Vom Vorzeigeunternehmen zur Kultur-Baustelle – wie man in kürzester Zeit alles zerstören kann
Gut am Arbeitgeber finde ich
Einige Alt-Siemens-Strukturen und -Prozesse wirken noch nach und verhindern den völligen Stillstand.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Internationale Landesgesellschaften wurden abgewickelt oder ignoriert – die Wurzeln des früheren Erfolgs sind gekappt.
Einführung einer unpraktikablen Matrix-Struktur, die operativ lähmt und Verantwortlichkeiten verschleiert.
Verbesserungsvorschläge
Echte Rückkehr zu Transparenz und klaren strategischen Zielen.
Verantwortlichkeiten verschlanken und unnötige Führungs-Kästchen abbauen.
Investitionen in Mitarbeiter und Strukturen, auch in Rezessionen, statt nur Rückzug.
Respekt und Vertrauen wiederherstellen – das ist keine Frage eines Programms, sondern gelebte Führung.
Arbeitsatmosphäre
Früher (unter Siemens) geprägt von Offenheit, klarer Richtung und Motivation. Heute dominiert Verunsicherung, Politik und eine lähmende Matrix-Organisation
Image
Von Siemens-Kultur und internationalem Renommee zu einem internen Trauerspiel – nach außen noch Fassade, innen viel verbrannte Erde.
Work-Life-Balance
Abhängig vom Team und Vorgesetzten. Strukturell zunehmend schwieriger, da Verantwortlichkeiten verschwimmen und Ressourcen schwinden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Kein Fokus, bestenfalls Nebenkriegsschauplatz.
Kollegenzusammenhalt
Noch der einzige Grund, warum der Laden läuft. Auf Mitarbeiterebene starker Rückhalt, aber zunehmend belastet durch Führungschaos.
Vorgesetztenverhalten
Kontrollverlust auf allen Ebenen. Entscheidungen werden nicht mehr transparent kommuniziert, sondern top-down verordnet. Gleichzeitig Verzettelung in zahllosen Führungs-Kästchen ohne echte Verantwortung. Das nicht kommunizierte aber offensichtliche Ziel heißt "Schließung". Reaktion der Vorgesetzten: "Rette sich wer kann".
Arbeitsbedingungen
Wer Siemens kannte, erkennt das Unternehmen heute nicht wieder. Körber hat in kürzester Zeit eine gesunde, erfolgreiche Kultur abgebaut und durch Bürokratie, Kontrollverlust und Führungsversagen ersetzt. Programme wie „Leadership Evaluation“ wirken da nur noch wie ein trauriger Versuch, das Offensichtliche zu kaschieren.
Kommunikation
Intransparent, widersprüchlich, teilweise realitätsfern. Ehemals offene Diskussionskultur ist verschwunden.
Gehalt/Benefits
Noch solide auf Siemens-Niveau, aber keine Perspektive.
Interessante Aufgaben
Statt zu investieren und in Krisenzeiten (z. B. Energiekrise/Rezession) Verantwortung zu zeigen, wird gekürzt und auf kurzfristige Effekte gesetzt.

