Seekranker Manufaktur-Dinosaurier auf Transformationskurs
Gut am Arbeitgeber finde ich
Großes Entwicklungspotential und technologisch viel Know-How, welches sich rasant aktueller Geschehnisse anpassen muss. Trotz der vielen Einschränkungen und Herausforderungen viele motivierte Menschen mit vielen Verbesserungsvorschlägen.
Verbesserungsvorschläge
Starker Fokus auf die Mitarbeiter und weniger auf die leicht "zu führenden" Berater. Einführen von Messbarkeit für softe Faktoren, wie die Mitarbeiterzufriedenheit. Umsetzung Kommunikationsstrategie und auf Worte Taten folgen lassen.
Arbeitsatmosphäre
Atmosphäre ist vorhanden, teils aber weniger zum entspannten Atmen geeignet. Geringes Verständnis für Fehlerkultur und "Keine-Ausreden-Mentalität" von oben nach unten. Der Druck der boomenden Branche wird hier bis in die Werkshallen durchgereicht und erzeugt nicht nur "Diamanten" sondern auch vereinzelt Angstzustände.
Image
Objektiv schwer zu bewerten. Die KI-Mitarbeiter auf den Werbeplakaten sehen definitiv stolz aus.
Work-Life-Balance
Teils gegeben. Schlechte Bewertung aufgrund der ungesteuerten Flexibilität und dem unkontrollierten personellen Wachstum. Hier ist Spielraum als Mitarbeiter nach oben und nach unten. Die "Helden-Organisation" erfordert hin und wieder personelle 24/7-Bereitschaft und teils wird aber auch Arbeit aktiv umgangen. Hängt vom Team/Vorgesetzten/Eigeninitiative ab. Wer jedoch Pech/Glück hat, landet als Einzelkämpfer auf einem Arbeits-Berg für ganze Abteilungen und kann dann hier zeigen, wie viele Mitarbeitende parallel in ihm/ihr beim Abtragen der Zugspitze stecken...
Karriere/Weiterbildung
Akademie im Aufbau und oftmals eine modernere Art der Karriereentwicklung. Die Mitarbeiter sind hier selbst gefragt und dürfen sich im Sinne des Life-Long-Learning und möglicher Entwicklungspläne mit sich selbst intensiv Auseinandersetzen. Dabei lernen sie gleichzeitig Verhandlungsgeschick und Gesprächsführung um Überzeugungsarbeit zu leisten, da Entwicklung/Weiterbildung großflächig Einzelfallentscheidungen und weniger regulierte Standards. Ein Glück sind bei solchen Entscheidungen mehrere Führungsebenen involviert und das Training bleibt durch intensive Wiederholungen haften.
Gehalt/Benefits
Solide IG-Metall-Verhältnisse an denen auch nicht gerüttelt wird. Einheitlichkeit im Konzern ein Glück nicht vorhanden und jeder kann regional flexibel andere Verhältnisse im Umgang mit menschlichen Ressourcen schaffen. Bonussysteme mit moderner Zielarchitektur ist bereits in der Überlegungen und wird sicherlich asap in den nächsten Jahren kommen und somit dann auch "softe Themen" aufgreifen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Über SDGs wurde nicht gesprochen. Nachhaltig hingegen der Ansatz, dass diese Themen keine Relevanz im Tagesgeschäft haben, außer Mr. Gesetzgeber verlangt es.
Kollegenzusammenhalt
Teils gut. Aufgrund des Klondike Gold Rush auf die Rüstungsindustrie viele neue Glücks-/Angstritter aus der Automobilbranche, die keinerlei Bezug zum Produkt haben und bewusst oder unbewusst das kulturelle Porzellan zertrampeln. Kein kulturelles Change Management in dieser Phase durch die relevanten Führungsebenen vorhanden.
Falls Ziele und daher Boni wackeln, gerät der Zusammenhalt schnell ins Wanken, denn der Alptraum urplötzlich vor dem (Karriere-)Werkstor zu stehen hat sich scheinbar eingebrannt.
Umgang mit älteren Kollegen
Ok. Lange Zeit wurde über die Familie rekrutiert und ganze Arbeiter-Dynastien sind noch existent. Wertschätzung für Zugehörigkeit in Form von klassischer Urkunde.
Vorgesetztenverhalten
Teils klassischer Industrie-Vorgesetzter. Tolle Fachexperten und oftmals Daniel Düsentrieb in seinem Fachbereich. Aufgrund der nicht vorhanden Fach-Karriere-Pfade hin und wieder als Führungskraft, teils ungewollt, etabliert. Neu dazugekommen, die Karrieristen und Top-Performer aus der A-Industrie. Beide Seiten sind grandios, solang es nicht zu sehr um "dieses Führen von diesen Human Resources" geht. Andere Vorgesetzte sind bemüht und lieben das Abenteuer auf sich gestellt zu sein, das Team für Fehler schützen zu dürfen und täglich wechselnde Ziele gekonnt anzusteuern.
Arbeitsbedingungen
Leider hat es bei den vergangenen Schönheitsreparaturen nur bei einzelnen Personen in den oberen Etagen für repräsentative Büros gereicht. Die New-Work-Phase hatte das Unternehmen teils übersprungen und sich somit auf andere Stärken konzentriert.
Bereits im letzten Jahr (2025) ist das flächendeckende Ausrollen eines Videokonferenzdienst mit Messengerfunktion gestartet worden und sukzessive erhalten immer mehr Mitarbeiter Laptops für das Home Office. Zwar IT-technisch nicht State-Of-The-Art, dafür aber, trotz der Internetabbrüche, durchaus traditionell im letzten Jahrtausend bewahrt und z.B. für junge Kollegen faszinierend das Vintage-Telefonieren mit Schnur erlernen zu dürfen.
Kommunikation
Kommuniziert wird oftmals bilingual im Stille-Post-Verfahren. Wäre noch effektiver, wenn die Presse nicht ständig Informationen offiziell verkünden würde. Kommunikation über die Standorte hinweg eines der großen Unternehmensherausforderungen. Viele Mitarbeiter haben dabei das große Glück, dass sie die Unternehmensziele selbst erraten dürfen und durch wiederholtes gedankliches Puzzlespiel und die abteilungsübergreifende Flur-Schnitzeljagd Intentionen der übergeordneten Führung zusammensetzen wollen. Das fördert wiederum die Kommunikation im Unternehmen.
Gleichberechtigung
Mehr Heterogenität wäre wünschenswert. Hier wacht Dornröschen erst auf. Sicherlich im Sinne der Vielfalt (noch) nicht der Regenwald im Amazonasbecken.
Interessante Aufgaben
Bereits erwähnt. Definitiv eine spannende standortübergreifend und globale Spielwiese mit grandioser botanischer Vielfalt. Aufgrund der Wilder- Westen-Mentalität, sollte man sich jedoch vor Fleischfressern und Treibsand in acht nehmen und nur ultra hoch gelevelt die ausgetretenen Pfade verlassen.


