Guter Einsteigerjob, aber auf Dauer ermüdend
Gut am Arbeitgeber finde ich
Tolle Kollegen, spannende Projekte, gute Büroräume, viele Team-Building-Angebote außerhalb der Arbeitszeit (Wein Wanderung, jährlicher Betriebsausflug übers Wochenende mit dem Bus teils auch ins Ausland, mehrere Team-Events auf kleinerer Ebene, Weihnachtsfeier).
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Gute Leistung wird als Standard vorausgesetzt, dadurch kommt Wertschätzung viel zu kurz. Kritik von Mitarbeitern wird großteils ignoriert.
Verbesserungsvorschläge
Es sollte mehr Fokus auf die Zufriedenheit langjähriger Mitarbeiter gelegt werden und Anreize geschaffen werden in der Firma zu bleiben (z.B. zusätzliche Benefits wie extra Urlaubstage nach 5 Jahren). Zudem sollte hinsichtlich der Zukunft der Firma offener mit Vorschlägen umgegangen und aktiv nach neuen Geschäftsmodellen gesucht werden (sowohl hinsichtlich der Rahmenbediungen als auch der Tätigkeiten), sonst ist fraglich wie lange das Unternehmen noch existiert.
Arbeitsatmosphäre
Leider fehlt es häufig an Wertschätzung und es herrscht eine starke Fehlerkultur (aufgrund des hohen Qualitätsanspruches der Firma werden Fehler nicht toleriert), was die Kreativität und Eigenmotivation teils enorm einschränkt.
Kommunikation
Es wird nur das nötigste und sehr spät kommuniziert. Obwohl die Firma so klein ist, werden alle Entscheidungen top down gefällt. Diskussion ist nicht erwünscht.
Kollegenzusammenhalt
Ich konnte mich auf die allermeisten Kollegen zu 100% verlassen und wurde jederzeit unterstützt, wenn ich nachgefragt habe.
Work-Life-Balance
Positiv: Gute Home Office Regel und kaum Überstunden für Analysten (sollten doch Überstunden anfallen, können diese in der Regel gut abgebaut werden). Negativ: Hoher Zeitdruck während des Tages raubt viel Energie. Ab dem Level Projektmanager werden Überstunden einkalkuliert. Für Research Manager sind die Überstunden nur schwer abbaubar. Die fixen Arbeitszeiten von 9-18 Uhr erschweren die Work-Life-Balance erheblich. Auf Familien wird kaum Rücksicht genommen. Urlaub kann zwar auch spontan und lange am Stück genommen werden, allerdings nur, wenn nicht schon viele andere Kollegen Urlaub haben.
Vorgesetztenverhalten
Die Teamleiter werden oft wie das Sprachrohr der Geschäftsleitung behandelt. 4 Geschäftsführer bei unter 40 Mitarbeitenden zu haben ist häufig auch nicht zielführend, da unterschiedliche Ansagen gemacht werden. Zudem sind nicht alle Geschäftsführer Kritik gegenüber aufgeschlossen und reagieren teils sehr unprofessionell und verletztend. Während einige Geschäftsführer sich überhaupt nicht für einen interessieren, hinterfragen andere jede Entscheidung. Ein Mittelweg wäre angemessen.
Interessante Aufgaben
Mir haben die Aufgaben in der Regel Spaß gemacht. Die Projekte kommen aus den unterschiedlichsten Branchen und Themen und man lernt schnell sich in komplexe Sachverhalte "reinzudenken". Ab dem Level Projektmanager hat man auch einen gewissen Einfluss woran man arbeitet. Da die Projekte sehr "ad hoc" sind und in der Regel am selben oder innerhalb weniger Tage bearbeitet werden, bleibt es spannend und unberrechenbar. Schade ist, dass man oft nicht die Zeit hat sich tief einzuarbeiten und Themen von Anfang bis Ende zu betrachten.
Gleichberechtigung
Bis zum Level Research Manager ist das Verhätlnis Frauen - Männer gut ausgeglichen. Sofern ein solides Deutsch-Niveau vorhanden ist, werden auch gerne internationale Mitarbeitende eingesellt.
Umgang mit älteren Kollegen
Es werden fast ausschließlich Hochschulabsolventen eingestellt. Das Gehaltsniveau und die nötigen Skills passen auch kaum zu Professionals. Es gibt kaum Mitarbeiter, die länger als 10 Jahre im Unternehmen bleiben; ihr Wissen und ihre Treue werden jedoch auch nicht gewertschätzt. Eine Diskriminierung wegen Alter findet jedoch nicht statt.
Arbeitsbedingungen
Top eingerichtete Arbeitsplätze mit höhenverstellbaren Schreibtischen und in der Regel kleinen Räumen mit 3-4 Arbeitsplätze, fast alle klimatisiert. Allerdings keine Laptops sondern Tower PCs. Im Home Office wird jedoch erwartet, dass soweit vorhanden die private Infrastruktur (privater PC, Tastatur, Headset, etc.) genutzt wird. In Ausnahmefällen können Gegenstände geliehen werden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Der Größe entsprechend gutes Umweltbewusstsein. Papier wird so gut es geht vermieden. Der Standort in Leistadt hat eine PV Anlage.
Gehalt/Benefits
Gehalt kommt pünktlich und ist ab Projektmanager-Level in Summe okay. Allerdings besteht es zu einem erheblichen Teil aus einer variablen Komponenten, auf die man nur bedingt Einfluss nehmen kann. Bei einer stagnierenden Wirtschaftslage fällt so ein signifikanter Teil weg und das Grundgehalt ist für das Stresslevel nicht angemessen. Positiv ist, dass alle Überstunden, die nicht abgebaut werden können, ausbezahlt werden.
Image
Für mich ist das Unternehmen klar Qualitätsführer und sehr zuverlässig. Allerdings nur solange man die guten Mitarbeiter halten kann.
Karriere/Weiterbildung
Zu Beginn gute Aufstiegschancen. Stimmt die Leistung wird man zum Projektmanager befördert. Research Manager Stellen werden jedoch selten frei und anschließend gibt es nur noch die Geschäftsführung. Nach ein paar Jahren in jeder Position hat man Routine und lernt wenig Neues dazu. Nur wer intrinsisch sehr motiviert ist, kann sich "on the job" noch Weiterentwickeln. Dies wird jedoch nur unterstützt, wenn es in eine Richtung geht, die die Geschäftsführung als strategisch relevant erachtet. Andere (teils auch spannende) Ideen werden nicht gefördert. Positiv ist, dass man jährlich an einem externen Weiterbildungsangebot (z.B. 2-Tages-Seminar) teilnehmen kann.