Danke für die Erfahrung – und besonders für die Kündigung.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Gut am Arbeitgeber finde ich:
Ich arbeite dort inzwischen nicht mehr – das ist vermutlich das Beste, was ich über den Arbeitgeber sagen kann. Die Sommerfeste waren allerdings ganz nett.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Siehe Bewertung
Verbesserungsvorschläge
Verbesserungsvorschläge
Vielleicht wäre der erste Schritt, sich weniger damit zu beschäftigen, wie das Unternehmen nach außen wirken soll, und mehr damit, wie es sich für die Menschen anfühlt, die dort tatsächlich arbeiten. Ehrliche Kommunikation, vernünftige Führung, gegenseitiger Respekt und ein bisschen mehr Vertrauen in die eigenen Mitarbeiter wären schon ein überraschend guter Anfang.
Man könnte aufhören, Probleme auszusitzen, Entscheidungen endlos zu diskutieren und unangenehme Themen schönzureden. Stattdessen vielleicht einfach zuhören, handeln und Verantwortung übernehmen – klingt banal, scheint aber erstaunlich anspruchsvoll zu sein.
Und wenn man irgendwann so weit ist, dass Mitarbeiter nicht mehr das Gefühl haben, für faire Behandlung, vernünftige Arbeitsbedingungen oder zugesagte Dinge kämpfen zu müssen, wäre man vermutlich schon einen ziemlich großen Schritt weiter.
Kurz gesagt: Weniger Show, weniger Vitamin B, weniger Hinterzimmerpolitik – dafür mehr Ehrlichkeit, Wertschätzung und tatsächliche Mitarbeiterorientierung. Dann müsste man das gute Image vielleicht auch nicht mehr so aufwendig pflegen.
Arbeitsatmosphäre
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist definitiv etwas Besonderes – allerdings stark davon abhängig, in welcher Abteilung man landet. Es gibt offenbar gute Gründe, warum manche Abteilungen auf der anderen Seite der Straße untergebracht sind.
Gelästert wird meiner Wahrnehmung nach gerne und regelmäßig. Wer gerade nicht im Raum ist, hat zumindest den Vorteil, nicht direkt mitzubekommen, worüber als Nächstes gesprochen wird.
Als Azubi lernt man außerdem schnell, dass es sich durchaus lohnt, ruhig und unauffällig zu sein – insbesondere, wenn man nicht zu den beliebtesten Personen gehört. Dann bekommt man zuverlässig die Aufgaben, auf die sonst niemand besonders scharf ist. Und wenn man diese erledigt hat, gibt es gelegentlich noch den Bonus, dass man anschließend zum Gesprächsthema oder Gegenstand von Späßen wird. Eine interessante Form der Wertschätzung.
Auch die Kommunikation ist nicht immer direkt. Passiv-aggressive Bemerkungen und kleine Seitenhiebe gehören aus meiner persönlichen Erfahrung durchaus zum Arbeitsalltag. Man lernt dadurch immerhin früh, zwischen dem Gesagten und dem Gemeinten zu unterscheiden.
Unterm Strich: Die Arbeitsatmosphäre kann vermutlich sehr angeneh
Kommunikation
Kommunikation
Ehrliche und offene Kommunikation? Eher ein optionales Feature.
Wenn etwas gebraucht wird, muss es natürlich schnell, schnell gehen. Geht es umgekehrt um die Anliegen anderer, entwickelt die Kommunikation plötzlich eine beeindruckende Entschleunigung.
Zwischen Tierärzten und Laboranten funktioniert das Spiel besonders gut: Vorne Honig um den Mund, hinten Gift. Direkte Kommunikation wäre vermutlich zu einfach.
Auch bei Azubi und Ausbilder gilt: Abteilungssache. Von guter Betreuung bis zu „viel Glück“ scheint alles möglich zu sein.
Bei Führungskräften hatte ich teilweise den Eindruck, dass Ehrlichkeit, Entscheidungsfreude und Führungsstärke nicht zwingend Voraussetzung für die Position sind. Entscheidungen werden lieber vertagt, als tatsächlich getroffen – schließlich kann man eine Entscheidung nicht bereuen, wenn man gar keine trifft.
Kollegenzusammenhalt
Kollegenzusammenhalt nach dem bewährten Motto: Wer dazugehört, darf mitmachen. Wer nicht dazugehört, merkt es spätestens wenn die Kündigung kommt
Vertrauen? Ein interessantes Konzept, das hier offenbar nur theoretisch existiert. Heute hört man A, morgen bekommt der Nächste B erzählt – und übermorgen gibt es wahrscheinlich noch eine dritte Version. Hauptsache, die Gerüchteküche bleibt gut ausgelastet.
Die Azubis halten immerhin zusammen. Vermutlich, weil man gemeinsam besser überlebt. Selbst die JAV wird teilweise weder von Mitarbeitenden noch von der Chefin wirklich ernst genommen. Der Betriebsrat bemüht sich nach meiner Wahrnehmung redlich, scheint bei der Führung aber ungefähr so viel Durchschlagskraft zu haben wie ein Papierflieger gegen eine Betonwand.
Das Ganze fühlt sich teilweise weniger nach Kollegium und mehr nach „Game of Thrones – Labor Edition“ an: mehrere Fronten, wechselnde Bündnisse und die ständige Frage, wem man eigentlich noch irgendetwas erzählen kann.
Besonders schön ist die ausgeprägte Konfliktlösungskompetenz mancher „Kollegen“: Erst zur Laborleitung laufen, statt das Problem mit der betreffenden Person zu klären. Direkte Kommunikation ist schließlich nur et
Work-Life-Balance
Work-Life-Balance
Work-Life-Balance? Das „Life“ scheint hier eher als optionales Hobby neben der Arbeit gedacht zu sein.
Den Hund mitzubringen ist möglich (deshalb 2 Sterne) – zumindest, wenn man in einer entsprechend besonderen Position ist. Für den Rest bleibt immerhin die beruhigende Gewissheit, dass der Hund zu Hause auf einen wartet. Work-Life-Balance auf Firmenart.
Auch die viel gelobte „Gleitzeit“ ist vorhanden. Sie gleitet allerdings hauptsächlich in Richtung Kontrolle. Zu früh einstempeln? Zu spät? Glückwunsch, man hat direkt ein Gesprächsthema. Ein privater Termin? Verständnis dafür scheint ungefähr so selten zu sein wie tatsächliche Flexibilität.
Man könnte fast meinen, Gleitzeit bedeute, dass der Arbeitgeber flexibel entscheidet, wann man flexibel sein darf.
Teilzeit wird ebenfalls mit einer gewissen Verwunderung betrachtet. Warum sollte man schließlich weniger arbeiten wollen, wenn man stattdessen auch Überstunden machen kann? Teilzeit ist offenbar nur dann ein akzeptiertes Arbeitsmodell, wenn man trotzdem Vollzeitgefühl liefert.
Vorgesetztenverhalten
Vorgesetztenverhalten
C-Suite wird hier offenbar nach dem Motto betrieben: Die Leitung hat immer recht – und wenn nicht, siehe erster Halbsatz. Aussagen sollte man daher eher als kreative Unternehmenskommunikation verstehen. Die Realität darf davon abweichen. Das Unternehmen wird nach meiner Wahrnehmung gerne so dargestellt, als wäre alles bestens. Wer lange genug dabei ist, scheint entweder Teil dieser PR-Abteilung geworden zu sein oder hat gelernt, Fragen besser nicht zu stellen. Man muss die Realität schließlich nicht unnötig kompliziert machen.
Bei den Laborleitungen ist Entscheidungsfreude offenbar ein seltenes Naturphänomen. Entscheidungen werden weitergereicht, vertagt oder ausgesessen. Wer nichts entscheidet, kann schließlich auch nichts falsch entscheiden. Eine bemerkenswert sichere Karrierephilosophie.
Noch schöner wird es mit dem richtigen Vitamin-B-Spiegel. Für manche Mitarbeitende scheint das Regelwerk eher eine unverbindliche Empfehlung zu sein. Lieblingsmitarbeiter genießen nach meiner Wahrnehmung Premiumschutz vor Konsequenzen, während bei anderen offenbar deutlich genauer hingeschaut wird. Gleichbehandlung – nur eben nicht für alle.
Und dann gibt es die berühm
Interessante Aufgaben
Wer auf spannende Aufgaben wartet, braucht vor allem eines: Geduld. Sehr viel Geduld.
Gleichberechtigung
Beim Thema Gleichberechtigung habe ich persönlich leider nicht durchgehend positive Erfahrungen gemacht.
Beim Thema Ableismus hatte ich teilweise den Eindruck, dass auf individuelle Bedürfnisse und Einschränkungen nicht ausreichend Rücksicht genommen wird.
Besonders ernüchternd ist dabei die vermeintliche Lösungsorientierung: Fragt man freundlich nach einer Möglichkeit, ein Problem gemeinsam zu lösen, bekommt man zwar ein nettes Lächeln – aber anschließend trotzdem ein schlichtes „Nein“. Immerhin freundlich abgelehnt.
Gleichberechtigung scheint hier weniger eine gelebte Selbstverständlichkeit als ein Konzept zu sein, das in der Praxis noch etwas Übung vertragen könnte.
Arbeitsbedingungen
Arbeitsbedingungen
Bei den Arbeitsbedingungen wird Sicherheit offenbar eher als Empfehlung denn als Grundprinzip verstanden.
Teilweise hatte ich den Eindruck, dass mit Gefahrstoffen gearbeitet wurde, ohne dass vorher eine ausreichende praktische Einarbeitung stattgefunden hat. Besonders beruhigend ist es, wenn man erst nach Monaten der Arbeit mit einem Gefahrstoff darauf hingewiesen wird, dass Handschuhe vielleicht doch eine ganz gute Idee wären.
Auch beim Thema Dämpfe habe ich Situationen erlebt, in denen ich mich nicht ausreichend vor deren Einatmen geschützt gefühlt habe. Arbeitsschutz auf Vertrauensbasis – der Körper wird schon Bescheid sagen, wenn etwas nicht passt.
Die Ausstattung trägt ihren Teil zur Atmosphäre bei: Stühle und Pipetten haben teilweise schon einiges erlebt und wirken, als hätten sie ihre besten Jahre bereits hinter sich. Nachhaltigkeit wird hier offenbar konsequent gelebt – ob freiwillig oder nicht.
Wer etwas größer gewachsen ist, darf sich ebenfalls auf eine besondere Form der Arbeitsplatzgestaltung freuen. Auf meine Wahrnehmung nach wurde bei ergonomischen Problemen nicht immer ausreichend Unterstützung durch die Laborleitung geboten. Ergonomie scheint
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Immerhin gibt es Biokaffee. Wenn schon nicht alle Arbeitsbedingungen nachhaltig sind, dann wenigstens das Koffein.
Die Sommerfeiern sind tatsächlich ganz nett und gehören zu den wenigen Gelegenheiten, bei denen man das Gefühl bekommt, dass die Belegschaft auch als Menschen wahrgenommen wird.
Dafür gibt es von der Geschäftsführung regelmäßig die Möglichkeit zum gepflegten Show-off. Nach außen soll schließlich alles schön aussehen – und wenn dabei ein bisschen Unternehmensglanz verteilt wird, umso besser.
Besonders unterhaltsam sind die Betriebsversammlungen. Teilweise fühlt man sich dort weniger wie in einer Informationsveranstaltung und mehr wie bei einer dreistündigen Sitcom – nur ohne Möglichkeit, nach der ersten Staffel abzuschalten.
Vorausgesetzt natürlich, man darf überhaupt teilnehmen. Denn auch hier scheint zu gelten: Sozialbewusstsein ist vorhanden – die Verfügbarkeit kann je nach Laborleitung variieren.
Gehalt/Benefits
Nach einer abgeschlossenen Ausbildung satte 2 € über Mindestlohn – da muss man sich finanziell schon fast überlegen, wohin mit dem ganzen Reichtum.
Fachkräfte? Offenbar überschätzt. Warum jemanden mit Ausbildung und entsprechender Qualifikation angemessen bezahlen, wenn es auch günstiger geht? Lohnkostenoptimierung nennt sich das vermutlich in der Führungsetage.
Immerhin gibt es Weihnachtsgeld. Im November erlebt man kurz das Gefühl, finanziell zur Mittelschicht zu gehören. Ein kurzer, aber schöner Moment.
Einmal pro Woche gibt es Essen. Geschmack ist natürlich subjektiv – die Menge offenbar nicht. Wer nicht schnell genug dort ist, darf sich über die kulinarische Möglichkeit freuen, beim Essen zuzusehen. Immerhin kalorienfrei.
Und dann: Parkplätze. Ja, tatsächlich. Man kann kostenlos bzw. bequem zur Arbeit fahren, um anschließend für ein Gehalt zu arbeiten, das einen nach der Ausbildung garantiert nicht größenwahnsinnig werden lässt.
Image
Image
In der Fachwelt steht das Unternehmen gut da. Bei der überschaubaren Konkurrenz ist das allerdings auch kein besonders anspruchsvoller Wettbewerb – wenn nur wenige mitspielen, reicht es schließlich, nicht Letzter zu werden.
Nach außen wird das Unternehmen entsprechend gerne auf Hochglanz poliert. Imagepflege funktioniert offenbar besser als Mitarbeiterpflege. Auf Präsentationen und Veranstaltungen sieht die Welt schließlich genau so aus, wie sie aussehen soll.
In der Region scheint man die Hochglanzversion inzwischen etwas differenzierter zu betrachten. Die tatsächlichen Zustände scheinen sich herumgesprochen zu haben – Mundpropaganda ist bekanntlich die einzige PR-Abteilung, die man nicht einfach abschalten kann.
Karriere/Weiterbildung
Karriere/Weiterbildung
Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten?
Wer als Laborant nach oben möchte, braucht vor allem eines: viel Fantasie. Die klassische Karriereleiter scheint hier eher eine Karriereleiter mit fehlenden Sprossen zu sein. Immerhin bleibt die Aussicht auf eine glänzende Laufbahn als Helfer mit Berufserfahrung.
Und falls sich tatsächlich einmal ein qualifizierter Mitarbeiter findet, der freiwillig Ausbilder werden möchte: Keine Sorge, das wird verhindert – nicht unbedingt durch ein klares Nein, sondern viel eleganter durch endlose Diskussionen. So lange, bis der Interessent entweder keine Lust mehr hat oder gar nicht mehr gebraucht wird.
Denn warum in Weiterbildung, Nachwuchs und qualifizierte Mitarbeiter investieren, wenn man auch einfach alles zerreden kann?
Kostet kein Geld, braucht keine Entscheidung und löst das Problem ganz von alleine.
Fazit: Karriere wird hier offenbar nicht