KIND könnte so viel mehr sein, als es im Moment ist...
Gut am Arbeitgeber finde ich
An dem Arbeitgeber gefallen mir der Zusammenhalt der Kolleg:innen innerhalb der Abteilungen und das Betriebsrestaurant "Hörbar", wo es wirklich solides Essen mit ausschließlich BIO-Produkten gibt. Grundsätzlich ist der moderne Campus mit seinem offenen Design und der vielen Schulungs- und Meetingräume auch eine echt gute Sache, allerdings ist es oft unangenehm Still und durch die offenen Räumlichkeiten fühlt man sich häufig überwacht...
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich glaube ich spreche für alle, wenn ich mit den Gehältern anfange. Die schlechte Bezahlung zieht sich durch alle Abteilungen bis in die Fachgeschäfte. Mitarbeitende werden mit jährlichen Gehaltsteigerungen von 3% (min. aber 100€ für jeden Mitarbeiter) abgespeist, während die Spritpreise schnell und unkontrolliert auf die 3€ zurasen. Bei den Azubis wird es noch schlimmer... Das Gehalt ist auch im dritten Lehrjahr wirklich mager und Fahrtkosten werden oft nicht bezuschusst oder übernommen.
Der nächste Punkt ist gerade für junge und ambitionierte Mitarbeitende ein großes Problem... die Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten.
Hierbei beziehe ich mich ausschließlich auf meine Abteilung, weil ich die Situation in anderen Bereichen nicht bewerten kann und möchte. Diese Möglichkeiten werden im Bewerbungsgespräch besprochen und versprochen, sehen wird man davon aber nichts. Leider hat man das Gefühl, nur auf der Stelle zu treten und sich nicht weiterentwickeln zu können, selbst wenn man gute Arbeit leistet oder leisten möchte. Einem werden durch das geringe Budget, die Sparmaßnahmen oder ewig lange Entscheidungswege permanent Steine in den Weg gelegt und Projekte ziehen sich viel zu lange, weil man ewig auf Feedback der Vorgesetzten wartet.
Ein weiterer Punkt ist der schlechte Umgang mit den Kolleg:innen in den Fachgeschäften. Die Bezahlung ist, wie überall, deutlich unter der Konkurrenz und die Besetzung eine Katastrophe. Fachgeschäfte sind oft gar nicht oder mit nur einer Person besetzt, was den Kunden natürlich auf kurz oder lang auch auffällt. Auch die Zusammenarbeit der Fachgeschäfte und der Zentrale ist alles andere als positiv. Die Stimmung am Telefon oder über das Ticketsystem ist mehr als unangenehm und hat nichts mit der Kommunikation auf Augenhöhe zu tun. Das liegt vermutlich daran, dass beide Seiten schlechte Erfahrungen mit der jeweils anderen gemacht haben. Allerdings gibt es auch wirklich schöne Momente mit den Kolleg:innen aus den Fachgeschäften und wenn beide Seiten positiv gestimmt sind, dann macht die Zusammenarbeit und der Austausch Spaß.
Verbesserungsvorschläge
KIND könnte so viel mehr sein, als das was es momentan ist. Der Name "KIND" oder "Ich habe ein KIND im Ohr" sind quasi in ganz Deutschland bekannt und grundsätzlich wirkt KIND auf viele Menschen sehr positiv. Problematisch wird es dann aber, wenn man selbst im KIND-Kosmos steckt und mit den zu langen Entscheidungswegen, den mageren Gehältern, den mehr als lächerlichen Benefits, den stark eingeschränkten Karriere/Weiterbildungsmöglichkeiten, dem oft schlechten Umgang mit Mitarbeitenden oder der Ignoranz der Führungskräfte konfrontiert wird. KIND hat die Mittel und Möglichkeiten daran etwas zu drehen, allerdings entscheidet man sich konsequent dagegen.

