Nach fünf Jahren loyaler Treue, wurde ich von einem auf dem anderen Tag freigestellt
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Home Office / remote work
- die Flexibilität an welchen Themen ich arbeiten kann
- Weiterbildungsmöglichkeiten
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das was mir am Ende vorgeworfen wurde war sowas wie "man findet keinen Zugang zu mir", "du hast in Meetings die Kamera aus", "es gab Beschwerden über dich" (ohne konkret zu werden).
Ich habe fünf Jahre meines Lebens für diese Firma investiert und man war nichteinmal in der Lage entweder ehrlich zu mir zu sein oder den Komplott gegen mich richtig aufzuarbeiten. Als ich vor vollendete Tatsachen gestellt wurde, war es egal was ich sage, man hat sich entschieden und wollte mich einfach loswerden.
Das war schon ein Schlag ins Gesicht, ich konnte mir aber durch eine gut ausgehandelte Abfindung Genugtuung holen, da HR und Abteilungsleitung nicht damit gerechnet hatten, dass ich mich hierzu gut vorbereitet würde.
Verbesserungsvorschläge
- sich Herausforderungen zu stellen und nicht Menschen die aus Firmensicht nicht mehr ins System passen entfernen, vor allem nach fünf Jahren loyaler Treue
- eine offenere Kommunikation auf Team- und Firmemebene - nur so löst man Probleme/Missverständnisse effizient
- dass HR einen drängen will einen Aufhebungsvertrag zu unterschreiben (in meinem Fall waren die Vorwürfe nicht faktisch genug, um mich regulär zu kündigen) und hier mein Tipp an alle die das lesen, bitte unterschreibt nie etwas was euch vorgelegt wird, lasst diesen Aufhebungsvertrag vorher anwaltlich prüfen. Ich konnte so eine sehr hohe Abfindung rausschlagen.
Arbeitsatmosphäre
Im Team hatte ich die Arbeitsatmosphäre als gut empfunden, der Workload war zwar viel, die Stimmung dafür oft positiv, zumindest augenscheinlich. Rückblickend habe ich gemerkt, wie die Menschen hinterm Rücken miteinander umgegangen sind. In meinem Fall war das ein Komplott gegen mich, der am Ende dazu geführt hat, dass ich freigestellt wurde.
Karriere/Weiterbildung
Mein Abteilungsleiter war hier sehr kooperativ. Die einzige Voraussetzung die er hatte war, dass die Weiterbildung, die ich anstrebe einen Firmenbezug haben soll, nachvollziehbar.
Was ich mir hier gewünscht hätte ist, das man mit mir an meiner Weiterentwicklung arbeitet. Es war mehr so, dass ich aktiv den Weiterbildungdbedarf kommunizieren musste. Da ich jedoch wusste was ich will, war das nicht so sehr tragisch.
Gehalt/Benefits
Das scheint abteilungsabhängig zu sein. Ich hatte halbjährige/jährliche Perspektivgespräche, die zumindest im jährlichen Rythmus auch zu Gehaltsverhandlungen geführt haben. Ich wurde auch als Teamlead befördert. Möglichkeiten der Weiterentwicklung gab es in meinem Fall schon. Das Gehalt an sich war aber eher durchschnittlich.
Kollegenzusammenhalt
Ich hatte eine gute Zeit aus der Perspektive einer Momentaufnahme. Durch meine Freistellung habe ich jedoch erst erfahren was man hinter meinem Rücken von mir gehalten hat.
Vorgesetztenverhalten
Bis zu meiner Freistellung dachte ich gut mit meinem Vorgesetzten ausgekommen zu sein.
Was ich im Vorwerfe ist, dass er eher der Typ Mensch war, der mehr systemisch gedacht und sich schwer mit menschlicher Interaktion oder führen einer Abteilung getan hat. Ihm war es am Liebsten, wenn "Probleme" schnell beseitigt werden oder von selbst klären, damit er sich nicht länger damit beschäftigen muss. So wie ich aus seiner Sicht, nach fünf Jahren loyaler Treue beseitigt werden soll.
Kommunikation
Die Kommunikation auf Firmenebene hat sich auf Mails und Monthly Meetings beschränkt. Schwierig war, dass der Flurfunk schneller und informativer als die offizielle Kommunikation war.
Auf Teamebene gab es Dailies/Weeklys.
Was ich meinem ehemaligen Team in der Kommunikation vorwerfe ist, dass ich bei meinem "du bist jetzt freigestellt" Gespräch" vor vollendete Tatsachen gesetzt wurde. Es gab Beschwerden von Kollegen über mich die direkt an die Abteilungsleitung gingen, es wurden Gespräche hinter meinem Rücken geführt, sogar HR war involviert und auch die haben Gespräche hinter meinen Rücken geführt und das Schlimme dabei war, das mir jeder eine heile Welt vorgespielt hat. Keiner war bereit mit mir Gespräche zu führen oder die jeweiligen Parteien an einem Tisch zu bringen, um mögliche Spannungen zu deeskalieren (was ich von HR oder einer Abteilungsleitung erwarten würde)
Gleichberechtigung
Ich habe keinen Unterschied zwischen den Menschentypen oder Altersgruppen bemerkt. Entweder wurde man gleich gut oder gleich schlecht behandelt
Interessante Aufgaben
- da ich mein Aufgabenfeld frei gestalten konnte, hatte ich viele Möglichkeiten an unterschiedlichen Aufgaben und Projekten zu arbeiten, auch teamübergreifend. Einzig der Workload war sehr viel, da hatte ich leider kaum Spielraum.