Planloses Unternehmen und inkompetente Führungskräfte
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Leider kann ich KUNBUS derzeit nicht als Arbeitgeber empfehlen. Wer einen Einstieg in das Unternehmen in Betracht zieht, sollte sich vor einer Entscheidung gründlich über die Entwicklung des Unternehmens in den letzten Jahren sowie über die vor kurzem organisatorischen Veränderungen informieren.
Meiner Ansicht nach wirft die Entwicklung des Unternehmens in den letzten Jahren Fragen hinsichtlich seiner strategischen Ausrichtung und der Qualität seiner Unternehmensführung auf. In weniger als zweieinhalb Jahren wurde die Mitarbeiterzahl von rund 150 auf etwa 30 bis 40 reduziert. Besonders zu bemerken ist, dass in einem Unternehmen mit Schwerpunkt auf Technologie und Ingenieurwesen nur noch ein sehr kleiner Teil der ursprünglichen Entwicklungsabteilung bzw. der Entwickler übrig geblieben ist.
Nachdem das Unternehmen Teile des Geschäfts verkauft hat, die eigene Produktion eingestellt und die Organisation erheblich umstrukturiert hatte, wurde anschließend die Niederlassung, in der ich tätig war, geschlossen. Was dies besonders enttäuschend machte, war der Zeitpunkt: Die Geschäftsführung informierte uns über die Schließung erst wenige Tage, nachdem unsere Abteilung ein Großprojekt zur Verlagerung der unternehmensinternen Produktion auf einen externen Fertigungspartner erfolgreich abgeschlossen hatte. Nachdem wir dazu beigetragen hatten, einen so bedeutenden Meilenstein zu erreichen, kam mir die Ankündigung wie eine dürftige Belohnung für die Bemühungen des Teams vor.
Die angekündigte Schließung des Standorts und die damit verbundenen Entlassungen wurden mit einer strategischen Neuausrichtung begründet. Nach Angaben der Unternehmensleitung würden die Hardware-Entwicklung und die damit verbundenen Führungspositionen künftig nicht mehr benötigt, da das Unternehmen nicht mehr vorhabe, Hardware-Entwicklung und -Fertigung im eigenen Haus durchzuführen.
Diese Erklärung ließ sich nur schwer mit den nachfolgenden Ereignissen in Einklang bringen. Während des Kündigungsverfahrens erhielt ich Informationen, die darauf hindeuteten, dass das Unternehmen trotz der laufenden Entlassungen weiterhin neue Ingenieure einstellte. Darüber hinaus begann KUNBUS, sobald die Kündigungsverfahren rechtlich abgeschlossen waren, öffentlich neue Stellen auszuschreiben, die den Qualifikationen und Erfahrungen der gerade entlassenen Mitarbeiter sehr nahe kamen. Der Zeitpunkt und die Art dieser Stellenausschreibungen warfen ernsthafte Fragen darüber auf, ob die Stellen tatsächlich überflüssig geworden waren oder ob die Umstrukturierung stattdessen dazu genutzt wurde, bestehende Mitarbeiter zu ersetzen.
Zudem wurde den Mitarbeitern trotz erheblicher Personalabbau, wiederholter organisatorischer Umstrukturierungen und einer oft schwer nachvollziehbaren strategischen Ausrichtung immer wieder versichert, dass die Umstrukturierungsphase abgeschlossen sei und keine weiteren Kündigungen geplant seien. In der Praxis folgten jedoch zusätzliche Umstrukturierungsmaßnahmen und weitere Stellenstreichungen. Diese Diskrepanz zwischen der Kommunikation und den tatsächlichen Entwicklungen untergrub das Vertrauen vieler Mitarbeiter erheblich.
Aus diesen Gründen ist mein Vertrauen in die derzeitige Geschäftsführung gleich null. Potenzielle Bewerber sollten die jüngste Unternehmensgeschichte, die Fluktuation der Mitarbeiter und die umfangreichen Umstrukturierungsmaßnahmen sorgfältig prüfen, bevor sie eine Entscheidung treffen.
Es ist jedoch anzumerken, dass das Produkt an sich grundsätzlich gut ist. Meiner Ansicht nach ist es vor allem den Bemühungen der Marketingabteilung zu verdanken, dass die Marktpräsenz des Unternehmens weiterhin aufrechterhalten wird. Meiner Ansicht nach hat die Marketingabteilung eine wichtige Rolle dabei gespielt, die Sichtbarkeit und Marktposition der verbleibenden Kernprodukte des Unternehmens aufrechtzuerhalten.
Verbesserungsvorschläge
Meiner Ansicht nach ist es vor allem notwendig, dass die Unternehmensleitung die Entscheidungen und Entwicklungen der letzten Jahre kritischer hinterfragt. Eine offene Kultur der Verantwortlichkeit, mehr Selbstreflexion und eine konsequentere Berücksichtigung der Auswirkungen strategischer Entscheidungen auf die Belegschaft könnten dazu beitragen, das verlorene Vertrauen wieder aufzubauen.
Arbeitsatmosphäre
Zum Zeitpunkt der Entlassungen war die Atmosphäre verständlicherweise angespannt. Dennoch blieb meine Zusammenarbeit mit Kollegen und direkten Vorgesetzten – abgesehen von der Geschäftsleitung – professionell, unterstützend und konstruktiv.
Tatsächlich war das Arbeitsklima, bevor das derzeitige Führungsteam ins Unternehmen kam, trotz hoher Arbeitsbelastung und gelegentlicher organisatorischer Herausforderungen von starkem Engagement und Teamgeist geprägt. Die Arbeitsbelastung selbst war für die Branche nicht ungewöhnlich und mit der vieler anderer Technologieunternehmen vergleichbar. Das änderte sich unter der neuen Führung.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt im Team war über viele Jahre hinweg außergewöhnlich stark. Selbst in schwierigen Zeiten arbeiteten die Teammitglieder konstruktiv zusammen und unterstützten sich gegenseitig. Wiederholte Umstrukturierungsmaßnahmen und die daraus resultierende Unsicherheit haben diese positive Kultur jedoch zunehmend belastet.
Vorgesetztenverhalten
Ich bin überzeugt, dass das derzeitige Führungsteam vollständig ersetzt werden muss. Ein echter Neuanfang mit einer neuen Unternehmensleitung ist aus meiner Sicht die einzige realistische Chance, das Unternehmen wieder nachhaltig auf Erfolgskurs zu führen.
Karriere/Weiterbildung
Strukturierte Schulungs- oder Entwicklungsprogramme waren in den letzten Jahren nur in begrenztem Umfang vorhanden. Gerade für ein technologieorientiertes Unternehmen wäre eine stärkere Fokussierung auf die berufliche und persönliche Entwicklung der Mitarbeiter wünschenswert.