Berücksichtigen Sie Ihre Toleranz gegenüber Toxizität
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Flexibilität im Homeoffice ist großartig, und es ist schön, ebenfalls die Möglichkeit zu haben auch ins Bürogebäude gehen und dort arbeiten zu können.
Es gibt interessante Aufgaben und die Möglichkeit, unternehmensweit etwas zu bewirken, wenn man das mit der Teamarbeit und den eigenen Prioritäten in Einklang bringen kann. Das ist jedoch oft schwierig.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Seid gewarnt. Die kritischen Bewertungen auf dieser Seite stammen nicht nur von frustrierten ehemaligen Mitarbeitenden, die verbittert sind. Diese Bewertungen stimmen und decken sich mit meinen Erfahrungen, die ich gemacht habe. Ich wünschte, ich hätte das alles gewusst, bevor ich angefangen habe. Ich hatte nun das Glück, zu meinen eigenen Bedingungen gehen zu können. Das ist nicht unbedingt etwas, von dem ich je gedacht hätte, dass es ein Luxus ist.
Im Gegensatz zu den positiven Aspekten ist es ein sehr toxisches Arbeitsumfeld. Mit Abstand war es die destabilisierendste Anstellung, die ich in meiner Karriere je hatte. Ich vertraue Menschen jetzt weniger, und die Erfahrung hat dazu geführt, dass ich meine eigene Wahrnehmung und mein Urteilsvermögen gegenüber anderen Menschen, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Organisation infrage stelle.
Büro-Politik spielt eine Rolle, und wenn eine einflussreiche Person entscheidet, dass sie dich nicht mag, stehen die Chancen gut, dass du Pech auf kurze oder lange Zeit hast und es sehr sehr schwierig für Dich werden könnte.
Ich habe mich in einem dauerhaften Zustand von Angst und Anspannung befunden und auch Du kannst Dich eventuell darin wiederfinden, das ist nicht auszuschließen. Kündigungen gehören zum Alltag, denn trotz des erhöhten Aufwands, eine unbefristete Person zu kündigen, zögert Kaufland meiner Erfahrung nach nicht, wenn du ihnen einen Anlass gibst. Kolleginnen und Kollegen machen manchmal „Witze“ darüber, eine Panikattacke zu bekommen, weil früh am Morgen spontan ein Meeting mit einer Führungskraft angesetzt wurde und doch gilt das irgendwie als normal, akzeptiert und nachvollziehbar.
Dann gibt es die berüchtigten Kündigungen aus Leistungsgründen. Ich war in vielen Meetings oder All-Hands dabei, in denen dieses Vorgehen regelmäßig als Problem angesprochen wurde. Menschen sind einfach an einem Tag noch da und am nächsten Tag verschwunden und der Account deaktiviert. Das ist äußerst demotivierend, destablisierend und stressig, und kann dazu führen, dass man vielleicht Angst bekommt, selbst Grenzen zu setzen, weil man befürchtet, als Nächster dran zu sein.
Work-Life-Balance
Einige von uns arbeiten sich somit aus Angst bis zum Burnout und übergehen ihre eigenen Grenzen. Und diese harte Arbeit und Eigeninitiative werden oft nicht anerkannt, nicht als etwas Besonderes gesehen und können komplett unbeachtet bleiben. Es hängt einfach davon ab, wo man in der Hierarchie steht.
Du könntest also extrem hart arbeiten und Dich einsetzen, ohne Wertschätzung zu erhalten, nur um deinen Job zu behalten. Wenn du diese zusätzliche Arbeit ansprichst, wird dir wahrscheinlich gesagt, dass das aber nicht von dir erwartet wird, und es wird abgetan. Ändern an den Deadlines und der Arbeitskultur tut sich dennoch nichts. Es fühlt sich so an, als würde die Kultur, die dort gepflegt wird, und der Druck, der auf dich ausgeübt wird, völlig ignoriert und gerade diese Gründe werden nicht als Ursache dafür gesehen, warum du so erschöpft bist.
Karriere/Weiterbildung
Vergiss es. Es sei denn, du hast die richtigen Kontakte nach oben. Es werden zwar Beförderungen & Gehaltssteigerungen versprochen, aber das passiert nicht immer. Oder die Anforderungen dafür werden so hoch angesetzt, dass du dein Leben und Alltag aufgeben müsstest, um überhaupt aufzusteigen.
Und selbst dann wirst du wahrscheinlich ohne nachvollziehbaren Grund übergangen werden und unberücksichtigt bleiben oder schlimmer noch, du bleibst in einem endlosen Spiel, bei dem die Zielvorgaben ständig verschoben werden, die Deadlines bleiben aber oft die gleichen.
Kollegenzusammenhalt
Es gibt einige nette und großartige Kolleginnen und Kollegen, aber sei vorsichtig, wem du vertraust. Manche können verdeckt narzisstisch, egoistisch sein und sich hinterhältig verhalten. Wenn du merkst, wie verbreitet das ist, wirst du das Gefühl von Paranoia gut kennenlernen. Du solltest genau darauf achten, was du sagst und zu wem.
Mobbing durch andere Kolleginnen und Kollegen ist auch bei Kaufland meiner Erfahrung nach ein Problem. Wenn es Dich treffen sollten, wirst Du Dich möglicherweise hilflos fühlen, um überhaupt etwas dagegen tun zu können. Es untergräbt mit der Zeit dein Selbstwertgefühl und scheint je nach Täter sogar normalisiert zu sein.
Vorgesetztenverhalten
Kommt darauf an, wer es ist. Einige sind großartig, aber viele sind berechnend und achten vor allem auf ihren eigenen Vorteil. Sie lassen dich fallen, wenn es ihnen in irgendeiner Weise nützt oder einfach nur deshalb, weil du nicht zu ihren Favoriten gehörst.
Einige Mitarbeitende auf höherer Ebene leisten kaum etwas, das ihre Position rechtfertigen würde. Das ist oft beleidigend und demotivierend für diejenigen, die ungleich härter arbeiten, nur um über Wasser zu bleiben. Einige wenige Vorgesetzte sind sogar echte Engpässe und können schlichtweg grausam zu Dir sein, ohne jegliches Bedauern für Deine Situation.