Starker Teamgeist vor Ort, aber fehlende Beständigkeit und hoher Druck durch den Mutterkonzern.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Führungskultur durch den Mutterkonzern, die stark von Druck, Misstrauen und fehlender Transparenz geprägt ist. Die hohe Fluktuation an der Unternehmensspitze führte zu ständig wechselnden Kursen, wodurch getroffene Vereinbarungen regelmäßig wieder gekippt wurden.
Dazu kommt eine dauerhafte Überlastung durch kurzfristige Überstunden an Wochenenden und Feiertagen, um strukturelle Brandherde zu löschen, während HR eher als distanzierte Kontrollinstanz statt als Unterstützung agiert.
Verbesserungsvorschläge
Angesichts des Stellenabbaus am deutschen Standort und der strategischen Ausrichtung des Mutterkonzerns erscheint der Raum für nachhaltige Verbesserungsvorschläge sehr begrenzt.
Wünschenswert für die verbleibende Belegschaft wären dennoch mehr personelle Beständigkeit an der Spitze, verlässliche Perspektiven und eine wertschätzende Kommunikation auf Augenhöhe.
Arbeitsatmosphäre
Meines Erachtens, geprägt von zwei Seiten: Im direkten Team ist die Stimmung gut, wird jedoch spürbar durch den hohen Druck, Misstrauen und teils chaotische Kommunikation seitens des Mutterkonzerns stark belastet. Man arbeitet oft im dauerhaften ‚Feuerwehr-Modus‘, um akute Probleme abzufangen.
Kommunikation
Es fehlt an einer klar erkennbaren und nachhaltig vermittelten Strategie. Absprachen, die vor Ort mit Teams oder einzelnen Mitarbeitern getroffen werden, verlieren durch Entscheidungen der Konzernspitze kurz- bis mittelfristig oft wieder ihre Gültigkeit. Verlässliche Planungen werden dadurch mehr als erschwert.
Kollegenzusammenhalt
Gut bis sehr gut. Der Zusammenhalt innerhalb der eigenen Abteilung und zu den meisten direkten operativen Schnittstellen ist stark, kollegial und verlässlich. Ohne dieses gegenseitige Auffangen wäre der Arbeitsalltag kaum zu bewältigen gewesen.
Work-Life-Balance
Sehr ausbaufähig. Durch ständige Brandherde und personelle bzw. strukturelle Engpässe fallen regelmäßig Überstunden sowie teils Wochenendarbeit an. Dies wird nach persönlichem Eindruck stillschweigend vorausgesetzt, anstatt die Ursachen nachhaltig zu beheben.
Vorgesetztenverhalten
Den direkten Führungskräften vor Ort sind häufig die Hände gebunden. Selbst gut gemeinte Vereinbarungen und Abstimmungen mit den Mitarbeitern werden durch übergeordnete Vorgaben des Mutterkonzerns regelmäßig überstimmt oder wieder eingerissen. Es fehlt an echter Handhabe und Entscheidungsfreiheit.
Interessante Aufgaben
Die fachlichen Themen und Aufgaben an sich sind abwechslungsreich und herausfordernd. Leider wird das Potenzial oft durch starre Vorgaben und ständiges Reagieren auf kurzfristige Krisen ausgebremst.
Arbeitsbedingungen
Sehr fordernd. Regelmäßige und teils sehr kurzfristig anfallende Überstunden – auch an Wochenenden und Feiertagen – belasten den Alltag stark. Positiv war die Homeoffice-Möglichkeit, da sie zumindest den Fahrtweg ersparte; leider wurde diese Regelung durch Vorgaben des Mutterkonzerns zunehmend eingeschränkt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach außen hin wird stark mit Themen wie Regionalität und E-Mobilität für ein nachhaltiges Image geworben. Meinem persönlichen Eindruck nach stand dabei jedoch primär die werbewirksame Außendarstellung im Vordergrund und weniger eine verankerte, gelebte Nachhaltigkeitskultur im Arbeitsalltag.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt und die Rahmenbedingungen bewegen sich im durchschnittlichen Bereich. Angesichts der hohen Arbeitsbelastung, der ständigen Rufbereitschaft bei Problemen und der geforderten Flexibilität an Wochenenden ist die Gesamtvergütung verbesserungswürdig.
Image
Es besteht meiner Meinung nach eine spürbare Diskrepanz zwischen dem modernen, nachhaltigen Außenauftritt und den tatsächlichen operativen Realitäten sowie der internen Führungskultur.
Karriere/Weiterbildung
Strukturierte Weiterbildungs- oder Entwicklungsmöglichkeiten treten hinter dem ständigen Lösen akuter operativer Probleme in den Hintergrund.