Mit Vorsicht zu genießen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die real-digital Zeit war gut. Nach der Übernahme von Kaufland gings dann allerdings Bergab, und die Firma wurde immer mehr zu einem seelenlosen, rein zahlengetriebenes Unternehmen. Das hat man deutlich zu spüren bekommen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Absolut katastrophale Kommunikation. Hier ist rein garnichts Transparent. Mitarbeiter werden gekündigt wie bei einer Entführung. Im einen Moment arbeitet man noch nichts ahnend vor sich hin, ZACK, 10 Minuten später sitzt man mit Freistellung zuhause. Das habe ich vor meiner Kündigung selber mehrmals erlebt, bis es mich dann selber getroffen hat.
Arbeitsatmosphäre
Wenn man über die Tatsache dass nicht alle Entscheidungen sinnvoll sind hinwegsehen kann, und immer schön brav "ja" und "Amen" sagt, dann ist das durchaus eine gute Arbeitsatmosphäre.
Image
Vertrauen in der Führungsebene ist recht brüchig. Es wird einem gesagt dass jede Meinung wichtig ist, um sie dann aber in der nächsten Sekunde wieder vergessen zu haben.
Work-Life-Balance
Gut.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt ein Jährliches Budget für Weiterbildungen.
Gehalt/Benefits
Wenn man gut verhandeln kann, dann stimmt das gehalt auch. Eine Zeit lang gab es allerdings keinen klaren Karriere-Plan und die damit verbundenen Gehaltsspannen. Das hat dazu geführt dass manche Mitarbeiter weit unter dem Industriestandard lagen. Das wurde irgendwann verbessert.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ich bin selber nicht so Umweltbewusst wie die Firma, deshalb kann ich das schlecht beurteilen.
Kollegenzusammenhalt
Hängt stark von den Kollegen ab.
Umgang mit älteren Kollegen
Die einzigen "Kollegen" die älter als 50 sind, sitzen vermutlich alle in den höheren Führungsebenen. Ansonsten ist das Durchschnittsalter in der Firma recht niedrig.
Vorgesetztenverhalten
Wie bereits bei erwähnt, mangelt es hier an klarheit. Wenn man einem Mitarbeiter vorwirft die Performance sei schlecht, sollte man diesem Mitarbeiter auch vielleicht die Chance geben dies nachzuweisen. Vielmehr wird hier einfach Stur weiter gemacht wie zuvor. Jegliche bedenken von seiten der Mitarbeiter werden zwar angehört, dann aber gekonnt ignoriert.
Für die Techies: hier wird in Commits / Merges pro Woche gemessen. Das ist scheinbar die einzige Zahl die relevant ist.
Arbeitsbedingungen
Top Hardware (auswahl zwischen den neusten MacBooks oder Lenovo Laptops). Top einrichtung (alles neu gemacht), mit Küche, Trennwände, Designierte Loud / Quiet Areas, etc.. Super öffentliche Anbindung, aber schlechte Parkmöglichkeiten. Es wird mit den neusten Technologien gearbeitet.
Kommunikation
Es wird vorgegaukelt man sei transparent. Wenn es allerdings zu Unstimmigkeiten kommt, ist von dieser Transparenz leider keine Spur mehr zu seheh. Vielmehr fühlt es sich dann an wie eine schlechte Partie stille Post.
Als wäre das nicht schlimm genug, wird man nach der Kündigung noch schlechter behandelt. Denn selbst wenn einem rechtlich so etwas zusteht wie ein Arbeitszeugnis, heißt das nicht dass die Firma sich bemühen wird dieser Pflicht gerecht zu werden. Schon nach meiner zweiten Nachfrage wann ich denn mit dem Zeugnis rechnen könne (mehrere Monate nach meiner Kündigung wohlbemerkt), ist man so dreist nichtmal mehr auf meinen E-Mails zu antworten, selbst nach Drohung von rechtlichen Konsequenzen.
Ich darf mich jetzt mit dem Arbeitsgericht rumschlagen, um das einzufordern was mir rechtlich zusteht. Ich bin mal so mistrauisch und vermute einfach mal dass das Absicht ist. Es hat halt 0 Konsequenzen für den Arbeitgeber.
Gleichberechtigung
Für eine Tech-Firma, ist die Frauen-Quote hier ziemlich hoch. Das ist allerdings auch das einzig Positive, denn die Rate an Mitarbeitern die nicht aus der EU kommen ist hier auch ziemlich hoch.
Es kommt mir vor als sei das auch einer der Gründe meiner Kündigung gewesen. Denn diese Mitarbeiter sind in der Regeln nicht nur günstiger, sondern leisten auch Augenscheinlich mehr, denn ihre Aufenthaltsgenehmigung hängt zu 100% von ihren Job ab.
In meinem konkreten Fall wurde meine Arbeit mit der eines Mitarbeiters verglichen, der im Schnitt gut 1-2h täglich an überstunden aufgebaut hat. (Überstunden sind hier übrigens garnicht geregelt). Ich möchte an der Stelle ausdrücklich erwähnen dass ich diesen Mitarbeiter sehr Wert geschätzt habe, und mein Unmut mit dem Mitarbeiter selber nichts zu tun hat.
Interessante Aufgaben
Gibt es durchaus. Die machen alledings nicht den Hauptteil der Arbeit aus.