Leider haben die falschen Leute das Sagen
Gut am Arbeitgeber finde ich
• Sehr gutes Gehalt & Sozialleistungen
• Moderne Arbeitsumgebung
• Potenziell interessante Aufgaben
• Einige wirklich gute Kolleg*innen, wenn man Glück hat
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
• Mobbing und Ausgrenzung wurden ignoriert oder sogar indirekt unterstützt
• Führungskräfte greifen nicht ein oder beteiligen sich selbst an unfairem Verhalten
• Betriebsrat ist faktisch wirkungslos und übernimmt keine echte Schutzfunktion
• Starke Hinterzimmerkultur & Lästern statt offener Kommunikation
• Versprechen werden gemacht, aber später einfach nicht eingehalten
• Fehlende Wertschätzung und Respekt gegenüber jungen Mitarbeitenden
• Psychische Belastung wird nicht ernst genommen – solange die Leistung stimmt, ist alles gut
• Kritik wird als Angriff gewertet, nicht als Chance zur Verbesserung
• Interne Entwicklung wird zwar beworben, aber nicht wirklich gefördert
• Führung liegt oft in den Händen von Personen ohne Empathie, Haltung oder Rückgrat
Ich bin motiviert gestartet, wollte mich einbringen und entwickeln. Stattdessen habe ich Mobbing erlebt, wurde von der Führung im Stich gelassen und psychisch an meine Grenzen gebracht. Die Erfahrung hat mir gezeigt, wie wichtig gesunde Führungskultur ist – und wie zerstörerisch es wird, wenn sie fehlt.
Verbesserungsvorschläge
• Klare Haltung gegen Mobbing & Ausgrenzung entwickeln
• Führungskräfte müssen charakterlich geeignet und geschult sein
• Beschwerden ernst nehmen & nicht aussitzen
• Betriebsrat braucht reale Handlungsgewalt statt bloßer Formalität
• Feedbackkultur statt Angstkultur
• Junge Mitarbeitende fördern statt verheizen
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war stark abhängig von der Abteilung. In meiner ersten Abteilung war das Klima massiv belastend: Mobbing, Ausgrenzung, Gerüchte und offene Feindseligkeit gehörten zum Alltag, ohne dass jemand eingegriffen hat. Ich wurde bewusst isoliert und herabgewürdigt.
Die zweite Abteilung war vom Team her deutlich angenehmer – allerdings wurde die Arbeitsatmosphäre dort stark vom Verhalten des Vorgesetzten zerstört. Der Umgang war respektlos, unberechenbar und oft herablassend. Kritik wurde nie sachlich, sondern immer persönlich behandelt.
Image
Die Außendarstellung ist stark, das Innenleben oft nicht. Die Marke wirkt moderner und sozialer, als es viele Mitarbeitende tatsächlich erleben.
Work-Life-Balance
Flexible Arbeitszeiten sind theoretisch möglich, aber eine schlechte Arbeitsatmosphäre zerstört jede Balance. Irgendwann nimmt man die psychische Belastung mit nach Hause, egal wie viel Freizeit man hat.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungsmöglichkeiten existieren nur auf dem Papier. Die Stimmung und Führungskultur verhindern echte Entwicklung. Wer nicht ins System passt – oder einfach nur loyal ist – wird eher ausgebremst als unterstützt.
Gehalt/Benefits
Einer der wenigen Punkte, die wirklich positiv waren: gutes Gehalt, Sonderzahlungen, Urlaubsgeld, Mitarbeitervorteile.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Im Außenauftritt sehr engagiert – intern fehlt jedoch oft die Übersetzung in echte soziale Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden.
Kollegenzusammenhalt
Mein erster Standort war geprägt von Ausgrenzung, Gruppendruck und bewusstem Kleinhalten neuer Mitarbeitender – gerade als junge Person war man ein leichtes Ziel.
In der zweiten Abteilung war der Zusammenhalt besser, aber auch dort haben sich viele aus Selbstschutz lieber zurückgehalten, statt Ungerechtigkeiten anzusprechen.
Vorgesetztenverhalten
Führungskräfte hätten eingreifen müssen, haben aber geschwiegen, ignoriert oder sogar mitgemacht. In der ersten Abteilung wurde Mobbing toleriert, in der zweiten war der Vorgesetzte fachlich in Ordnung, aber charakterlich schwach: respektlos, manipulativ und kaum ansprechbar. Statt Unterstützung gab es Druck – und irgendwann die Botschaft: „Wenn es dir nicht passt, geh halt.“
Arbeitsbedingungen
Ausstattung, Technik und Arbeitsplätze sind gut. Strukturell ist das Unternehmen modern – es scheitert am menschlichen Umgang.
Kommunikation
Offizielle Kommunikationswege existieren, aber in der Realität wird vieles hinter verschlossenen Türen statt offen geklärt. Wichtige Informationen kommen zu spät oder gar nicht, während Gerüchte umso schneller verbreitet werden. Ehrlichkeit ist selten – Flurfunk dafür umso präsenter.
Gleichberechtigung
Als junger Mensch wird man schnell unterschätzt oder als Problem dargestellt, wenn man fachlich stark ist. Es gab Situationen, in denen Autorität wichtiger war als Kompetenz.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben selbst waren vielseitig, spannend und hätten viel Potenzial gehabt. Leider wurde dieses Potenzial durch das Umfeld zunichte gemacht. Motivation fällt schwer, wenn man systematisch runtergezogen wird.


