Entlassungswellen und Umstrukturierung sorgen für ein schlechtes Betriebsklima
Verbesserungsvorschläge
Der Erfolg des Unternehmens steht und fällt mit dessen Führungskräften.
Hier sollte mehr Wert auf Qualifikation und soziale Kompetenz gelegt werden als auf "Vitamin B", gerade im mittleren Management.
Und vielleicht das Augenmerkt nicht nur auf kurzfristige Aktiengewinne (Reduzierung des Headcounts) legen, sondern auch auf langfristig angelegtes, gesundes Wachstum des Unternehmens sowie Nutzung des vorhandenen Know-Hows von älteren Mitarbeitern. Das Kündigen von langjährigen Mitarbeitern und anschließendes Outsourcen deren Arbeitsleistung schönert zwar den Headcount, sorgt aber langfristig für Know-How-Verlust, was sich dann langfristig in den Zahlen widerspiegeln wird.
Arbeitsatmosphäre
Die früher hervorragende Atmosphäre wurde durch die mehrfachen Kündigungswellen stark negativ beeinflusst. Umstrukturierung, mehrfacher Wechsel der Vorgesetzten in einem Jahr und daraus folgender, fehlender Definition der Verantwortlichkeiten führten im Team zu Verwirrung und Unzufriedenheit. Bei Beförderungen wurde zudem stark gemauschelt.
Image
Das Image hat durch die mehrmaligen Kündigungswellen (BOOST) stark gelitten.
Work-Life-Balance
Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice mehrmals die Woche, je nach Projektanforderung. Nach Dienstreisen auch mal spontan nen Tag frei oder mal früher gehen um Besorgungen zu machen waren kein Problem.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt Angebote zur Weiterbildung. Mir hat schlichtweg die Zeit dafür gefehlt.
Gehalt/Benefits
Angemessenes und immer pünktlich gezahltes Gehalt, Leistungszulage (allerdings nach fragwürdiger, subjektiver Bewertung durch den Vorgesetzten), EBIT-Prämie, Mitarbeiteraktienprogramm
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Man bemüht sich mit vielen Marketingaktionen nach außen hin ein umweltbewusstes Bild abzugeben. Im täglichen Arbeitsablauf gibt es hingegen keine nennenswerten Bemühungen dem gerecht zu werden.
Kollegenzusammenhalt
Den Zusammenhalt kann man sich nicht besser wünschen: Jeder springt für jeden ein, unterstützt den Anderen und gibt Tipps und Anregungen aus dem eigene Erfahrungsbereich. Regelmäßige private Treffen runden das Gemeinschaftsgefühl ab.
Vielleicht hat da auch reingespielt, dass alle in der Abteilung wussten, dass ihre Tage auf Grund von BOOST gezählt waren.
Umgang mit älteren Kollegen
Selbst manchen Kollegen kurz vor der Rente wurde im Zuge des BOOST Prozesses rücksichtslos gekündigt, maßgeblich um den Headcount zu reduzieren.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten war (speziell in unserer Abteilung) geprägt von Rücksichtslosigkeit und Angst um den eigenen Arbeitsplatz.
Mitarbeiter verlassen keine Unternehmen, sondern Führungskräfte.
Arbeitsbedingungen
Laptops, Firmenhandys, höhenverstellbare Tische, ergonomische Stühle, Arbeitsplätze mit mehreren Monitoren, Klimaanlage wo nötig. Sanitäranlagen und Büros stets sauber und gepflegt.
Kommunikation
Echte Kommunikation fand schlichtweg nicht mehr statt. Das Team war sich am Ende selbst überlassen. Wichtige Entscheidungen wurden häufig aufgeschoben oder - wenn getroffen - nur unzureichend kommuniziert. Was allerdings hervorragend funktioniert hat, war die Kommunikation von Details aus der Privatsphäre der Mitarbeiter (z.B. Gründe für Krankheit, finanzielle Verhältnisse) welche von den Vorgesetzten (!) ins komplette Team breitgetreten wurden.
Gleichberechtigung
Die Frauenquote ist naturgemäß in diesem Industriezweig geringer, jedoch wird in der täglichen Arbeit kein Unterschied zwischen Mann und Frau gemacht. Auch der Umgang mit Menschen mit Handicap ist vorbildlich.
Interessante Aufgaben
Durchgehend interessante Tätigkeiten in meinem Bereich.


