Zwischen „Zeitalter der Performance“ und Zahlungsaufschub – Willkommen im Reich der zwei Wahrheiten!
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Kaffeemaschine funktioniert meistens, und die Kolleginnen und Kollegen sind wirklich erstklassig. Ohne diesen Zusammenhalt wäre die tägliche Dosis an Widersprüchen kaum zu ertragen. Man muss auch die Innovationskraft anerkennen – besonders die im Erfinden von Gründen, warum es gerade jetzt wieder schwierig ist.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Man fühlt sich ein wenig wie im falschen Film. Während nach außen das große
„Zeitalter der Performance“ ausgerufen wird, die Halbjahreszahlen als
„stark“ gefeiert und eine EBIT-Prognose von
35-50 Millionen Euro bestätigt wird, herrscht intern eine andere Melodie.
Da wird uns Mitarbeitern mitgeteilt, dass die wirtschaftliche Lage so
„schwierig“ sei, dass man das Transformationsgeld (T-Geld) leider bis April 2026
verschieben müsse. Man suggeriert uns Hoffnung und eine Neubewertung Anfang 2026, aber ein genauerer Blick entlarvt das Ganze als Farce.
Schon im Geschäftsbericht für 2024 steht schwarz auf weiß, dass das EBIT 2024 durch Sondereinflüsse wie Kosten für das „Spotlight“-Programm und die drupa in Höhe von insgesamt 25,8 Mio. € belastet wurde. Zieht man diese Sondereinflüsse ab, liegt das bereinigte EBIT bei gerade einmal 14,5 Mio. €.
Und jetzt kommt der Clou: Die Auszahlung des T-Geldes ist an eine Nettoumsatzrendite von über
2,3 % gekoppelt. Bei einem Umsatz von
1,274 Mrd. € und einem bereinigten EBIT von 14,5 Mio. € lag die Rendite schon 2024 meilenweit unter dieser Schwelle. Es war also bereits bei der Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2024 klar, dass das T-Geld 2025 nicht gezahlt werden würde.
Die Hoffnung, die man uns für Anfang 2026 macht, ist also nichts weiter als eine Beruhigungspille.
Verbesserungsvorschläge
Wie wäre es mit ein bisschen mehr „Customer First“ für die eigenen Mitarbeiter? 8 Ein transparenter und ehrlicher Umgang wäre ein guter Anfang. Feiert die Erfolge, aber seid auch ehrlich, wenn es schlecht läuft. Diese Diskrepanz zwischen glänzenden Pressemitteilungen und internen Hiobsbotschaften zerstört jegliches Vertrauen. Vielleicht sollte das „Spotlight“-Programm 9999 mal die eigene Kommunikationsstrategie durchleuchten.
Arbeitsatmosphäre
Wo die Realität den Hochglanz trifft
Kommunikation
Wer auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle zwischen externer Euphorie und interner Ernüchterung steht, ist hier goldrichtig. Für alle anderen: Anschnallen und gut festhalten!