigeführt.
Vor allem für junge, talentierte und ambitionierte (liegt natürlichem Auge des Betrachters und der Unternehmensbedürfnisse) Arbeitnehmer die vielleicht auch schon Erfahrungen in anderen Unternehmen gemacht haben und fachliche Diskussionen auf Augenhöhe suchen kann dies extrem frustrierend sein.

Umgang mit älteren Kollegen

Wenn es sich bei dem älteren Kollegen um eine Führungskraft handelt steht natürlich die gesamte Abteilung stramm um die Person mit großem Tamtam zu verabschieden. Selbst wenn es sich dabei um eine. Temporäre Beförderung ins Ausland handelt.

Langjährige und treue Mitarbeiter, die im Zuge von Regionalgesellschaftsschließungen entlassen werden, werden still durch die Hintertür geführt.

Arbeitsbedingungen

Manche Bauabschnitte sind sehr gut ausgestattet und auf dem neusten Stand. In anderen weht der Wind der 80er. Reine Glückssache. Anpassungen wie ein 2. Bildschirm sind nicht die Regel.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Man bemüht sich im allgemeinem Wettbewerb um ein grünes Image.

Aldi-typisch ist man hier meistens eine copy-cat oder setzt Dinge nur halbherzig um. Eine wirkliche Nachhaltigkeitsmaßnahme wäre es einen 12 Seiten Kontrakt von einem, der mehreren Tausend Artikel pro Jahr nicht in 28 Gesellschaften Ausdrucken zu müssen.

Gehalt/Sozialleistungen

Überdurchschnittlich für die Tätigkeit und dennoch nicht leistungsgerecht, da Gehalt unabhängig der Ausbildung, Berufserfahrung und Performance gezahlt wird.
Man steigt ein und nach spätestens nach drei Jahren ist man angekommen. Ein System welches, mit anderen Zeiträumen, über viele Hierachie-Stufen im Unternehmen verfolgt wird. Dies hat zur Folge, dass die meisten Mitarbeiter und Führungskräfte „satt“ im trägen Strom des behördenähnlichen Alltags bewegen.

Image

Bei den Wettbewerbern ganz passabel. Darüber hinaus - bestenfalls durchschnittlich.

Karriere/Weiterbildung

Nasenfaktor. Wenn der Prokurist den Auftrag erhält jemanden für eine Manager-Position zu empfehlen und man hat sich über mehrere Monate geschickt positioniert und es springt kein RVL-Überflieger dazwischen - dann hat man vielleicht eine Chance, sich in neue Gehalthöhen aufzuschwingen. Um vielleicht noch ein wenig satter zu werden. Und um dann noch etwas träger durch den schnöden und überbezahlten Alltag zu wälzen. Man muss dann aber auch länger an seinem Schreibtisch sitzen bleiben. Das soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben.
Die Ironie der „Karriere“ bei Aldi Süd ist der, dass sich selbst im Falle einer Beförderung meist keine neuen Tätigkeiten hinzu ergeben. Man darf nun in aller Regel Korrekturlesen und frei zeichnen. Chapeau.

Arbeitgeber-Kommentar

Mitarbeiter von ALDI SÜD, HR Specialist
Mitarbeiter von ALDI SÜDHR Specialist

Liebe Bewerterin, lieber Bewerter,

vielen Dank für Ihr Feedback. Wir bedauern sehr, dass Sie so unzufrieden mit Ihrer Arbeit waren. Wir hoffen, dass Sie sich während Ihrer Tätigkeit an Ihre Vorgesetzten gewandt haben. Nur durch ein offenes Feedback können wir positive Veränderungen anstreben.

Wir wünschen Ihnen alles Gute.

Viele Grüße
Ihr ALDI SÜD HR Marketing Team