Ihr Unternehmen?

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KERN 
AG, 
Sprachendienste
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Gut als Berufseinsteiger, ansonsten nicht

1,8
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2026 bei KERN AG in Stuttgart gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Gut zum Erfahrung sammeln, da gerne Leute direkt nach dem Studium eingestellt werden und man ohne Berufserfahrung eine Chance hat.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Dass eine große Firma im Jahr 2026 keine Personalabteilung (!!!) hat, ist echt ein Armutszeugnis. Somit kümmern sich die Vorgesetzten auch um Personalangelegenheiten, obwohl sie diesbezüglich gar nicht geschult und sowieso schon überarbeitet sind.
Mehrere Aufgaben müssen auch die Projektmanager*innen übernehmen. Zu Beginn wurde im Vorstellungsgespräch in 2023 nichts von Vertrieb erzählt. Im Nachhinein hat sich dann herauskristallisiert, dass Vertrieb fest zum Tagesgeschäft der Projektmanager*innen gehört. Vertrieb und Projektmanagement sind aber zwei völlig unterschiedliche Dinge und die meisten von uns konnten mit dem vertrieblichen Teil nicht viel anfangen. Leider ist der Druck gerade in diesem Bereich sehr, sehr hoch und wenn es mit dem Umsatz nicht läuft, wird die Schuld auf die Projektmanager*innen geschoben, die keine Vertriebler (!) sind und das nur notgedrungen irgendwie machen. Vertriebsschulungen gibt es nicht und wenn doch, werden diese geheim gehalten, da mir in meinen drei Jahren das nicht vorgeschlagen wurde. Auch nicht, wenn man sich gegenüber den Vorgesetzten etwas öffnet und zugibt, dass man Schwierigkeiten mit dem Vertrieb hat.
Der Abschnitt zu den Arbeitsbedingungen kann eigentlich komplett hier reinkopiert werden. Ein sehr anschauliches Beispiel zum Thema Home Office: einmal waren in einer der Filiale die Toiletten defekt und auf die Frage, ob man dann bis zur Reparatur im Home Office bleiben könne, wurde von der Geschäftsleitung gesagt, man solle doch bitte vor Ort sein und dann öffentliche Toiletten benutzen. Das kann man sich echt nicht ausdenken.
Der Umsatz und die Kunden stehen leider sehr weit über den Mitarbeitenden. Der Umsatz ist wichtiger als alles Andere und den Kunden werden teilweise Sachen versprochen, die für die Projektmanager*innen unmöglich umsetzbar sind und diese das Theater dann natürlich ausbaden müssen.
Es wundert mich nicht, dass kein*e Mitarbeiter*in länger als 2-3 Jahre bleibt. Dank der KERN AG möchte ich nie wieder in kunden- und umsatzorientierten Unternehmen und/oder in der freien Marktwirtschaft arbeiten. Danke dafür.

Verbesserungsvorschläge

Die Mitarbeiter*innen wertschätzen und loben, wenn etwas gut läuft. In der Praxis wird nämlich nur gemeckert und die Schuld auf die Mitarbeiter*innen geschoben, auch, wenn der Fehler von der Geschäftsleitung kam oder niemand was dafür kann.
Eine Personalabteilung muss eingeführt werden. Es sollte illegal sein, ein Unternehmen dieser Größe ohne Personalabteilung zu führen.
Gleitzeit und/oder flexiblere Arbeitszeiten und mehr Home Office wären ein guter Anfang. Alles andere ist nicht mehr zeitgemäß, deswegen sollte auch die Zeiterfassung eingeführt werden.
Mehr Produktschulungen für die Projektmanager*innen, damit die neuen Produkte auch richtig beworben werden können.
Bessere Weiter- und Fortbildungsmöglichkeiten, wenn es ansonsten schon keine anderen Benefits und Aufstiegschancen gibt.
Am besten tauscht man noch die gesamte Geschäftsleitung einmal aus oder engagiert mal einen Unternehmensberater, ansonsten wird sich die Firma selbst irgendwann in Grund und Boden rennen.

Arbeitsatmosphäre

Kommt stark auf die Kolleg*innen an, also ist pro Filiale unterschiedlich. Es hilft, dass in den meisten Filialen keine Vorgesetzten sind und man quasi unter sich ist. Allerdings wirkt sich der Stress und die schlechte Stimmung der Leitung teilweise auch auf die Filialen aus.

Kommunikation

Die Kommunikation innerhalb des Unternehmens ist eher schlecht. Es werden oft neue Produkte entwickelt, die die Projektmanager*innen dann an die Kunden bringen sollen. Da fehlt dann natürlich das nötige Fachwissen, um die Produkte zu bewerben oder Fragen zu klären. Es ist schon etwas peinlich, wenn die Kunden dann mehr zu einem Produkt wissen wollen und die Projektmanager*innen haben es selbst nie benutzt oder wissen darüber Bescheid, weil die Infos einfach nicht ausreichend weitergegeben werden.

Kollegenzusammenhalt

Auch hier kommt es stark auf die individuellen Kolleg*innen an. Dadurch, dass der Übersetzungs- und Trainingsbereich getrennt sind, hat man untereinander nicht wirklich viel zu tun oder gemeinsam. In derselben Abteilung hält man generell zusammen und versteht sich besser. Natürlich gibt es leider auch Kolleg*innen, die einem nichts gönnen und hinter dem Rücken über einen herziehen. Es kam auch schon zu Mobbing unter Kolleg*innen bis eine*r dann die Firma verlassen hat.

Work-Life-Balance

Durch die starren Arbeitszeiten und Präsenzpflicht kommt die Work-Life-Balance zu kurz oder hat eine schlechte Qualität. Als ich dort angefangen habe, mussten wir alle eine Stunde Pause machen und die generelle Anwesenheitspflicht war von 9-18 Uhr, was absolut nicht mehr zeitgemäß ist. Irgendwann konnten wir dann 30 Minuten als Pause festlegen, aber mit Ach und Krach und dann wurde das von den Kolleg*innen, die nicht “mitmachen” wollten, verurteilt und belächelt, denn “das haben wir ja schon immer so gemacht” und dementsprechend muss man auch nichts verbessern.
Man konnte nicht vor 8 Uhr morgens anfangen und dementsprechend musste man dann auch lange bleiben. Manche Kolleg*innen im Übersetzungsbereicht haben sogar bis 19 Uhr gearbeitet mit wenig Bereitschaft, ihre eigene Situation zu verbessern. Ich glaube, das passiert, wenn man zu lange bei dieser Firma arbeitet.

Vorgesetztenverhalten

Die Vorgesetzten im Trainingsbereich sind deutlich entspannter und freundlicher als im Übersetzungsbereich. Ich habe vorallem von Frankfurt einige Horrorgeschichten gehört, dass Mitarbeiter*innen täglich weinen, weil dort ein schroffer Umgangston mit regelmäßigem Rumbrüllen und Türenknallen herrscht.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben sind weitgehend interessant und vielfältig, das hält aber nicht lange an. Wenn man repetitive Aufgaben mag, ist es super, aber eben auch nicht dauerhaft.

Gleichberechtigung

Das Gehalt und die Urlaubstage sind vollkommen willkürlich und scheinen zufällig aufgeteilt zu sein. Dahingehend werden quasi alle gleich schlecht behandelt und bezüglich der Arbeitsbedingungen ziehen alle Mitarbeitenden den Kürzeren.

Umgang mit älteren Kollegen

Jemand, der schon seit 5+ Jahren im Unternehmen ist, verdient teilweise weniger als jemand Neueres, der noch in der Probezeit ist. Das Gleich gilt für die Urlaubstage. Neuere Kolleg*innen haben teilweise mehr Urlaub und Gehalt, ohne, dass die Vorgesetzten auf die “Älteren” zukommen, um das auszugleichen.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen waren der Hauptgrund, wieso ich gekündigt habe. Wie oben schon bei der Work-Life-Balance erwähnt, sind die Arbeitszeiten sehr starr und daher überhaupt nicht flexibel. Home Office gibt es einmal die Woche, aber man muss seinen eigenen Geräte benutzen und ich hatte immer das Gefühl, dass Home Office in der Firma nicht gerne gesehen ist. Mir wurde außerdem erzählt, dass dieser eine Tag Home Office erst 2022 eingeführt wurde und während der Pandemie alle kommen mussten. Also kann man sich ja ungefähr vorstellen, wie progressiv das Unternehmen ist.
Das Büro war alt und hatte eine Basisausstattung. Teilweise hatten manche Kolleg*innen noch veraltete Geräte. Im Sommer war im Büro regelmäßig eine Lufttemperatur von bis zu 35 Grad, was arbeitsschutzmäßig hoch bedenklich ist. Man konnte sich nicht konzentrieren und jeder Tag war eine Qual. Die Lösung? Manchmal durften die Filialen sich aus der Filialkasse Eis am Stiel vom Aldi kaufen anstatt im Sommer mehr Home Office zu erlauben.
Es gibt keine Zeiterfassung, was am Anfang gut und entspannt klingt, allerdings betrifft das dann auch die Überstunden, die nicht bezahlt werden. Leider geht mir jetzt der Platz hier aus.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Zum Umweltbewusstsein kann ich nicht viel sagen, da zumindest im Trainingsbereich fast alles digital gemacht wird. Allerdings bekommen die Sprachkursteilnehmer*innen die Bücher noch fast ausschließlich als Druckausgabe. Da könnte man stärker auf die vorhandenen digitalen Ausgaben hinweisen oder diese zur Voraussetzung machen.
Zum Sozialbewusstsein fällt mir ein, dass ein von den Mitarbeitenden gestartetes/geplantes Pilotprojekt für kostenfreie Menstruationsprodukte gnadenlos von der Geschäftsleitung niedergeschossen wurde. War irgendwie klar, wenn nur alte, weiße Männer eine Firma leiten.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt ist für die Branche unterdurchschnittlich und für eine Gehaltserhöhung muss man quasi betteln. Selbst dann gibt es nur so viel mehr brutto, dass es netto kaum etwas ausmacht. Es gibt, je nach Erreichen der Umsatzziele, monatlich mehr Geld, was auch das einzig Positive am Gehalt ist.

Karriere/Weiterbildung

Aufstiegsmöglichkeiten gibt es keine. Im Bezug auf Weiterbildung gab es einmal in meinen drei Jahren eine “Weiterbildung” eines externen Anbieters. Wir haben einen tollen Katalog mit allen möglichen Themenvorschlägen bekommen und nach der ersten Vorfreude hat sich dann herausgestellt, dass fünf Themen durch die Geschäftsleitung rausgesucht wurden. Leider waren drei dieser fünf Themen kundenorientiert, anstatt der eigenen beruflichen Weiterbildung gewidmet, was sehr schade war. Die anderen beiden Themen waren Stressmanagement und Resilienz, also die beiden Themen, die man sowieso im Arbeitsalltag hinterhergeschmissen bekommt. Es wären so viele spannende Themen im Katalog gewesen.


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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.