Nicht zu empfehlen
Arbeitsatmosphäre
Die tägliche Arbeit war stark von Performancemonitoring geprägt. Auch langjährige Mitarbeitende berichteten, dass dies ein Gefühl ständiger Überwachung erzeugt. Psychischer Druck war ein wiederkehrendes Thema.
Image
Es besteht eine große Diskrepanz zwischen der Außendarstellung des Unternehmens und der tatsächlichen Realität.
Auffällig war: Zunächst wurde intern eine Umfrage unter den Mitarbeitenden durchgeführt, bei der ausdrücklich zur offenen Kritik ermutigt wurde. Kurz später erfolgte eine externe Umfrage, bei der die bereits kommunizierten Kritikpunkte dann nicht noch einmal dargelegt werden sollten. Dadurch wurde die externe Umfrage m.E. künstlich verschönert und dient lediglich der Bewerbung um Auszeichnungen. Es scheint daher eher um kontrollierte Außendarstellung zu gehen, als um tatsächlichen Verbesserungswillen.
Work-Life-Balance
Gespräche wurden regelmäßig kurz vor Feierabend angesetzt, was dazu führte dass man über den Feierabend hinaus im Büro bleiben musste.
Karriere/Weiterbildung
Fortbildungen für einzelne Mitarbeiter wurden teilweise nicht selbst besucht. Stattdessen wurden untergeordnete Mitarbeitende beauftragt, sich stellvertretend einzuloggen, um Präsenz zu simulieren. Das wirft Fragen zum Verantwortungsverständnis und tatsächlichen Weiterbildung auf.
Kollegenzusammenhalt
Die Anzahl der Krankheitstage wurde in den einzelnen Teams erfasst und verglichen. Gruppen mit leicht höheren Zahlen wurden intern abwertend besprochen. Grundsätzlich war es nicht gewollt, dass man sich krankmeldete. Ein Beispiel: Eine Führungskraft äußerte mir gegenüber Unverständnis darüber, dass sich ein Mitarbeitender innerhalb eines Zeitraums von drei Wochen zweimal für je einen (!) Tag wegen derselben gesundheitlichen Beschwerde krankgemeldet hatte. Es entstand der klare Eindruck, dass krankheitsbedingte Abwesenheiten nicht akzeptiert, sondern als Störung betrachtet wurden. Insgesamt wurde subtil vermittelt, dass man möglichst nicht krank zu sein hat.
Vorgesetztenverhalten
Häufig wurde vom Vorgesetzten zu wenig Arbeit zugewiesen, während man sich gleichzeitig rechtfertigen musste, dass zu wenig fakturiert wurde.
Kommunikation
Wertschätzung erlebte man kaum. Im Vordergrund standen Kontrolle und Kritik.
Unklare Anweisungen waren an der Tagesordnung. Versuchte man dies sachlich anzusprechen, wurde man schnell als “persönlich verletzt” wahrgenommen.
Gleichberechtigung
In Gesprächen über Mandanten fielen wiederholt stereotype Bemerkungen, zum Beispiel zur undeutlichen Aussprache indischer Mandanten oder zur “heißblütigen” Art spanischer Mandanten. Solche Äußerungen sind aus meiner Sicht unprofessionell und problematisch.


