Instabile Führung – ständiger Führungswechsel und aktuell katastrophales Führungsverhalten
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist geprägt von Misstrauen und Unsicherheit. Ehrliche Rückmeldungen werden nicht wertgeschätzt, sondern oft gegen einen verwendet. Ein offenes Wort kann schnell zu Nachteilen führen – es herrscht ein Klima der Hinterlistigkeit, die Zusammenarbeit und das Vertrauen ist massiv erschwert.
Image
Das schlechte Image der Einrichtung ist selbstverschuldet und resultiert aus jahrelanger Misswirtschaft, neuer unprofessioneller Führung und mangelnder Wertschätzung gegenüber Bewohnern und Mitarbeitenden.
Work-Life-Balance
Von Balance kann hier kaum die Rede sein. Durch chronische Unterbesetzung und ständig wechselnde Dienstpläne sowie Personal bleibt kaum Raum für Privatleben oder Erholung. Spontane Dienste, Einspringen an freien Tagen und fehlende Rücksicht auf persönliche Belange sind an der Tagesordnung. Wer hier arbeitet, muss seine Freizeit oft hinten anstellen – freiwillig oder unter Druck.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Sozialbewusstsein in der Einrichtung lässt stark zu wünschen übrig. Statt die Bedürfnisse der Pflegebedürftigen, Angehörige und des Pflegepersonals in den Mittelpunkt zu stellen, scheinen wirtschaftliche Interessen und interne Machtkämpfe dominierend zu sein. Anliegen von Mitarbeitenden oder Verbesserungsvorschläge zur Pflegequalität werden kaum ernst genommen. Es entsteht der Eindruck, dass das Wohl der Menschen, für die man eigentlich sorgt, nicht wirklich Priorität hat.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den langjährigen Kollegen ist einer der wenigen Lichtblicke. Viele von ihnen leisten trotz der widrigen Umstände Tag für Tag großartige Arbeit und halten den Laden buchstäblich am Laufen. Ohne ihren Einsatz und ihre Erfahrung wäre die Situation deutlich schlimmer. Der Rückhalt unter den „alten Hasen“ sorgt zumindest intern für etwas Stabilität – auch wenn man oft das Gefühl hat, gegen Windmühlen zu kämpfen.
Umgang mit älteren Kollegen
Erfahrene Kollegen werden kaum wertgeschätzt – ihr Wissen wird zwar im Alltag dringend gebraucht, aber selten anerkannt. Besonders erschreckend war, dass ein langjähriger Mitarbeiter ein paar Jahre vor seiner Rente gezielt aus dem Betrieb gedrängt wurde. Selbst eine von vielen Kollegen unterstützte Petition gegen diese Entlassung wurde ignoriert .Diese Art des Umgangs hat tiefe Spuren im Team hinterlassen und das Vertrauen in die Unternehmensführung nachhaltig beschädigt.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Führungskräfte ist aus meiner Sicht ein echtes Problem. Es herrscht ein spürbares Machtgefälle, das oft ausgenutzt wird. Entscheidungen werden hinter dem Rücken der Mitarbeitenden getroffen, offene Kommunikation findet kaum statt. Stattdessen gibt es viel Hinterzimmer-politik und strategische Ausgrenzung. In Meetings wird der Ton schnell aggressiv, Kritik wird nicht sachlich geäußert, sondern oft persönlich und herablassend. Eine gesunde, respektvolle Führungskultur fehlt völlig – stattdessen dominieren Einschüchterung und Unberechenbarkeit.
Arbeitsbedingungen
Die grundlegenden Hilfsmittel und Materialien sind überwiegend vorhanden und ermöglichen es, die täglichen Aufgaben zu bewältigen. Es gibt auch immer wieder kleine Verbesserungen bei der Ausstattung, die den Arbeitsalltag erleichtern. Zwar ist noch nicht alles optimal, aber man merkt, dass zumindest in diesem Bereich der Standard herrscht.
Kommunikation
Die interne Kommunikation ist chaotisch und oft gar nicht vorhanden. Wichtige Informationen erreichen die Pflegekräfte zu spät oder gar nicht. Dienstpläne ändern sich kurzfristig ohne Rücksprache. Rückfragen oder Anliegen bleiben häufig unbeantwortet – man wird allein gelassen, selbst in kritischen Situationen.
Gehalt/Benefits
Gehalt nach TVÖD-P
Gleichberechtigung
Gleichbehandlung ist hier leider nur auf dem Papier vorhanden. Wer nicht zu 100 % mitspielt, sich anpasst oder Kritik offen anspricht, wird schnell ausgegrenzt – fachliche Kompetenz scheint dabei zweitrangig. Es wird deutlich zwischen „angepasst“ und „unerwünscht“ unterschieden. Mitarbeitende, die nicht ins System passen oder unbequeme Fragen stellen, werden systematisch übergangen oder unter Druck gesetzt. Eine faire, respektvolle Behandlung auf Augenhöhe fehlt.

